Peking: Kaiserstadt, Hutongs und die Große Mauer
Reiseführer · redaktionellSeit über 700 Jahren wird China fast ununterbrochen von Peking aus regiert, und kaum eine Hauptstadt hat so viele Welterbestätten auf engem Raum. Eine Peking Reise verbindet Kaiserpaläste und Tempel mit Hutong-Gassen, Kunstvierteln und Abschnitten der Großen Mauer in den Bergen. Gleichzeitig ist Beijing, wie die Stadt offiziell heißt, eine moderne Metropole mit über 20 Millionen Einwohnern.
Lage zwischen Ebene und Bergen
Peking liegt am Nordrand der Nordchinesischen Ebene, im Norden und Westen von den Ausläufern des Yanshan- und Taihang-Gebirges umschlossen. Das Stadtgebiet reicht weit über die Ringstraßen hinaus bis in bewaldete Bergbezirke wie Huairou, Yanqing und Miyun, wo Stauseen und Dörfer liegen. Das Klima ist kontinental: heiße, gewittrige Sommer, kurze goldene Herbste und trockene, frostige Winter mit klarem Himmel. Im Frühjahr können Sandstürme aus der Gobi die Luft gelb färben.
Sehenswürdigkeiten in Peking
Das Herz bildet die Verbotene Stadt, der Kaiserpalast der Ming- und Qing-Dynastien mit fast tausend Gebäuden hinter roten Mauern. Südlich davon öffnet sich der Tian'anmen-Platz, nördlich der Jingshan-Park, von dessen Hügel man über die goldenen Dächer blickt. Der Himmelstempel mit seiner runden Halle der Ernteopfer zeigt die kosmologische Architektur des alten China; morgens treffen sich im Park Tai-Chi-Gruppen, Sänger und Kartenspieler. Im Nordwesten liegt der Sommerpalast am Kunming-See mit dem überdachten Langen Korridor, ganz in der Nähe die Ruinen des Alten Sommerpalasts. Der Lamatempel Yonghe Gong, der Konfuziustempel und der Glocken- und Trommelturm runden das klassische Programm ab.
Die Große Mauer und das Umland
Zu den wichtigsten Peking Reisezielen gehört die Große Mauer, die sich über die Bergrücken nördlich der Stadt zieht. Badaling ist am leichtesten erreichbar, aber stark besucht; Mutianyu ist restauriert, bewaldet und hat eine Seilbahn sowie eine Rodelbahn ins Tal. Wer das Ursprüngliche sucht, wandert bei Jiankou oder Simatai, wo Wachtürme verfallen und die Mauer steil über Grate läuft. Die Ming-Gräber bei Changping mit dem Heiligen Weg und seinen Steinfiguren lassen sich gut kombinieren. Wer übernachten möchte, findet in den Dörfern unterhalb von Mutianyu und Jiankou einfache Gästehäuser, von denen man frühmorgens zu den Wachtürmen aufsteigt, bevor die Tagesbesucher kommen.
Hutongs, Kunst und Alltag
Die Hutongs, schmale Gassen mit Hofhäusern, erzählen vom Alltag der alten Stadt. Rund um die Seen Houhai und Shichahai und in der Nanluoguxiang lässt sich mit dem Fahrrad oder zu Fuß stöbern, auch wenn viele Viertel inzwischen saniert sind. Ganz anders wirkt der 798 Art District, ein ehemaliges Fabrikgelände im Bauhausstil, heute Galerien und Cafés. Olympiapark mit Vogelnest und Wasserwürfel erinnert an die Spiele von 2008 und die Winterspiele 2022. Abends führen Akrobatik-Shows und Peking-Oper in die darstellende Tradition ein. Wer Zeit hat, mietet ein Leihrad und fährt vom Glockenturm durch die Gassen bis zum Beihai-Park, wo eine weiße Dagoba auf einer Insel steht und im Winter Schlittschuhläufer über das Eis gleiten. Auf dem Panjiayuan-Markt wird am Wochenende mit Antiquitäten, Jade und Mao-Devotionalien gehandelt.
Essen und Trinken
Pekingente ist das berühmteste Gericht: Die knusprige Haut wird am Tisch geschnitten und mit Frühlingszwiebeln, Gurke und süßer Bohnenpaste in dünne Pfannkuchen gewickelt. Ebenso typisch sind Zhajiangmian, Weizennudeln mit fermentierter Sojapaste, Jiaozi-Teigtaschen und der mongolisch inspirierte Feuertopf mit Hammelfleisch, besonders im Winter. Auf den Straßen gibt es morgens Jianbing, herzhafte Crêpes mit Ei, und im Winter kandierte Weißdornfrüchte am Spieß.
Anreise und beste Reisezeit
Peking hat zwei große Flughäfen: Capital im Nordosten und den neuen Großflughafen Daxing im Süden, beide per Schnellbahn angebunden. Hochgeschwindigkeitszüge erreichen Shanghai in rund viereinhalb Stunden, Xi'an in etwa viereinhalb bis fünf Stunden. Innerhalb der Stadt ist die U-Bahn das schnellste Verkehrsmittel. Für viele Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt muss man vorab online mit Pass reservieren. Die beste Reisezeit ist der Herbst von September bis Mitte Oktober, wenn der Himmel klar und das Laub in den Westbergen bunt ist; auch April und Mai sind angenehm. Die Feiertagswochen um den 1. Mai und den 1. Oktober sollte man wegen der großen Inlandsreisewellen meiden.




