Österreich Urlaub: von Wien bis in die Alpen
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Österreich kann morgens im Kaffeehaus mit einer Melange beginnen und am Nachmittag auf einer Almhütte mit Blick auf Dreitausender enden. Kaum ein anderes Land in Europa verbindet so viel Hochgebirge mit so viel imperialer Stadtkultur auf vergleichsweise kleiner Fläche.
Berge, Seen und Weinland
Rund zwei Drittel Österreichs sind alpin. Im Westen, in Tirol und Vorarlberg, steigen die Gipfel auf über 3.000 Meter, der Großglockner in den Hohen Tauern ist mit 3.798 Metern der höchste Berg des Landes. Die Großglockner-Hochalpenstraße windet sich in 36 Kehren bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, wo der Blick auf die Pasterze fällt, den längsten Gletscher der Ostalpen. Im Salzkammergut liegen Seen wie der Wolfgangsee, der Traunsee und der Hallstätter See zwischen steilen Kalkwänden, und in Kärnten erreicht der Wörthersee im Sommer Badetemperaturen, die man eher am Mittelmeer erwarten würde.
Der Osten zeigt ein ganz anderes Gesicht. In der Wachau zieht sich die Donau zwischen Terrassenweinbergen und Marillengärten von Melk nach Krems, im Burgenland liegt der flache Neusiedler See, ein Steppensee mit Schilfgürtel, Störchen auf den Kaminen und viel Wind für Surfer. Die Südsteiermark mit ihren steilen Weinhängen wird nicht ohne Grund mit der Toskana verglichen.
Sehenswürdigkeiten in Österreich: die Städte
Wien ist das unumstrittene Zentrum. Die Hofburg, Schloss Schönbrunn mit seinem Barockpark und das Schloss Belvedere mit Klimts „Kuss“ erzählen von 640 Jahren Habsburgerherrschaft. Mindestens ebenso wichtig ist der Alltag: das Kaffeehaus, in dem man stundenlang bei einem Glas Wasser die Zeitung liest, der Naschmarkt, der Heurige am Stadtrand in Grinzing oder Stammersdorf, wo der Wirt seinen eigenen Wein ausschenkt. Abends spielen Staatsoper und Musikverein auf Weltniveau, und im Prater dreht sich das Riesenrad seit 1897.
Salzburg lebt mit und von Mozart, dessen Geburtshaus in der Getreidegasse steht. Über der barocken Altstadt thront die Festung Hohensalzburg, und jeden Sommer machen die Salzburger Festspiele die Stadt zur Bühne. Innsbruck liegt so dicht an den Bergen, dass die Nordkettenbahn vom Stadtzentrum in rund 20 Minuten auf über 2.000 Meter führt. Graz, die zweitgrößte Stadt, verbindet eine gut erhaltene Altstadt mit moderner Architektur wie dem Kunsthaus, das die Einheimischen „Friendly Alien“ nennen. Linz hat sich vom Industriestandort zur Kulturstadt mit dem Ars Electronica Center gewandelt, Klagenfurt am Wörthersee gibt sich südlich entspannt.
Zu den beliebtesten Österreich Reisezielen zählen außerdem die großen Wintersportorte: Sölden im Ötztal, Saalbach-Hinterglemm mit seinem Skicircus, Schladming am Fuß des Dachsteins und Sankt Anton am Arlberg, wo der alpine Skilauf in den 1920er-Jahren wesentliche Impulse bekam. Im Sommer werden dieselben Pisten zu Wanderwegen und Mountainbike-Trails.
Kultur und Geschichte
Die Habsburger regierten von Wien aus über ein Reich, das von Böhmen bis Bosnien reichte, und diese Vergangenheit prägt bis heute Architektur, Küche und Selbstverständnis. Mozart, Haydn, Schubert, Strauss und Mahler haben das Land zur Musikmacht gemacht, und das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker wird weltweit übertragen. Um 1900 machten Klimt, Schiele, Otto Wagner und Sigmund Freud Wien zu einem Labor der Moderne.
Auf dem Land halten sich Bräuche besonders hartnäckig. Im Herbst ziehen beim Almabtrieb geschmückte Kühe ins Tal, in der Vorweihnachtszeit laufen in vielen Alpentälern Krampusse mit Fellen und Holzmasken durch die Straßen, und im Frühling werden Maibäume aufgestellt. Tracht ist hier keine Verkleidung, sondern wird zu Hochzeiten, Kirchtagen und Festen ganz selbstverständlich getragen.
Essen und Trinken
Das Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch, in Butterschmalz goldgelb ausgebacken, ist das bekannteste Gericht, doch es ist nur der Anfang. Tafelspitz mit Apfelkren und Schnittlauchsauce, Gulasch, Kärntner Kasnudeln, Tiroler Speckknödel und Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster gehören zum Standardrepertoire. In der Steiermark wird das dunkelgrüne Kürbiskernöl über Salat und sogar über Vanilleeis geträufelt. Zum Kaffee gibt es Sachertorte, Apfelstrudel oder Topfenstrudel.
Beim Wein steht der Grüne Veltliner an erster Stelle, dazu kommen Riesling aus der Wachau und kräftige Rotweine wie Blaufränkisch und Zweigelt aus dem Burgenland. In den Heurigen und Buschenschänken wird der junge Wein mit einer Brettljause aus Speck, Käse und Aufstrichen serviert.
Anreise und Unterwegs
Der wichtigste Flughafen ist Wien-Schwechat (VIE), kleinere Airports gibt es in Salzburg (SZG), Innsbruck (INN), Graz (GRZ), Linz und Klagenfurt. Aus Deutschland ist die Bahn oft die bequemere Wahl: Railjets und ICE fahren von München in rund vier Stunden nach Wien, Nightjets verbinden Hamburg, Berlin und andere Städte über Nacht mit Wien und Innsbruck. Innerhalb Österreichs bringt das Klimaticket für ein Jahr Zugang zu fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer mit dem Auto fährt, braucht für Autobahnen und Schnellstraßen eine Vignette, die auch digital erhältlich ist. Für einige Strecken wie die Brenner- oder die Tauernautobahn wird zusätzlich eine Sondermaut fällig.
Beste Reisezeit für Österreich
Die beste Reisezeit für Österreich hängt vom Ziel ab. Für Wanderungen und Bergtouren eignen sich Juni bis September, wenn die Hütten geöffnet und die Pässe schneefrei sind. In Wien und an den Seen liegen die Temperaturen im Juli und August meist zwischen 25 und 30 Grad. Mai und September sind ideal für Städtereisen und die Weinregionen, im Oktober färben sich die Wälder rund um die Seen. Die Skisaison beginnt in den Gletscherregionen schon im Oktober, in den meisten Orten dauert sie von Anfang Dezember bis Ende März oder Mitte April. Wien hat zudem im Advent mit seinen Christkindlmärkten und im Januar mit der Ballsaison eigene Höhepunkte.














