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Malta

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Malta entdecken: Inseln voller Geschichte

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in Malta führt in den kleinsten Mitgliedstaat der EU, und doch kommt man auf den drei bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino kaum mit dem Besichtigen hinterher. Zwischen Sizilien und Nordafrika gelegen, haben Phönizier, Römer, Araber, Ritter und Briten hier ihre Spuren hinterlassen, in honigfarbenem Kalkstein, der abends die Sonne einfängt. Dazu kommen klares Wasser, Tauchreviere und eine Küche, die italienisch klingt und doch eigen ist.

Die Inseln und ihre Landschaft

Malta ist karg, felsig und dicht besiedelt. Große Sandstrände gibt es kaum, am bekanntesten sind die Golden Bay und die Mellieħa Bay im Nordwesten. Häufiger badet man von Felsplatten aus oder in kleinen Buchten wie St. Peter's Pool bei Marsaxlokk. An der Südküste fallen die Dingli-Klippen über 200 Meter senkrecht ins Meer, unterhalb davon liegt die Blaue Grotte, die man mit kleinen Booten anfährt. Gozo, die zweitgrößte Insel, ist grüner, ländlicher und ruhiger, mit Terrassenfeldern, Salzpfannen bei Xwejni und der Bucht von Ramla mit rötlichem Sand. Comino dazwischen ist fast unbewohnt und für die türkisfarbene Blue Lagoon bekannt, die im Sommer jedoch stark besucht ist und deren Besucherzahl inzwischen begrenzt wird. Unter Wasser gilt das Archipel mit Wracks, Höhlen und Sichtweiten von 30 Metern als eines der besten Tauchgebiete im Mittelmeer.

Valletta und die Städte Maltas

Valletta wurde nach der Großen Belagerung von 1565 von den Johanniterrittern auf einer Halbinsel als Festungsstadt angelegt, schachbrettartig und von Bastionen umgeben. Auf weniger als einem Quadratkilometer drängen sich Paläste, Kirchen und Häuser mit bunten Holzerkern. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Malta gehört die St. John's Co-Cathedral, deren schlichte Fassade einen überbordend vergoldeten Innenraum mit Caravaggios Enthauptung Johannes des Täufers verbirgt. Von den Upper Barrakka Gardens blickt man über den Grand Harbour auf die Drei Städte Birgu, Senglea und Cospicua, die mit Wassertaxis, den traditionellen Dgħajsa-Booten, erreichbar sind.

Im Inselinneren thront Mdina, die alte Hauptstadt, auf einem Hügel. Wegen ihrer autofreien Gassen und verschlossenen Adelspaläste trägt sie den Beinamen „stille Stadt“. Nebenan liegt Rabat mit seinen Katakomben. Sliema und St. Julian's an der Nordküste sind das moderne Gesicht Maltas mit Hotels, Uferpromenade und Ausgehviertel rund um Paceville. Im Süden liegt das Fischerdorf Marsaxlokk mit bunten Luzzu-Booten, auf deren Bug ein Auge gemalt ist, und einem Fischmarkt am Sonntag. Auf Gozo ist Victoria, von den Einheimischen Rabat genannt, mit seiner Zitadelle der Mittelpunkt.

Kultur und Geschichte

Maltas Geschichte reicht weit zurück. Die Tempel von Ġgantija auf Gozo sowie Ħaġar Qim und Mnajdra auf Malta entstanden vor mehr als 5.000 Jahren und gelten als älter als die Pyramiden von Gizeh. Das unterirdische Hypogäum von Ħal Saflieni ist eine in den Fels gehauene Begräbnisstätte, für die man Tickets lange im Voraus buchen muss. Zusammen mit Valletta bilden die Tempel die drei Welterbestätten des Landes. Von 1530 bis 1798 herrschten die Ritter des Johanniterordens, danach kurz Napoleon und schließlich die Briten, bis Malta 1964 unabhängig wurde. Die britische Zeit erkennt man am Linksverkehr, an roten Telefonzellen und daran, dass Englisch neben Maltesisch Amtssprache ist. Das Maltesische selbst ist eine semitische Sprache, geschrieben in lateinischer Schrift und voller italienischer und englischer Lehnwörter.

Von Juni bis September feiert fast jedes Dorf seine Festa zu Ehren des Schutzheiligen, mit Blaskapellen, Prozessionen, geschmückten Kirchen und gewaltigen Feuerwerken. Der Katholizismus prägt den Alltag, auf den Inseln stehen über 350 Kirchen.

Essen und Trinken

Das Nationalgericht ist Stuffat tal-Fenek, in Wein und Knoblauch geschmortes Kaninchen, das man traditionell bei einer Fenkata in großer Runde isst. Pastizzi, mit Ricotta oder Erbsen gefüllte Blätterteigtaschen, gibt es an jeder Ecke für wenig Geld. Ħobż biż-żejt ist ein Brot mit Tomatenpaste, Thunfisch, Kapern und Olivenöl, im Herbst kommt Lampuki, die Goldmakrele, in Pasteten oder gebraten auf den Tisch. Auf Gozo wird kleiner Schafskäse namens Ġbejna hergestellt. Dazu trinkt man das Bier Cisk oder Kinnie, eine herbe Limonade aus Bitterorangen.

Anreise und Unterwegs

Der einzige Flughafen des Landes, Malta International bei Luqa, wird direkt aus vielen deutschen Städten angeflogen, die Flugzeit beträgt etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Von Sizilien aus fährt eine Schnellfähre von Pozzallo nach Valletta. Eine Eisenbahn gibt es nicht mehr, dafür ein dichtes Busnetz, das fast alle Orte erreicht, wenn auch nicht immer pünktlich. Fähren verbinden Ċirkewwa im Norden Maltas mit Mġarr auf Gozo in etwa 25 Minuten, Schnellboote fahren auch direkt ab Valletta. Ein Mietwagen ist praktisch, doch der Linksverkehr und die engen, oft verstopften Straßen erfordern Geduld.

Beste Reisezeit für Malta

Die beste Reisezeit für Malta liegt im Frühjahr und Herbst. Von April bis Juni und im September und Oktober herrschen Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad, das Meer ist ab Juni warm genug zum Baden und erreicht im August rund 26 Grad. Im Juli und August wird es mit über 30 Grad heiß und sehr voll. Der Winter ist mild mit 15 bis 17 Grad tagsüber und eignet sich gut für Besichtigungen, Wanderungen und Sprachreisen, für die Malta bei Schülern und Studenten seit Jahren gefragt ist. Im Februar wird mit Umzügen und Wagen Karneval gefeiert.