Sydney entdecken: Hafen, Strände und Opera House
Reiseführer · redaktionellWer morgens mit der Fähre von Manly nach Circular Quay fährt, sieht Sydney von seiner schönsten Seite: Segelboote auf dem tiefblauen Wasser, die Muschelsegel des Opernhauses und dahinter der stählerne Bogen der Harbour Bridge. Australiens größte Stadt lebt mit und auf dem Wasser, zwischen Buchten, Klippen und über hundert Stränden. Eine Reise nach Sydney ist für die meisten der Einstieg in einen Australien-Urlaub – und oft der Teil, an den man sich am liebsten erinnert.
Von der Sträflingskolonie zur Weltstadt
Lange bevor Europäer kamen, lebten hier die Gadigal und andere Gruppen der Eora-Nation; Felsgravuren in den Nationalparks rund um die Stadt sind Tausende Jahre alt. 1788 lief die First Fleet mit rund 750 Sträflingen in den Hafen ein, und Kapitän Arthur Phillip gründete die erste britische Kolonie Australiens. Die Sträflinge bauten Straßen, Kasernen und Kirchen aus dem gelben Sandstein, der das historische Viertel The Rocks prägt. Im 19. Jahrhundert brachte der Goldrausch Einwanderer und Reichtum. Die Olympischen Spiele 2000 machten Sydney endgültig zur internationalen Metropole, heute ist sie eine der multikulturellsten Städte der Welt – rund ein Drittel der Bewohner wurde im Ausland geboren.
Sehenswürdigkeiten in Sydney
Das Sydney Opera House, entworfen vom Dänen Jørn Utzon und 1973 eröffnet, gehört zu den berühmtesten Gebäuden des 20. Jahrhunderts und seit 2007 zum UNESCO-Welterbe. Eine Führung zeigt die Säle, schöner noch ist ein Konzert oder eine Opernaufführung. Die Harbour Bridge, liebevoll „Coathanger“ genannt, kann man zu Fuß überqueren oder bei einem geführten Bridge Climb bis auf den Bogen hinaufsteigen. Zwischen beiden erstreckt sich der Royal Botanic Garden bis zum Aussichtspunkt Mrs Macquarie's Chair, dem klassischen Fotostandort. The Rocks mit Pubs aus der Kolonialzeit und einem Wochenendmarkt, das Museum of Contemporary Art am Circular Quay und die Art Gallery of New South Wales, deren moderner Erweiterungsbau Sydney Modern 2022 eröffnete, ergänzen das Programm. Wer die Stadt von oben sehen will, fährt auf den Sydney Tower Eye.
Strände: Bondi, Manly und die Northern Beaches
Bondi Beach ist der bekannteste Strand Australiens, mit Surfern, Rettungsschwimmern und dem Meerwasserbecken Icebergs am Felsen. Der Coastal Walk von Bondi nach Coogee führt rund sechs Kilometer an Klippen, Buchten und dem Friedhof Waverley entlang, der direkt über dem Meer liegt. Manly erreicht man mit der Fähre ab Circular Quay in rund 20 Minuten, ein Erlebnis für sich. Weiter nördlich ziehen sich die Northern Beaches mit Stränden wie Dee Why, Collaroy und Palm Beach bis zur Halbinsel von Barrenjoey. Im Hafen selbst gibt es geschützte Badebuchten wie Shelly Beach oder Balmoral, ideal für Familien, und in vielen Buchten laden Meerwasserpools zum Schwimmen ohne Brandung ein.
Viertel mit eigenem Charakter
Das Central Business District, kurz CBD, mit Hochhäusern, dem Queen Victoria Building und dem Hyde Park ist das Geschäftszentrum. Gleich südlich liegt Haymarket mit Chinatown und dem Paddy's Market. Surry Hills und Darlinghurst sind die Viertel der Cafés, Bars und Restaurants, mit restaurierten Reihenhäusern aus der viktorianischen Zeit; Darlinghurst und die Oxford Street sind zudem das Zentrum der queeren Szene, die beim Mardi Gras im Februar und März feiert. Newtown im Inner West ist alternativ, voller Street Art, Plattenläden und Live-Musik. Auf der anderen Seite des Hafens wirkt Chatswood mit asiatischen Restaurants und Einkaufszentren, während Parramatta im Westen, einst die zweite Siedlung der Kolonie, heute ein eigenes Zentrum mit historischen Gebäuden und Restaurants ist.
Essen und Trinken in Sydney
Die Restaurants in Sydney spiegeln die Einwanderungsgeschichte: Vietnamesisches Pho in Cabramatta, libanesische Küche in Lakemba, Dim Sum in Chinatown, Thai in Haymarket, italienische Trattorien in Leichhardt. Sydney Rock Oysters, Barramundi und Prawns stehen auf jeder Fischkarte, und der Sydney Fish Market in Pyrmont ist einer der größten Fischmärkte der südlichen Hemisphäre. Zum Frühstück gibt es Avocado-Toast und einen Flat White, die Kaffeekultur ist exzellent. Dazu kommen Weine aus dem Hunter Valley, nur zwei Autostunden nördlich. Ausgehen kann man in den Rooftop-Bars des CBD, in den Pubs von The Rocks oder in den kleinen Bars von Surry Hills.
Feste, Natur und Ausflüge
Zu Silvester explodiert über dem Hafen eines der berühmtesten Feuerwerke der Welt, und im Mai und Juni verwandelt das Lichtfestival Vivid Sydney das Opernhaus und die Innenstadt in eine Leinwand. Für Ausflüge bieten sich die Blue Mountains an, ein Welterbe mit Eukalyptuswäldern, Schluchten und den Felsformationen der Three Sisters, rund zwei Stunden mit dem Zug entfernt. Im Royal National Park südlich der Stadt, dem zweitältesten Nationalpark der Welt, führen Küstenwege zu Wasserfällen und Buchten, und zwischen Juni und November ziehen Buckelwale an der Küste vorbei.
Wer Tiere sehen will, besucht den Taronga Zoo, der am Nordufer des Hafens liegt und am schönsten mit der Fähre erreicht wird – die Giraffen blicken dort direkt auf die Skyline. Im Featherdale Wildlife Park im Westen kann man Koalas und Kängurus aus der Nähe erleben.
Unterwegs in Sydney und beste Reisezeit
Der Flughafen Kingsford Smith (SYD) liegt rund zehn Kilometer südlich, die Airport Link fährt in gut zehn Minuten ins Zentrum. Züge, eine fahrerlose Metro, Light Rail, Busse und die Fähren lassen sich mit Kreditkarte oder der Opal Card bezahlen, sonntags gilt ein günstiger Tagespreis. Beste Reisezeit sind Frühling und Herbst auf der Südhalbkugel, also September bis November und März bis Mai: angenehm warm, weniger überlaufen als im Sommer. Im Dezember und Januar ist Hochsaison mit Temperaturen über 30 Grad.















