Athen entdecken: Akropolis, Plaka und Tavernen
Reiseführer · redaktionellWo sonst kann man auf einer Dachterrasse sitzen, einen Ouzo trinken und dabei auf einen 2.500 Jahre alten Tempel blicken? Athen ist die Wiege der Demokratie und des Theaters, aber auch eine laute, kreative, unordentliche Großstadt voller Street Art und Tavernen. Eine Städtereise nach Athen lohnt sich längst nicht mehr nur als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Inseln.
Die Stadt der Antike
Im 5. Jahrhundert v. Chr., im sogenannten Goldenen Zeitalter unter Perikles, entstanden auf der Akropolis der Parthenon und weitere Tempel, während Philosophen wie Sokrates und Platon auf der Agora diskutierten. Später herrschten Römer, Byzantiner und für fast vier Jahrhunderte die Osmanen. 1834 wurde Athen Hauptstadt des jungen griechischen Staates – damals war es ein kleiner Ort mit wenigen Tausend Einwohnern. Der bayerische Prinz Otto, erster König Griechenlands, ließ klassizistische Bauten errichten. Nach dem Bevölkerungsaustausch mit der Türkei 1923 und erneut nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt rasant; die Olympischen Spiele 2004 brachten eine moderne Metro und einen neuen Flughafen.
Sehenswürdigkeiten in Athen
Die Akropolis mit dem Parthenon, dem Erechtheion mit seinen Karyatiden und dem Tempel der Athena Nike ist das Ziel fast jedes Besuchers. Man sollte früh morgens kommen, um der Hitze und den Massen zu entgehen; seit einigen Jahren gibt es Zeitfenster-Tickets. Am Fuß des Felsens zeigt das Akropolismuseum die Originalskulpturen, mit einer gläsernen Galerie, von der aus man den Parthenon sieht; durch den Glasboden blickt man auf Ausgrabungen. Die antike Agora mit dem gut erhaltenen Hephaistostempel, das Dionysostheater, der Tempel des Olympischen Zeus und das Panathinaiko-Stadion aus Marmor, in dem 1896 die ersten modernen Olympischen Spiele stattfanden, ergänzen den Rundgang. Das Archäologische Nationalmuseum besitzt die bedeutendste Sammlung antiker griechischer Kunst der Welt, darunter die Goldmaske des Agamemnon. Der Lykabettus-Hügel bietet bei Sonnenuntergang den schönsten Blick über die Stadt bis zum Meer.
Viertel: Plaka, Monastiraki und Psiri
Die Plaka unterhalb der Akropolis ist das älteste Wohnviertel mit neoklassizistischen Häusern, Bougainvillea und Tavernen; das kleine Anafiotika, von Inselbewohnern errichtet, wirkt wie ein Kykladendorf. Monastiraki ist bekannt für seinen Flohmarkt und den Platz mit Blick auf die Akropolis, Psiri für Street Art, Bars und kleine Werkstätten. Kolonaki ist das elegante Viertel mit Boutiquen und Cafés, Exarchia das politische und alternative. Am Meer liegt Piräus, der größte Hafen Griechenlands, von dem die Fähren zu den Inseln ablegen; der Mikrolimano-Hafen mit seinen Fischrestaurants ist abends ein lohnendes Ziel. Weiter südlich erstreckt sich die Athener Riviera mit Stränden bis zum Kap Sounion.
Essen in Athen
Die Restaurants in Athen reichen von einfachen Tavernen bis zur modernen griechischen Küche. Souvlaki und Gyros im Pitabrot, Moussaka, Spanakopita, Tzatziki und frisch gegrillter Fisch gehören zum Pflichtprogramm. Zu Mezedes, kleinen Vorspeisen, trinkt man Ouzo oder Tsipouro. Die Zentralmarkthalle Varvakios an der Athinas-Straße ist ein Erlebnis mit Fleisch-, Fisch- und Gewürzständen. Zum Nachtisch gibt es Loukoumades, frittierte Teigbällchen mit Honig. Das Nachtleben ist lang: In Psiri, Gazi und Koukaki füllen sich die Bars erst nach Mitternacht, im Sommer verlagert sich vieles an die Küste.
Kunst und Kultur der Gegenwart
Athen ist auch eine Stadt der zeitgenössischen Kunst. Das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center von Renzo Piano am Meer im Süden beherbergt Nationaloper und Nationalbibliothek in einem großen Park mit Kanal. Das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst EMST residiert in einer ehemaligen Brauerei, und Galerien in Metaxourgeio und Kerameikos zeigen junge Positionen. Im Sommer werden im antiken Odeon des Herodes Atticus beim Athens Epidaurus Festival Konzerte und Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Eleftherios Venizelos (ATH) liegt rund 30 Kilometer östlich, Metro-Linie 3 und Expressbusse fahren ins Zentrum. Die Metro ist modern, sauber und günstig; viele Stationen zeigen bei Bauarbeiten gefundene Altertümer. Beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, im Juli und August steigen die Temperaturen oft über 35 Grad, und Hitzewellen können zur Schließung der Akropolis am Mittag führen. Ausflüge führen zum Poseidontempel am Kap Sounion, nach Delphi, zu den Inseln des Saronischen Golfs wie Ägina und Hydra oder nach Nafplio.












