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Zypern

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Zypern: Sonneninsel zwischen Antike und Troodos

Reiseführer · redaktionell

Zypern liegt näher an Beirut als an Athen und hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr. Ein Urlaub in Zypern bedeutet Baden bis in den November, Mosaiken aus der Römerzeit, Bergdörfer im Troodos und eine Küche, in der griechische und orientalische Einflüsse zusammenfinden.

Eine Insel, zwei Seiten

Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und zahlt seit 2008 mit dem Euro. Seit 1974 ist die Insel geteilt: Der Norden steht nicht unter der Kontrolle der Regierung der Republik, dort besteht die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Eine von den Vereinten Nationen überwachte Pufferzone trennt beide Teile und läuft mitten durch die Hauptstadt Nikosia. Es gibt mehrere Übergänge, über die Reisende mit Ausweis die Seiten wechseln können, der bekannteste liegt an der Ledra-Straße in der Altstadt von Nikosia. Im Norden liegen die Hafenstadt Kyrenia mit ihrer Burg und Famagusta mit seinen gotischen Kirchenruinen. Wer dorthin möchte, sollte Versicherungs- und Mietwagenbedingungen vorher prüfen, denn viele Verträge aus dem Süden gelten jenseits der Pufferzone nicht.

Nikosia und Larnaka

Nikosia ist die letzte geteilte Hauptstadt Europas, und das spürt man auf jedem Spaziergang durch die Altstadt innerhalb der venezianischen Mauern, die als nahezu perfekter Stern um das Zentrum laufen. Das Zypern-Museum zeigt Funde von der Jungsteinzeit bis zur Römerzeit, darunter Hunderte Terrakotta-Figuren aus Agia Irini. In den Gassen um die Laiki Geitonia gibt es Kaffeehäuser, Handwerksläden und Tavernen. Larnaka, wo die meisten Urlauber landen, hat eine Palmenpromenade, die Lazarus-Kirche aus dem 9. Jahrhundert und einen Salzsee, auf dem im Winter Tausende Flamingos überwintern. Am Ufer des Sees steht die Hala-Sultan-Tekke, eine der wichtigsten islamischen Pilgerstätten der Insel.

Limassol, Paphos und die Strände

Limassol ist die lebhafteste Stadt der Insel, mit einem neuen Jachthafen, einer kleinen Burg aus dem Mittelalter und dem langen Hotelstreifen von Germasogeia im Osten. Westlich der Stadt liegen die Ausgrabungen von Kourion mit einem Theater über den Klippen, in dem im Sommer Konzerte stattfinden. Paphos gehört komplett zum UNESCO-Welterbe: Die Mosaiken in den Villen des Dionysos und des Theseus zählen zu den schönsten des Mittelmeerraums, die Königsgräber sind in den Fels gehauen. Ein Stück weiter, bei Peyia, liegen die Coral Bay und die Halbinsel Akamas mit wilden Buchten und der Blauen Lagune. Am Felsen der Aphrodite, Petra tou Romiou, soll die Göttin dem Meer entstiegen sein. Der Osten um Agia Napa, Paralimni und Protaras ist für feinen, hellen Sand und klares Wasser bekannt, Agia Napa zusätzlich für ein lautes Nachtleben im Sommer.

Troodos-Gebirge und Bergdörfer

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Zypern gehört das Troodos-Gebirge, das mit dem Olympos bis auf fast 2.000 Meter ansteigt. Im Winter liegt dort oben manchmal genug Schnee zum Skifahren, im Sommer ist es angenehm kühl. In den Tälern verstecken sich zehn byzantinische Kirchen, die von außen wie Scheunen mit Satteldach wirken, innen aber vollständig mit Fresken ausgemalt sind, darunter Asinou und Agios Nikolaos tis Stegis. Dörfer wie Kakopetria, Omodos und Lefkara mit seinen Klöppelspitzen laden zum Übernachten ein. Das Kloster Kykkos, eines der reichsten der orthodoxen Welt, liegt in dichten Kiefernwäldern. Wer wandern möchte, findet auf dem Artemis-Pfad rund um den Olympos und dem Caledonia-Pfad mit seinem kleinen Wasserfall gut markierte Wege durch Schwarzkiefern und Zedern. Im Herbst ernten die Dörfer Trauben, Äpfel und Mandeln, und mancherorts wird noch Zivania gebrannt.

Essen und Trinken

Meze ist auf Zypern ein Abendprogramm: Bestellt man es, kommen nacheinander 15 bis 25 kleine Gerichte auf den Tisch, von Hummus, Tahini und Taramosalata über gegrillten Halloumi, Lountza und Sheftalia, kleine Würstchen im Fettnetz, bis zu Kleftiko, Lamm, das stundenlang im Lehmofen gegart wird. Halloumi stammt ursprünglich von hier, ebenso Commandaria, ein süßer Dessertwein aus getrockneten Trauben, der als einer der ältesten benannten Weine der Welt gilt. In den Weinregionen rund um Omodos und am Südhang des Troodos werden heute auch einheimische Rebsorten wie Xynisteri und Maratheftiko ausgebaut. Zum Kaffee gibt es oft Loukoumi, das in Geroskipou bei Paphos traditionell hergestellt wird.

Unterwegs und beste Reisezeit für Zypern

Auf Zypern herrscht Linksverkehr, ein Erbe der britischen Kolonialzeit bis 1960, die bis heute auch in zwei britischen Militärgebieten sichtbar ist. Überlandbusse verbinden die Städte, für das Troodos und die Akamas-Halbinsel ist ein Mietwagen aber praktisch unverzichtbar. Die wichtigsten Zypern Reiseziele liegen höchstens zwei Autostunden voneinander entfernt. Die beste Reisezeit für Zypern sind April bis Juni und September bis November. Dann liegen die Temperaturen zwischen 22 und 30 Grad, das Meer ist im Oktober noch etwa 25 Grad warm. Im Juli und August steigt das Thermometer in Nikosia oft über 38 Grad, an der Küste ist es etwas erträglicher. Der Winter ist mild mit 15 bis 19 Grad, die meisten Niederschläge fallen zwischen Dezember und Februar, im Frühjahr blüht dann die ganze Insel.