Toronto entdecken: CN Tower, Viertel und Seeufer
Reiseführer · redaktionellMehr als die Hälfte der Einwohner wurde außerhalb Kanadas geboren, in den Straßen hört man Hunderte Sprachen: Toronto ist eine der vielfältigsten Städte der Welt. Eine Städtereise nach Toronto führt vom CN Tower über Märkte und Galerien bis zu den Inseln im Ontariosee.
Von York zur Metropole
Lange bevor Europäer kamen, war das Gebiet ein Treffpunkt indigener Völker; der Name Toronto geht auf ein Wort der Mohawk zurück, das sinngemäß „Ort, wo Bäume im Wasser stehen“ bedeutet. 1793 gründeten die Briten hier die Siedlung York, 1834 wurde sie als Toronto zur Stadt erhoben. Lange stand sie im Schatten von Montreal, doch ab den 1970er-Jahren zogen Banken und Unternehmen hierher, und Toronto wurde zum Finanzzentrum des Landes. Einwanderung aus Italien, Portugal, der Karibik, China, Indien und vielen anderen Ländern prägt die Stadt bis heute. 1998 wurden die umliegenden Gemeinden wie Scarborough, North York und Etobicoke eingemeindet.
Sehenswürdigkeiten in Toronto
Der CN Tower ist mit rund 553 Metern das Wahrzeichen der Stadt. Von der Aussichtsplattform mit Glasboden reicht der Blick bei klarem Wetter bis zu den Niagarafällen; Mutige gehen beim EdgeWalk angeseilt außen um den Turm. Zu Füßen liegen das Ripley’s Aquarium und das Stadion der Blue Jays. Im Stadtzentrum stehen das alte und das neue Rathaus – letzteres mit zwei geschwungenen Türmen am Nathan Phillips Square, wo im Winter Schlittschuh gelaufen wird. Das Casa Loma, ein Schloss im neugotischen Stil mit Türmen und Geheimgängen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Finanzier erbaut. Im Financial District und im Yonge-Bay-Korridor ragen Glastürme auf, darunter verbindet das unterirdische PATH-Netz Geschäfte und Bürohäuser über viele Kilometer.
Viertel zwischen Kensington und Distillery
Toronto erschließt sich am besten über seine Viertel. Kensington Market und das angrenzende Chinatown sind ein Gewirr aus Vintage-Läden, Gewürzhändlern und Imbissen. In der Annex rund um die University of Toronto wohnen Studierende in viktorianischen Häusern, in Trinity-Bellwoods treffen sich am Wochenende junge Leute im Park, und die Queen Street West ist voller Galerien und Boutiquen. Im Osten liegt der Distillery District, eine ehemalige Whiskybrennerei aus viktorianischen Backsteinbauten, heute Fußgängerzone mit Cafés und Weihnachtsmarkt. Rund um den St. Lawrence Market und die East Bayfront verbinden sich Geschichte und neue Wohnviertel am Wasser. Little Italy, Greektown an der Danforth Avenue und Little Portugal zeigen die Vielfalt der Einwanderergemeinschaften.
Museen und Kultur
Das Royal Ontario Museum mit seinem Kristallanbau von Daniel Libeskind zeigt Dinosaurier, Weltkulturen und Naturgeschichte. In der Art Gallery of Ontario, von Frank Gehry umgestaltet, hängen Werke der Group of Seven, Kanadas berühmtester Malergruppe. Das Bata Shoe Museum widmet sich Schuhen aus aller Welt, das Aga Khan Museum islamischer Kunst. Jeden September verwandelt das Toronto International Film Festival die Stadt in eine Bühne für Filmstars. Sport ist allgegenwärtig: Eishockey mit den Maple Leafs, Basketball mit den Raptors und Baseball mit den Blue Jays.
Essen und Ausgehen in Toronto
Die Restaurants in Toronto spiegeln die Welt: Dim Sum in Chinatown, Roti aus der Karibik, Pho in Vietnamesenvierteln, Tandoori in Little India an der Gerrard Street. Eine lokale Spezialität ist das Peameal Bacon Sandwich mit in Maismehl gewälztem Rückenspeck, am besten im St. Lawrence Market, einer Markthalle von 1803. Abends ziehen Bars und Clubs entlang der King Street West, im Entertainment District und auf der Ossington Avenue ein junges Publikum an. In Kensington und Little Italy gibt es kleine Livemusik-Bühnen.
Unterwegs, beste Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Toronto Pearson liegt rund 25 Kilometer nordwestlich; der UP Express bringt Reisende in etwa 25 Minuten zur Union Station. Der kleine Stadtflughafen Billy Bishop auf den Toronto Islands wird für Flüge nach Montreal, Ottawa und in die USA genutzt. In der Stadt fahren U-Bahn, Busse und die markanten roten Straßenbahnen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober, wenn Festivals und Terrassen locken; der Herbst färbt die Ravines, die bewaldeten Schluchten der Stadt, leuchtend rot. Der Winter ist kalt mit Schnee. Mit der Fähre erreicht man die Toronto Islands mit Stränden und Skyline-Blick, und die Niagarafälle sind rund 90 Minuten entfernt.













