Epirus: Zagori-Dörfer, Vikos-Schlucht und Parga
Reiseführer · redaktionellEpirus ist Griechenlands wildester Winkel: Steinbrücken über reißenden Flüssen, Schieferdörfer im Pindos-Gebirge und eine der tiefsten Schluchten der Welt. Urlaub in Epirus verbindet Wanderungen in Zagori mit Badetagen an der Ionischen Küste um Parga und Sivota und mit der Seestadt Ioannina.
Landschaft zwischen Pindos und Meer
Der Pindos bildet das Rückgrat der Region und erreicht im Smolikas über 2.600 Meter. Zwischen seinen Bergen liegt die Vikos-Schlucht, die gemessen an ihrer Breite zu den tiefsten Schluchten der Erde zählt, daneben der Fluss Voidomatis mit eiskaltem, klarem Wasser. Nach Westen fällt das Land zum Ionischen Meer ab, wo sich zwischen Igoumenitsa und Preveza grüne Buchten, kleine Inseln und der Ambrakische Golf befinden. Wälder aus Eichen, Buchen und Schwarzkiefern bedecken weite Teile; hier leben noch Bären und Wölfe. In der Bergregion Tzoumerka ziehen sich Schluchten und Steinbrücken wie die von Plaka über die Täler.
Sehenswürdigkeiten in Epirus
Die 46 Zagori-Dörfer, gebaut aus grauem Naturstein mit Schieferdächern, sind durch alte Kalderimia-Pfade und gewölbte Steinbrücken verbunden und seit 2023 UNESCO-Welterbe. Von Monodendri und Oxya blickt man in die Vikos-Schlucht, die man in rund sechs Stunden durchwandern kann; Papingo liegt unter den Felsen des Astraka. Ioannina am Pamvotida-See war Residenz des berüchtigten Ali Pascha; in der Burg stehen die Fethiye-Moschee und ein Silberschmiedemuseum, auf der Insel im See ein Kloster. Metsovo, ein aromunisches Bergdorf am Katara-Pass, ist für Käse, Wein und Holzschnitzerei bekannt. An der Küste lockt Parga mit bunten Häusern unter einer venezianischen Burg und Stränden wie Valtos, Sivota mit türkisfarbenen Lagunen und Stränden wie Chrysogiali. Bei Preveza liegen die Ruinen von Nikopolis, das Augustus nach der Schlacht bei Actium gründete, und die Steinbrücke von Arta ist eine der bekanntesten Griechenlands. Das Totenorakel am Acheron und der Fluss selbst, den man durchwaten kann, sind besondere Ausflugsziele. Bei Ioannina lohnen die Tropfsteinhöhle von Perama und das Theater von Dodona, Heiligtum eines der ältesten Orakel Griechenlands. In Preveza lädt eine Uferpromenade mit Bars ein, und bei Igoumenitsa liegen Strände wie Drepano.
Essen und Trinken
Epirus ist das Land der Pitas: Blätterteigpasteten mit Lauch, Kräutern, Käse oder Fleisch, die jedes Dorf anders zubereitet. Aus Metsovo stammen Metsovone, ein geräucherter Käse, und der Wein Katogi. Am See von Ioannina isst man Forellen, Flusskrebse und Froschschenkel, an der Küste Fisch und Meeresfrüchte. Ioannina ist zudem für Süßigkeiten wie Baklava bekannt, und in Arta wird frischer Fisch aus dem Ambrakischen Golf serviert.
Anreise und beste Reisezeit
Igoumenitsa ist Fährhafen nach Italien und Korfu, die Egnatia Odos verbindet die Küste mit Ioannina und Thessaloniki. Der Flughafen Preveza wird im Sommer von Charterflügen angeflogen. Die beste Reisezeit für Wanderungen ist Mai bis Juni und September bis Oktober, für Strände Juni bis September. Für Zagori und Tzoumerka ist ein eigenes Auto ideal, die Straßen sind kurvig und schmal. Im Winter fällt im Pindos reichlich Schnee, und Metsovo betreibt dann ein kleines Skigebiet.






