Calgary entdecken: Stampede, Skyline und Rocky Mountains
Reiseführer · redaktionellCowboyhüte im Juli, Glastürme der Ölkonzerne und am Horizont die Gipfel der Rocky Mountains: Calgary ist Kanadas Tor zu den Bergen. Eine Reise nach Calgary verbindet Westernkultur, gute Restaurants und Ausflüge nach Banff und Lake Louise.
Vom Fort zur Ölmetropole
Am Zusammenfluss von Bow und Elbow lebten über Jahrtausende Völker der Blackfoot-Konföderation, Stoney Nakoda und Tsuut’ina. 1875 errichtete die North-West Mounted Police hier ein Fort, das nach einem schottischen Ort Calgary genannt wurde. Mit der Canadian Pacific Railway kamen Siedler und Viehzüchter, Calgary wurde zur Ranching-Stadt. Die Ölfunde im 20. Jahrhundert, besonders ab den 1940er-Jahren, machten Calgary zum Hauptsitz der kanadischen Energieindustrie. 1988 richtete die Stadt die Olympischen Winterspiele aus, deren Anlagen bis heute genutzt werden.
Sehenswürdigkeiten in Calgary
Im Downtown Commercial Core ragen Bürotürme auf, darunter das Bow-Gebäude von Norman Foster. Der Calgary Tower, gebaut 1968, bietet von der Aussichtsplattform mit Glasboden einen Blick bis zu den Rockies. Die Fußgängerzone Stephen Avenue mit Sandsteinbauten aus der Gründerzeit ist voller Restaurants und Läden. Über den Bow River spannt sich die rote Peace Bridge von Santiago Calatrava. Auf der Insel Prince’s Island Park finden im Sommer Festivals statt. Das Glenbow Museum zeigt Kunst und Geschichte des Westens, im Heritage Park Historical Village sind Siedlerhäuser, ein Dampfzug und ein Raddampfer zu erleben. Das Studio Bell, Heimat des National Music Centre, widmet sich der kanadischen Musikgeschichte in einem markanten Neubau.
Viertel: Beltline, Kensington und Inglewood
Südlich von Downtown liegt die Beltline mit der 17th Avenue, Calgarys Ausgehmeile mit Bars, Cafés und Restaurants. Am Nordufer des Bow River sind Hillhurst und Kensington mit kleinen Läden, Buchhandlungen und Brunch-Cafés beliebt, Crescent Heights bietet von seinen Klippen einen schönen Blick auf die Skyline. Inglewood, das älteste Viertel der Stadt, hat Antiquitätenläden, Brauereien und Livemusik-Bühnen. Im Osten, in Vierteln wie Forest Lawn und Sunridge, zeigt sich die multikulturelle Seite Calgarys mit südasiatischen, vietnamesischen und afrikanischen Läden und Restaurants.
Calgary Stampede
Zehn Tage im Juli wird die ganze Stadt zum Wildwestfest: Die Calgary Stampede, gegründet 1912, gilt als „Greatest Outdoor Show on Earth“. Es gibt Rodeo-Wettbewerbe, Chuckwagon-Rennen mit Planwagen, eine große Parade, Konzerte und Jahrmarkt. Unternehmen laden zu Pancake-Frühstücken ein, und fast jeder trägt Jeans, Stiefel und Cowboyhut. Auch indigene Völker präsentieren im Elbow River Camp ihre Tipis und Traditionen. Unterkünfte sind in dieser Zeit früh ausgebucht und teurer, die Stimmung entschädigt dafür. Außerhalb der Stampede-Tage bietet der Stampede Park Konzerte und Messen, und im Winter tragen die Calgary Flames im Saddledome ihre Eishockeyspiele aus. Der Canada Olympic Park im Westen, eine Erbschaft der Spiele von 1988, ist heute Freizeitgelände mit Skisprungschanzen, Bobbahn, Mountainbike-Trails und im Winter einer kleinen Skipiste.
Essen und Ausgehen
Alberta ist Rindfleischland: Ein Steak aus Alberta Beef gehört zu jedem Besuch. Eine lokale Erfindung ist der Cocktail Caesar, ein Mix aus Wodka, Tomaten-Muschelsaft und Gewürzen, der 1969 in einem Calgary-Hotel erfunden wurde. Ginger Beef, frittiertes Rindfleisch in süß-scharfer Soße, ist eine Spezialität der chinesisch-kanadischen Küche Calgarys. Die Restaurants in Calgary reichen vom Steakhouse bis zu modernen Bistros, die Brauereiszene in Inglewood und Manchester wächst stetig.
Anreise, beste Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Calgary International liegt nordöstlich des Zentrums und ist ein Drehkreuz von WestJet. In der Stadt verbindet die Stadtbahn CTrain Downtown mit den Vororten, im Zentrum ist sie kostenlos. Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September; im Winter wird es sehr kalt, doch warme Chinook-Winde lassen die Temperaturen manchmal innerhalb von Stunden stark steigen. Der Banff-Nationalpark mit Lake Louise und Moraine Lake liegt rund 90 Minuten westlich, im Osten führen Ausflüge zu den Dinosaurierfunden von Drumheller und dem Royal Tyrrell Museum, einem der bedeutendsten Paläontologie-Museen der Welt.









