Adelaide entdecken: Festivals, Märkte und Weinberge
Reiseführer · redaktionellAdelaide wird gern als größtes Dorf Australiens belächelt – bis man die Stadt kennenlernt. Umgeben von einem Gürtel aus Parks, nur eine halbe Stunde von einigen der besten Weinregionen der Welt entfernt und jedes Frühjahr Schauplatz eines der größten Kunstfestivals der Welt, hat Adelaide viel mehr zu bieten als ihr Ruf. Eine Städtereise nach Adelaide ist entspannt, kulinarisch und überraschend kulturell.
Eine geplante Stadt
Das Land der Kaurna-Völker wurde 1836 von britischen Siedlern besiedelt, die nach Plänen des Landvermessers William Light eine Stadt im Schachbrettmuster anlegten, umgeben von einem Gürtel aus Parklands – ein Entwurf, der bis heute erhalten ist. Anders als Sydney oder Hobart war Adelaide nie eine Sträflingskolonie, sondern wurde von freien Siedlern gegründet, unter ihnen viele deutsche Lutheraner, die im Barossa Valley den Weinbau begannen. South Australia war 1894 einer der ersten Orte der Welt, an denen Frauen das Wahlrecht erhielten.
Sehenswürdigkeiten in Adelaide
Die North Terrace ist die Kulturmeile der Stadt: Hier liegen die Art Gallery of South Australia mit einer bedeutenden Sammlung australischer Kunst, das South Australian Museum mit einer der größten Sammlungen zur Kultur der Aborigines, die State Library mit einem prächtigen Lesesaal aus dem 19. Jahrhundert und der Botanische Garten mit einem Palmenhaus aus Deutschland. Das Adelaide Oval, ein traditionsreiches Cricket- und Football-Stadion am Torrens River, bietet Dachbesteigungen mit Blick über die Stadt. Am Fluss lassen sich Paddelboote mieten, und die Rundle Mall ist die Einkaufsstraße, in der zwei Bronzeschweine an einer Mülltonne schnüffeln.
Viertel und Strände
North Adelaide, jenseits der Parklands, ist das älteste Viertel mit Steinvillen, Pubs und Cafés an der O'Connell Street und der Melbourne Street. Prospect im Norden hat sich zu einem Viertel mit Restaurants und kleinen Bars entwickelt. Glenelg, rund 25 Minuten mit der Straßenbahn vom Zentrum, ist der bekannteste Strand mit Pier, Promenade und Restaurants; hier landeten 1836 die ersten Siedler. Port Adelaide, der alte Hafen, besitzt viktorianische Bauten, das Schifffahrtsmuseum und ein Eisenbahnmuseum; vom Hafen fahren Boote zur Beobachtung von Delfinen im Port River.
Essen, Wein und Märkte
Der Adelaide Central Market ist einer der größten überdachten Märkte der südlichen Hemisphäre, mit Ständen für Käse, Obst, Fleisch und Delikatessen. Die Restaurants in Adelaide nutzen Zutaten aus South Australia: Austern aus Coffin Bay, Garnelen aus dem Spencer Gulf und Thunfisch aus Port Lincoln. Der berühmteste Snack ist der Pie Floater, eine Fleischpastete in Erbsensuppe. Rund um die Stadt liegen bekannte Weinregionen: das Barossa Valley mit kräftigem Shiraz und deutsch geprägten Orten wie Tanunda, die Adelaide Hills mit kühleren Lagen und dem Fachwerkdorf Hahndorf, McLaren Vale und das Clare Valley mit Riesling. Viele Kellereien bieten Verkostungen und Restaurants mit Blick über die Weinberge.
Festivals und Ausgehen
Im Februar und März wird Adelaide zur „Festival State“: Das Adelaide Fringe ist nach Edinburgh das zweitgrößte Kunstfestival seiner Art der Welt, mit Comedy, Theater und Musik an Hunderten Orten. Zeitgleich finden das Adelaide Festival, das Weltmusikfestival WOMADelaide und Motorsportveranstaltungen statt. Das Nachtleben konzentriert sich auf die Peel Street, die Leigh Street und die East End Area mit kleinen Bars, Rooftops und Weinbars.
Auch außerhalb der Festivalzeit ist Adelaide kulturell lebendig: Im Adelaide Festival Centre am Fluss treten Orchester, Theater- und Tanzensembles auf, und im Herbst lockt das Tasting Australia Festival mit Kochkursen, Marktständen und Weinproben. Fans des australischen Football erleben im Adelaide Oval die Spiele der beiden Klubs der Stadt, die in einer hitzigen Rivalität zueinander stehen.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Adelaide (ADL) liegt nur rund sieben Kilometer westlich des Zentrums. Eine Straßenbahn verbindet die Innenstadt mit Glenelg, im Zentrum ist sie kostenlos. Beste Reisezeit ist von Oktober bis April; der Sommer kann allerdings sehr heiß werden. Ausflüge führen nach Kangaroo Island mit Seelöwen und Kängurus, in die Flinders Ranges oder zu den Weingütern im Barossa Valley.









