Peking entdecken: Verbotene Stadt, Hutongs und Peking-Ente
Reiseführer · redaktionellRote Palastmauern, goldene Dächer und dahinter Gassen, in denen Rentner Vogelkäfige spazieren tragen: Peking ist seit über 700 Jahren Hauptstadt Chinas und Schauplatz seiner Geschichte. Eine Städtereise nach Peking führt zur Verbotenen Stadt, zur Großen Mauer und in die Hutongs.
Hauptstadt der Kaiser
Kublai Khan ließ an dieser Stelle im 13. Jahrhundert die Hauptstadt Dadu errichten. Die Ming-Kaiser bauten die Stadt ab 1420 neu, mit dem Kaiserpalast im Zentrum, einer Nord-Süd-Achse und mächtigen Mauern. Die Qing-Dynastie herrschte hier bis 1911. 1949 rief Mao Zedong auf dem Tor des Himmlischen Friedens die Volksrepublik aus. Die Olympischen Spiele 2008 und die Winterspiele 2022 haben die Stadt stark verändert, mit neuen Stadien, Metro-Linien und Hochhausvierteln wie dem Central Business District.
Sehenswürdigkeiten in Peking
Herz der Stadt ist der riesige Platz des Himmlischen Friedens mit dem Mausoleum Maos und dem Nationalmuseum. Nördlich davon liegt die Verbotene Stadt, der größte erhaltene Palastkomplex der Welt, heute Palastmuseum mit Hallen, Höfen und Schätzen der Kaiser; Tickets sollte man vorab online reservieren. Vom Jingshan-Park dahinter blickt man über die goldenen Dächer. Im Süden liegt der Himmelstempel, wo die Kaiser für gute Ernten beteten; morgens üben hier Hunderte Menschen Tai-Chi, singen und spielen Karten. Der Sommerpalast im Nordwesten mit dem Kunming-See und dem Langen Wandelgang ist ein weitläufiger Landschaftsgarten. Der Lama-Tempel, ein tibetisch-buddhistisches Kloster mit einer 18 Meter hohen Buddha-Statue aus Sandelholz, ist einer der lebendigsten Tempel der Stadt.
Hutongs und Viertel
Die Hutongs, schmale Gassen mit Hofhäusern, sind das alte Peking. Rund um die Seen von Shichahai mit Trommel- und Glockenturm kann man per Fahrrad oder Rikscha durch die Gassen fahren, in der Nanluoguxiang reihen sich Cafés und Läden. Die Gegend um Donghuamen nahe der Verbotenen Stadt verbindet Tradition und Einkaufsstraßen wie Wangfujing. Im Osten liegt Sanlitun, das Viertel der Botschaften, Bars und Designerläden. Jianwai und der Central Business District im Bezirk Chaoyang zeigen das moderne Peking mit Wolkenkratzern wie dem CCTV-Gebäude. Im Kunstviertel 798, ehemaligen Fabrikhallen im Nordosten, haben sich Galerien und Ateliers angesiedelt.
Die Große Mauer
Ein Besuch Pekings ohne die Große Mauer ist kaum vorstellbar. Am bekanntesten ist der restaurierte Abschnitt Badaling, der oft überlaufen ist. Ruhiger und landschaftlich schöner sind Mutianyu mit Seilbahn und Rodelbahn sowie Jinshanling und Simatai, wo die Mauer über steile Grate führt. Die Ming-Gräber auf dem Weg dorthin lassen sich gut kombinieren. Am besten startet man früh am Morgen, um den Reisegruppen zuvorzukommen; an Wochenenden und an den Feiertagswochen im Mai und Oktober ist der Andrang besonders groß. Wer abenteuerlustig ist, wandert auf unrestaurierten Abschnitten wie Jiankou, sollte dafür aber Erfahrung, festes Schuhwerk und einen ortskundigen Führer mitbringen.
Essen in Peking
Das berühmteste Gericht ist die Peking-Ente: Die knusprige Haut wird am Tisch geschnitten und mit Pfannkuchen, Frühlingszwiebeln und süßer Bohnensoße gegessen. Ebenso typisch sind Zhajiangmian, Nudeln mit Sojabohnenpaste, Jiaozi, Teigtaschen, und im Winter der mongolische Feuertopf mit Hammelfleisch. Zum Frühstück gibt es Jianbing, herzhafte Crêpes vom Straßenstand. Abends lohnt ein Bummel durch die Guijie, die „Geisterstraße“ im Bezirk Dongcheng, wo Hunderte Restaurants bis spät in die Nacht Flusskrebse und Feuertöpfe servieren. Die Restaurants in Peking bieten zudem die Küchen aller Provinzen, von scharfem Sichuan bis zum muslimischen Essen der Uiguren.
Unterwegs und beste Reisezeit
Peking hat zwei große Flughäfen: Capital im Nordosten und den neuen Daxing im Süden, beide per Schnellbahn mit dem Zentrum verbunden. Die Metro ist das beste Verkehrsmittel, Fahrräder per App sind praktisch für die Hutongs. Hochgeschwindigkeitszüge fahren in rund viereinhalb Stunden nach Shanghai. Bezahlt wird meist per App; Deutsche können derzeit für Kurzaufenthalte visumfrei einreisen, die aktuellen Regeln sollte man prüfen. Die beste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst, besonders im Oktober mit klarem Himmel. Der Sommer ist heiß, der Winter trocken und eisig.













