Maebashi entdecken: Seide, Poesie und der Berg Akagi
Reiseführer · redaktionellIm Winter fegt der trockene „Karakkaze“ von den Bergen über die Ebene, und ein altes Sprichwort sagt, in Gunma seien nur zwei Dinge stark: der Wind und die Frauen. Maebashi, die Hauptstadt der Präfektur, nennt sich selbst Stadt des Wassers, des Grüns und der Poesie – eine Reise nach Maebashi führt zu Seidengeschichte, Rosengärten und dem Vulkan Akagi.
Aufstieg durch die Seide
Im 19. Jahrhundert wurde Maebashi zu einem Zentrum des Rohseidenhandels; Seide aus Gunma wurde nach der Öffnung Japans in großen Mengen über Yokohama exportiert. Damals ließ die Stadt eine der ersten mechanisierten Haspelfabriken des Landes errichten. Der Reichtum jener Zeit ist im Rinkōkaku zu sehen, einem Gästehaus im japanischen Stil, das zur Bewirtung hoher Gäste gebaut wurde. Wer die Seidengeschichte vertiefen möchte, fährt zur Seidenspinnerei Tomioka, seit 2014 UNESCO-Welterbe, etwa eine Stunde entfernt. Seit 1881 ist Maebashi Sitz der Präfekturverwaltung, eine Rolle, um die es lange mit dem Nachbarn Takasaki konkurrierte; die Rivalität der beiden Städte ist bis heute Gesprächsstoff. Takasaki hat den Shinkansen-Bahnhof, Maebashi die Behörden und die Literatur.
Sehenswürdigkeiten in Maebashi
Durch das Zentrum fließt der Hirose-Fluss, begleitet von Weiden, Kirschen und einer Uferpromenade. Hier steht das Literaturmuseum, das dem Dichter Hagiwara Sakutarō gewidmet ist, dem Begründer der modernen japanischen Lyrik in Umgangssprache. Im Shikishima-Park blüht im Mai und Oktober ein großer Rosengarten. Einen weiten Blick über die Kantō-Ebene bietet die kostenlose Aussichtsetage im obersten Stockwerk des Präfekturamts, eines der höchsten Gebäude in der Region; an klaren Tagen sieht man den Akagi, den Haruna und bisweilen den Fuji. Die Innenstadt erlebt seit einigen Jahren eine Wiederbelebung, sichtbar etwa am Shiroiya Hotel, einem umgebauten alten Gasthof mit begrüntem Hügel, der von Sou Fujimoto gestaltet wurde.
Essen in Maebashi
Gunma ist ein Weizenland, entsprechend spielen Nudeln eine große Rolle. Okirikomi ist ein Eintopf mit breiten, flachen Nudeln und Wintergemüse, ideal gegen den kalten Wind. Yaki-Manjū, gegrillte Hefebrötchen mit süßer Misoglasur am Spieß, gibt es an Ständen und bei Festen. Dazu kommen Konjak aus der Präfektur und Schweinefleisch aus regionaler Zucht, das in vielen Restaurants als Tonkatsu auf den Tisch kommt.
Ausflüge zum Akagi
Der Akagi ist einer der drei großen Berge Gunmas und von der Stadt aus allgegenwärtig. Am Kratersee Ōnuma steht der Akagi-Schrein auf einer kleinen Halbinsel mit roter Brücke; im Sommer wandert man durch Azaleenfelder, im Winter wird auf dem zugefrorenen See Eisfischen betrieben. Auch die Onsen-Orte Ikaho und Kusatsu sind von Maebashi aus gut zu erreichen.
Anreise und beste Reisezeit
Shinkansen-Reisende steigen in Takasaki in die Ryōmō-Linie um und erreichen Maebashi nach etwa 15 Minuten. Die Jōmō-Bahn verbindet den Ort Chūō-Maebashi mit Kiryū. Für den Akagi fahren Busse, ein Auto ist aber praktischer. Frühling mit Kirschen und Rosen sowie der Herbst mit Laubfärbung am Akagi sind die besten Reisezeiten.
