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Griechenland

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Griechenland: Inseln, Antike und Tavernenkultur

Reiseführer · redaktionell

Griechenland hat mehr als 6.000 Inseln und Inselchen, rund 200 davon bewohnt, dazu ein gebirgiges Festland, das in Deutschland oft unterschätzt wird. Ein Urlaub in Griechenland kann aus Strandtagen auf Kreta bestehen, aus Inselhüpfen in den Kykladen oder aus Wanderungen zu Klöstern auf Felsnadeln, und meistens aus allem ein bisschen.

Athen und Thessaloniki

In Athen steht die Akropolis so selbstverständlich über der Stadt, dass man sie von vielen Dachterrassen beim Abendessen sieht. Am besten besucht man sie gleich nach der Öffnung, danach das Akropolis-Museum mit seinem gläsernen Boden über Ausgrabungen. Die Viertel Plaka und Anafiotika zu Füßen des Hügels wirken mit ihren weißen Häusern wie ein Inseldorf, Psyrri und Exarchia sind dagegen Orte für Streetart, Bars und Rembetiko-Musik. Den Sonnenuntergang erlebt man auf dem Lykabettus oder am Poseidontempel von Kap Sounion, eine Stunde südlich. Am Rand der Altstadt lohnt der Zentralmarkt Varvakios, wo Metzger, Fischhändler und Gewürzläden in alten Hallen dicht an dicht stehen. Thessaloniki, die zweitgrößte Stadt, ist lockerer, studentischer und für viele Griechen die eigentliche Hauptstadt des guten Essens. Byzantinische Kirchen, der Weiße Turm an der langen Uferpromenade und die Rotunde aus römischer Zeit erzählen von einer Stadt, die über Jahrhunderte griechisch, osmanisch und sephardisch-jüdisch geprägt war.

Kreta, Rhodos und Korfu

Kreta ist die größte Insel und fast ein eigenes Land. In Chania schmiegt sich ein venezianischer Hafen mit Leuchtturm an die Altstadt, Rethymnon hat Minarette und Holzerker aus osmanischer Zeit, und bei Heraklion liegt der minoische Palast von Knossos, rund 3.500 Jahre alt. Im Süden führen Schluchten wie Samaria zum Libyschen Meer, im Westen locken die Lagunen von Balos und der rosa schimmernde Strand von Elafonisi. Rhodos verbindet eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas, gebaut vom Johanniterorden, mit dem weißen Dorf Lindos unter seiner Akropolis. Korfu im Ionischen Meer ist grüner, mit Olivenhainen, Zypressen und einer Altstadt, die mit Arkaden und Cricketplatz an venezianische und britische Zeiten erinnert.

Kykladen und andere Inseln

Mykonos ist berühmt für seine Windmühlen, Klein-Venedig und ein teures Nachtleben, Santorin für die Kraterlandschaft, über der in Oia allabendlich Hunderte auf den Sonnenuntergang warten. Wer es ruhiger mag, findet auf Naxos lange Sandstrände und Bergdörfer aus Marmor, auf Milos Felsbuchten wie Sarakiniko, auf Sifnos eine der besten Inselküchen der Ägäis. Die Dodekanes-Inseln Symi und Kalymnos, die Sporaden mit Skiathos und Skopelos oder die Ionischen Inseln Kefalonia und Lefkada sind weitere Griechenland Reiseziele, die sich gut per Fähre kombinieren lassen. Auf vielen kleineren Inseln gibt es kaum Hotels, sondern familiengeführte Pensionen, deren Wirte morgens selbst gebackenen Kuchen auf die Terrasse stellen. Fährpläne wechseln je nach Saison, im Sommer fahren Schnellboote, im Winter oft nur wenige Verbindungen pro Woche.

Sehenswürdigkeiten in Griechenland auf dem Festland

Auf der Peloponnes liegen Olympia, Epidauros mit seinem Theater, in dem man ein Flüstern noch in der obersten Reihe hört, Mykene mit dem Löwentor und die byzantinische Ruinenstadt Mystras. Nafplio, die erste Hauptstadt des modernen Griechenlands, ist ein eleganter Ausgangspunkt dafür. Patras ist vor allem als Fährhafen nach Italien bekannt, feiert aber den größten Karneval des Landes. In Mittelgriechenland thronen die Meteora-Klöster auf Sandsteinsäulen, Delphi blickt vom Hang des Parnass auf ein Meer aus Olivenbäumen. Im Nordwesten liegt Ioannina am Pamvotida-See, von hier geht es in die Zagori-Dörfer mit Steinbrücken und in die Vikos-Schlucht, eine der tiefsten Schluchten Europas.

Essen und Trinken

Die Taverne ist das Herz des griechischen Alltags. Man bestellt viele kleine Teller für den ganzen Tisch: Tzatziki, Taramosalata, gegrillte Oktopusarme, gefüllte Weinblätter, Fava aus gelben Erbsen, Horta, wild gesammeltes Blattgemüse mit Zitrone und Olivenöl. Moussaka und Pastitsio gibt es eher im Winter, im Sommer Gemista, mit Reis gefüllte Tomaten und Paprika. Auf Kreta isst man Dakos, Gerstenzwieback mit Tomate und Mizithra-Käse, und trinkt Raki zum Abschluss. Ouzo wird am Nachmittag zu Meze getrunken, Weine aus Santorin, Nemea oder Naoussa sind längst international anerkannt. Zum Frühstück holt man sich in der Bäckerei eine Bougatsa mit Grießcreme oder eine Tiropita mit Käse, nachmittags einen Frappé oder Freddo Espresso, der auf keiner Platia fehlt. Gegessen wird spät: Vor 21 Uhr sind abends oft nur Touristen in den Lokalen.

Unterwegs und beste Reisezeit für Griechenland

Zahlreiche Inseln haben eigene Flughäfen, im Sommer gibt es Direktflüge aus Deutschland nach Kreta, Rhodos, Korfu, Kos oder Mykonos. Fähren starten in Piräus, Rafina und Lavrio bei Athen. Auf dem Festland ist ein Mietwagen ideal, das Autobahnnetz ist gut, aber mautpflichtig. Die beste Reisezeit für Griechenland sind Mai und Juni sowie September und Oktober: Das Meer ist ab Juni über 22 Grad warm, die Luft angenehm, die Ausgrabungsstätten sind weniger voll. Im Juli und August steigt das Thermometer in Athen regelmäßig über 35 Grad, auf den Kykladen weht dann oft der kräftige Meltemi. Im Winter sind viele Inselhotels geschlossen, Athen und Thessaloniki lohnen sich aber das ganze Jahr, ebenso die Berge mit Skigebieten am Parnass.