Kroatien entdecken: Adria, Inseln und Altstädte
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Kroatien bedeutet für die meisten Adria: mehr als tausend Inseln, Kiesbuchten mit klarem Wasser und Altstädte aus römischer und venezianischer Zeit. Doch auch das Hinterland mit den Plitvicer Seen, den Hügeln Istriens und der Hauptstadt Zagreb lohnt einen Abstecher.
Istrien und die Kvarner-Bucht
Istrien, die herzförmige Halbinsel im Norden, ist der Teil Kroatiens, der Italien am nächsten ist, und das merkt man an Ortsnamen, Küche und Sprache. Rovinj zieht sich mit bunten Häusern einen Hügel hinauf, oben steht die Kirche der heiligen Euphemia. In Poreč ist die Euphrasius-Basilika mit ihren byzantinischen Goldmosaiken aus dem 6. Jahrhundert UNESCO-Welterbe. Pula hat eines der am besten erhaltenen römischen Amphitheater, in dem im Sommer Konzerte und Filmfestspiele stattfinden. Im Landesinneren liegen Bergdörfer wie Motovun und Grožnjan, umgeben von Weinbergen und Eichenwäldern, in denen im Herbst weiße Trüffel gesucht werden. Weiter östlich öffnet sich die Kvarner-Bucht mit der Hafenstadt Rijeka, dem alten Kurort Opatija und den Inseln Krk, Cres und Lošinj.
Dalmatien: Zadar, Split, Makarska
Zadar ist eine Stadt auf einer Halbinsel mit römischem Forum und der runden Kirche des heiligen Donatus. An der Uferpromenade spielt die Meeresorgel: Wellen drücken Luft durch Röhren unter den Stufen und erzeugen Töne. Daneben leuchtet nach Sonnenuntergang die Lichtinstallation „Gruß an die Sonne“. Split ist um den Palast gebaut, den der römische Kaiser Diokletian um 300 n. Chr. als Alterssitz errichten ließ. In seinen Mauern stehen heute Wohnhäuser, Bars und Läden, der Peristyl dient als Platz, und die Kathedrale war ursprünglich das Mausoleum des Kaisers. Südlich von Split erstreckt sich die Makarska-Riviera mit langen Kiesstränden unter dem Biokovo-Gebirge, das steil auf über 1.700 Meter ansteigt; auf einer Panoramastraße kommt man bis zu einem gläsernen Aussichtssteg hoch über dem Meer.
Dubrovnik und die Inseln
Dubrovnik, die alte Republik Ragusa, war jahrhundertelang ein unabhängiger Stadtstaat mit eigener Flotte und Diplomatie. Ein knapp zwei Kilometer langer Mauerring umschließt die Altstadt, die man auf der Mauer komplett umrunden kann. Auf dem Stradun, der glänzend polierten Hauptstraße aus Kalkstein, ist es tagsüber oft voll; frühmorgens und abends gehört die Stadt eher den Bewohnern. Im Krieg 1991 und 1992 wurde Dubrovnik belagert und beschossen, die Schäden sind beseitigt, und eine Ausstellung im Fort auf dem Hausberg Srđ erinnert daran. Die Inseln gehören zu den schönsten Kroatien Reisezielen: Hvar mit Lavendelfeldern, Nachtleben und der antiken Ebene von Stari Grad, Brač mit dem Strand Zlatni Rat, der je nach Wind seine Form ändert, Korčula mit der Altstadt, die wie eine Fischgräte angelegt ist, und das grüne Mljet mit seinem Nationalpark. Vis, lange militärisches Sperrgebiet, ist bis heute ruhiger als die übrigen Inseln.
Sehenswürdigkeiten in Kroatien im Landesinneren
Der Nationalpark Plitvicer Seen ist das bekannteste Naturziel des Landes: 16 terrassenförmig angeordnete Seen, verbunden durch Wasserfälle, über die Holzstege führen. Hier wurden Teile der Winnetou-Filme gedreht. Im Krka-Nationalpark bei Šibenik stürzt der Fluss über Kalksinterstufen. Zagreb, die Hauptstadt, hat eine Oberstadt mit der Markuskirche, deren Ziegeldach die Wappen Kroatiens und Zagrebs zeigt, und eine Unterstadt aus der k.u.k.-Zeit mit Parks und Museen. Der Dolac-Markt unter roten Schirmen ist der Bauch der Stadt, und das Museum der zerbrochenen Beziehungen sammelt Gegenstände, die von getrennten Paaren übrig blieben. Im Osten, in Slawonien, ist Vukovar ein Ort der Erinnerung an den Krieg der 1990er-Jahre, der hier besonders schwere Folgen hatte.
Essen und Trinken an der Adria
An der Küste dominiert der Fisch: gegrillte Dorade oder Wolfsbarsch mit Mangold und Kartoffeln, Schwarzes Risotto mit Tintenfischtinte, Muscheln in Weißwein. In Ston auf der Halbinsel Pelješac werden Austern gezüchtet. Pašticada, in Wein und Pflaumen geschmortes Rindfleisch mit Gnocchi, ist das Festessen Dalmatiens. Bei der Peka garen Lamm, Kalb oder Oktopus mit Gemüse unter einer Glocke aus Eisen, die mit Glut bedeckt wird; man muss sie in der Konoba meist vorbestellen. Auf der Insel Pag gibt es einen würzigen Schafskäse, in Istrien Pršut, luftgetrockneten Schinken, und Pasta mit Trüffeln. Im Weinregal stehen Malvazija aus Istrien, Pošip von Korčula und der kräftige Rote Plavac Mali.
Anreise und Unterwegs in Kroatien
Kroatien ist seit 2023 im Schengen-Raum und zahlt mit dem Euro. Die wichtigsten Flughäfen sind Zagreb (ZAG), Split (SPU), Dubrovnik (DBV), Zadar (ZAD), Pula (PUY) und Rijeka (RJK), im Sommer mit vielen Direktflügen aus Deutschland. Mit dem Auto fahren viele über Slowenien; die Autobahn A1 von Zagreb nach Split und weiter Richtung Dubrovnik ist mautpflichtig. Seit 2022 verbindet die Pelješac-Brücke den Süden Dalmatiens mit dem Rest des Landes, sodass man nicht mehr durch den bosnischen Küstenort Neum fahren muss. Zu den Inseln fahren Autofähren und Katamarane der Jadrolinija und privater Reedereien, im Sommer sollte man Autofähren früh buchen. Die Bahn spielt an der Küste kaum eine Rolle, Busse sind dagegen gut ausgebaut.
Beste Reisezeit für Kroatien
Die beste Reisezeit für Kroatien liegt zwischen Mai und Oktober. Im Juli und August steigen die Temperaturen an der Küste auf 30 Grad und mehr, das Meer erreicht 24 bis 26 Grad, die Preise und der Andrang sind dann am höchsten. Juni und September sind für viele die idealen Monate: Das Wasser ist warm, die Strände sind leerer. Mai und Oktober eignen sich für Städte, Wanderungen und die Plitvicer Seen. Im Winter ist es an der Küste mild, aber viele Unterkünfte schließen; Zagreb lockt in der Adventszeit mit einem der bekanntesten Weihnachtsmärkte Europas.













