Alberta: Rocky Mountains, Prärie und Cowboys
Reiseführer · redaktionellTürkisfarbene Gletscherseen, endlose Weizenfelder, Dinosaurierknochen in den Badlands und die größte Rodeoshow der Welt: Alberta ist Kanadas Wilder Westen. Ein Urlaub in Alberta führt in die Nationalparks Banff und Jasper, über den Icefields Parkway und zur Calgary Stampede.
Landschaft und Lage
Alberta liegt zwischen Britisch-Kolumbien und Saskatchewan und grenzt im Süden an den US-Staat Montana. Im Westen ragen die Rocky Mountains auf, mit vergletscherten Gipfeln, Seen und Wäldern. Nach Osten gehen sie in Vorberge, die Foothills, und schließlich in die flache Prärie über, wo Weizen, Raps und Rinderherden das Bild prägen. Im Südosten haben Flüsse Badlands in den Boden geschnitten, im Norden erstrecken sich boreale Wälder, Moore und die Ölsande um Fort McMurray. Der Chinook, ein warmer Föhnwind, kann im Winter die Temperatur in Stunden um 20 Grad steigen lassen.
Calgary und Edmonton
Calgary ist die größte Stadt der Provinz und Zentrum der Ölindustrie. Jeden Juli verwandelt sich die Stadt bei der Calgary Stampede zehn Tage lang in ein Cowboyfest mit Rodeos, Planwagenrennen und Paraden, bei dem selbst Banker Stetson tragen. Der Calgary Tower, das Studio Bell als Nationales Musikzentrum und die Olympiaanlagen von 1988 sind weitere Ziele. Neue Wohnviertel und Wohnparks wie Artists View Park West am westlichen Stadtrand zeigen, wie rasant die Stadt zu den Bergen hin wächst. Edmonton, die Hauptstadt, liegt am North Saskatchewan River mit einem der größten städtischen Parkgürtel Nordamerikas. Die West Edmonton Mall war lange das größte Einkaufszentrum der Welt, mit Wellenbad und Achterbahn. Im Sommer finden ein großes Fringe-Theaterfestival und Folk-Festivals statt. Östlich liegt Sherwood Park, ein großer Vorort, nahe dem Elk-Island-Nationalpark mit Bisons.
Sehenswürdigkeiten in Alberta: die Rockies
Der Banff-Nationalpark wurde 1885 als erster Nationalpark Kanadas gegründet und gehört mit den angrenzenden Parks zum Welterbe der Kanadischen Rocky Mountains. Der Ort Banff hat heiße Quellen, eine Gondel auf den Sulphur Mountain und das Fairmont Banff Springs Hotel, das wie ein schottisches Schloss aussieht. Lake Louise und Moraine Lake leuchten in Türkis, für Moraine Lake gibt es inzwischen nur noch Shuttlebusse. Der Icefields Parkway führt rund 230 Kilometer nach Jasper, vorbei am Columbia Icefield, wo man den Athabasca-Gletscher betreten kann. Jasper ist ruhiger und Dark-Sky-Reservat; ein Waldbrand 2024 zerstörte Teile des Ortes, der wieder aufgebaut wird. Im Süden liegt der Waterton-Lakes-Nationalpark, der mit dem Glacier-Nationalpark in Montana einen Friedenspark bildet.
Prärie, Badlands und Norden
Bei Drumheller erzählt das Royal Tyrrell Museum von Dinosauriern, die in den Badlands gefunden wurden; im Dinosaur Provincial Park, Welterbe, liegen besonders viele Fossilien. Head-Smashed-In Buffalo Jump, ebenfalls Welterbe, zeigt, wie die Blackfoot Bisonherden über Klippen trieben. Red Deer liegt auf halbem Weg zwischen Calgary und Edmonton. Grande Prairie im Nordwesten ist Zentrum eines Landwirtschafts- und Energiegebiets und Tor zum Alaska Highway. Fort McMurray lebt von den Ölsanden, Wood Buffalo, Kanadas größter Nationalpark, liegt teils in Alberta. Kananaskis Country zwischen Calgary und Banff ist weniger bekannt, aber bei Einheimischen beliebt für Wanderungen und Skifahren.
Essen und Trinken
Alberta-Rindfleisch hat einen hervorragenden Ruf, Steakhäuser gehören zu jeder Stadt. Zu den Spezialitäten zählen Bison, Ginger Beef, eine kanadisch-chinesische Erfindung aus Calgary, und der Caesar, ein Cocktail aus Wodka, Clamato und Gewürzen, der in Calgary erfunden wurde. Im Sommer gibt es auf Farmmärkten Saskatoon-Beeren und Honig. Craft-Brauereien sind in Calgary und Edmonton zahlreich.
Anreise und beste Reisezeit
Calgary und Edmonton haben internationale Flughäfen, Calgary mit Direktflügen aus Europa. Von Calgary nach Banff sind es rund 90 Minuten mit dem Auto, Busse und Shuttles fahren regelmäßig. Für Nationalparks braucht man einen Parkpass. Die beste Reisezeit für Alberta ist von Juni bis September, wenn die Seen eisfrei und die Pässe offen sind. Die Lärchen färben sich Mitte September golden. Der Winter ist kalt, aber Banff, Lake Louise und Jasper bieten exzellenten Skisport und Eiswanderungen in Canyons.










