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Huế

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Land
Vietnam
Städte
4
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Hue: Kaiserstadt am Fluss der Wohlgerüche

Reiseführer · redaktionell

Hue war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt der Nguyễn-Kaiser, der letzten Dynastie Vietnams, und hat sich davon eine gewisse Würde bewahrt. Ein Urlaub in Hue führt in eine ummauerte Zitadelle, zu Kaisergräbern in Pinienhügeln und an einen Fluss, über den abends Drachenboote mit Musik gleiten.

Zwischen Bergen und Lagunen

Seit Anfang 2025 ist Hue eine regierungsunmittelbare Stadt und umfasst die gesamte frühere Provinz Thừa Thiên Huế. Das Gebiet reicht vom Trường-Sơn-Gebirge an der laotischen Grenze bis an eine lange Küste mit der Tam-Giang-Lagune, einer der größten Lagunen Südostasiens. Mitten hindurch fließt der Hương, der Parfümfluss, dessen Name auf Blüten zurückgehen soll, die im Oberlauf ins Wasser fallen. Im Süden bildet der Hải-Vân-Pass die Grenze zu Đà Nẵng; an seinem Fuß liegt die Bucht von Lăng Cô und der Tiefwasserhafen Chân Mây. Thuận An an der Flussmündung ist der Hausstrand der Stadt.

Sehenswürdigkeiten in Hue

Die Zitadelle am Nordufer, nach chinesischem Vorbild und mit französischen Festungselementen errichtet, ist seit 1993 UNESCO-Welterbe. Hinter dem Mittagstor liegt die Kaiserstadt mit der Halle der Höchsten Harmonie, in der die Kaiser Audienz hielten. Vieles wurde 1968 bei der Tết-Offensive zerstört, wird aber seit Jahren sorgfältig rekonstruiert. Die Thiên-Mụ-Pagode mit ihrem siebenstöckigen Turm steht auf einem Hügel über dem Fluss; in ihrer Anlage steht der hellblaue Austin, mit dem der Mönch Thích Quảng Đức 1963 nach Saigon fuhr, um sich aus Protest selbst zu verbrennen. Flussaufwärts liegen die Grabanlagen der Kaiser: Tự Đức mit Seen und Pavillons, Minh Mạng streng symmetrisch in einem Park, Khải Định mit einer Mischung aus Beton, Glasmosaik und europäischen Stilelementen. Im Garten-Haus-Viertel Kim Long sind alte Stadthäuser, nhà vườn, zu besichtigen.

Küste und Bạch Mã

An der Lagune Tam Giang ziehen Fischer ihre Netze im Licht des Sonnenuntergangs ein, und in Dörfern wie Thanh Toàn steht eine überdachte Holzbrücke mit Ziegeldach aus dem 18. Jahrhundert. Lăng Cô hat einen geschwungenen Strand vor bewaldeten Bergen. Im Nationalpark Bạch Mã, einer früheren französischen Bergstation auf 1.450 Metern, führen Wanderwege zu Wasserfällen und Villenruinen.

Essen und Trinken

Die Küche Hues gilt als raffinierteste des Landes, weil die Hofköche für die Kaiser Dutzende kleiner Gerichte zubereiteten. Bún bò Huế, eine scharfe Rindfleischsuppe mit Zitronengras, ist der bekannteste Exportschlager. Dazu kommen bánh bèo, gedämpfte Reisküchlein in kleinen Schälchen, bánh khoái, ein knuspriger Pfannkuchen, und cơm hến, Reis mit kleinen Flussmuscheln. Die Stadt hat zudem eine große vegetarische Tradition aus ihren Klöstern.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Phú Bài (HUI) liegt etwa 15 Kilometer südlich und wird von Hanoi und Saigon bedient; Đà Nẵng ist mit dem Auto oder Zug in rund zweieinhalb Stunden erreichbar. Die beste Reisezeit liegt zwischen Februar und April. Im Sommer wird es sehr heiß, von September bis Dezember bringen Monsun und Taifune viel Regen und Überschwemmungen. Regelmäßig findet zudem das Festival Huế mit Aufführungen von Hofmusik und Theater in der Zitadelle statt.