Region · Ebene 2

Tasmanien

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Land
Australien
Städte
8
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Tasmanien: Wildnis, Hobart und Feinschmeckerinsel

Reiseführer · redaktionell

Rund 240 Kilometer südlich des Festlands, jenseits der Bass-Straße, liegt der kleinste Bundesstaat Australiens – eine Insel, deren Fläche zu fast der Hälfte unter Schutz steht. Ein Urlaub in Tasmanien bedeutet Bergwanderungen, Buchten mit glasklarem Wasser, Sträflingsgeschichte und eine Küche, die zu den besten des Landes zählt. Das Klima ist kühler, die Luft gilt als eine der saubersten der Welt.

Hobart und der Süden

Hobart, 1804 gegründet und damit nach Sydney die zweitälteste Hauptstadt Australiens, liegt am Derwent River zu Füßen des Kunanyi/Mount Wellington. Am Hafen reihen sich in Salamanca Place Sandsteinspeicher, in denen Galerien und Restaurants untergebracht sind; samstags findet hier ein großer Markt statt. Battery Point bewahrt Seemannshäuser aus dem 19. Jahrhundert. Das MONA, ein Privatmuseum für alte und neue Kunst, in den Fels am Flussufer gebaut, hat Hobart weltweit bekannt gemacht und veranstaltet im Winter das Festival Dark Mofo. Eine Stunde südöstlich liegt Port Arthur, die einst gefürchtetste Strafkolonie des Empire und heute Teil des UNESCO-Welterbes. Bruny Island lockt mit Austern, Käse und Steilküsten.

Sehenswürdigkeiten in Tasmanien: Nationalparks

Die Tasmanian Wilderness, ein riesiges Welterbegebiet im Westen und Südwesten, umfasst Regenwälder, Moore und unberührte Flüsse. Der Cradle Mountain-Lake St Clair National Park ist Ausgangspunkt des Overland Track, einer mehrtägigen Wanderung, die zu den berühmtesten Australiens gehört; schon die kurze Runde um den Dove Lake mit Blick auf die zackigen Gipfel lohnt sich. An der Ostküste liegt der Freycinet National Park mit der Wineglass Bay, einer fast perfekt geschwungenen Bucht. Nördlich davon sind Bicheno mit Zwergpinguinen und St Helens am Beginn der Bay of Fires mit orange gefärbten Granitfelsen beliebte Tasmanien Reiseziele. Mit etwas Glück sieht man Wombats, Wallabys und den Tasmanischen Teufel, der in Auffangstationen gezeigt wird.

Launceston und der Norden

Launceston, die zweitgrößte Stadt, liegt am Tamar River, nur wenige Gehminuten von der Cataract Gorge entfernt, einer Schlucht mit Sessellift und Badebecken. Das Tamar Valley ist Tasmaniens wichtigstes Weinbaugebiet, bekannt für Schaumwein und Pinot Noir. Devonport an der Nordküste ist Ankunftshafen der Fähre Spirit of Tasmania aus Melbourne. Westlich davon reihen sich Ulverstone und Burnie an der Küste, bis bei Stanley der Tafelberg The Nut aus dem Meer ragt. Weiter westlich liegt die raue Westküste mit Strahan und dem Gordon River.

Essen, Trinken und Geschichte

Tasmanien ist eine Feinschmeckerinsel: Austern, Lachs aus Aquakultur, Abalone, Lamm und Käse, dazu Äpfel, die der Insel den Spitznamen „Apple Isle“ eingetragen haben. Whisky-Destillerien haben internationale Preise gewonnen, und Cider und Schaumwein sind ebenfalls typisch. Die Geschichte ist düster: Die britische Kolonisierung und der sogenannte Black War führten im 19. Jahrhundert zur fast vollständigen Vernichtung der Aborigines der Insel, deren Nachfahren heute ihre Kultur wieder sichtbar machen.

Beste Reisezeit und Anreise

Die beste Reisezeit sind die Monate Dezember bis März mit milden Temperaturen und langen Tagen; im Herbst färben sich die Südbuchen im Hochland goldgelb. Im Winter kann es in den Bergen schneien. Flüge vom Festland landen in Hobart (HBA) und Launceston (LST), die Fähre von Melbourne nach Devonport braucht etwa zehn Stunden. Vor Ort ist ein Mietwagen fast unverzichtbar.