Rabat auf Malta: Katakomben vor den Toren Mdinas
Reiseführer · redaktionellRabat liegt auf einem Plateau im Westen Maltas, direkt vor den Mauern der alten Hauptstadt Mdina. Ein Urlaub in Rabat führt in ein Gewirr aus Gassen, Kirchen und unterirdischen Grabanlagen, die zu den bedeutendsten frühchristlichen Zeugnissen im Mittelmeerraum zählen.
Vorstadt einer alten Hauptstadt
In römischer Zeit bildeten Rabat und Mdina zusammen die Stadt Melite. Als die Araber im Mittelalter die Stadt verkleinerten und mit einem Graben trennten, entstand die befestigte Mdina, der Rest wurde zur Vorstadt, auf Arabisch rabat. Bis zur Ankunft der Johanniter 1530 war Mdina Maltas Hauptstadt; heute leben dort nur wenige hundert Menschen, während Rabat ein lebendiger Ort mit Märkten, Bäckereien und Werkstätten ist. Zahlreiche Klöster, darunter die der Dominikaner, Franziskaner und Augustiner, prägen das Ortsbild. Rund um Rabat liegen Felder mit Steinmauern, Weinberge und kleine Weiler wie Baħrija, die Landwirtschaft spielt hier noch eine sichtbare Rolle. Am Wochenende kommen viele Malteser zum Essen hierher, besonders zu den traditionellen Kaninchenrestaurants im nahen Mġarr.
Sehenswürdigkeiten in Rabat und Mdina
Die Grotte des heiligen Paulus unter der gleichnamigen Kirche soll dem Apostel als Unterkunft gedient haben. Ganz in der Nähe liegen die Katakomben von St. Paul und St. Agatha, weitläufige Labyrinthe aus punischen, römischen und frühchristlichen Gräbern. Die Domus Romana zeigt Mosaiken einer römischen Villa. Durch das barocke Stadttor betritt man Mdina, die Stille Stadt, mit der Kathedrale St. Paul, Palästen normannischer und barocker Prägung und Blick von den Bastionen über die Insel. Südlich von Rabat erreicht man die Klippen von Dingli, die höchsten Maltas, und die Buskett Gardens, einen der wenigen Wälder der Insel.
Essen, Anreise und beste Reisezeit
Rabat ist bekannt für seine Pastizzerien, und am Sonntag findet ein Markt statt. In den Restaurants gibt es Kaninchen-Stuffat und Ftira. Busse verbinden Rabat mit Valletta in etwa einer halben Stunde. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, wenn das Klima mild ist; im Sommer bieten die Katakomben angenehm kühle Pausen.