Savannah entdecken: Plätze, Moos und Flussufer
Reiseführer · redaktionellUnter mächtigen Eichen, von denen graue Moosbärte hängen, öffnet sich alle paar Blocks ein neuer begrünter Platz – Savannah wurde nach einem Plan angelegt, der bis heute verblüfft. Eine Städtereise nach Savannah führt in eine der ältesten Städte Georgias mit prächtigen Südstaatenvillen, Geistergeschichten und einem lebhaften Flussufer.
Die erste Stadt Georgias
1733 landete General James Oglethorpe mit Siedlern am Savannah River und gründete die Kolonie Georgia. Sein Stadtplan sah ein Raster aus Wohnblöcken rund um Plätze vor; von den ursprünglich 24 Squares sind heute 22 erhalten. Baumwolle machte Savannah im 19. Jahrhundert reich – auf Kosten versklavter Menschen, an die das African American Monument am Fluss erinnert. Im Bürgerkrieg verschonte General Sherman die Stadt und schenkte sie Präsident Lincoln „als Weihnachtsgeschenk“. In den 1950er-Jahren retteten Bürgerinnen bedrohte Gebäude vor dem Abriss und legten damit den Grundstein für einen der größten städtischen Denkmalbezirke der USA.
Sehenswürdigkeiten in Savannah
Der Savannah Historic District lässt sich am besten zu Fuß erkunden: vom Chippewa Square, wo die Bankszene in „Forrest Gump“ gedreht wurde, zum Madison Square und weiter zum Forsyth Park mit seinem weißen Springbrunnen. Das Mercer-Williams House wurde durch den Roman „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“ berühmt. Die Cathedral of St. John the Baptist beeindruckt mit Doppeltürmen. Das Owens-Thomas House zeigt neben eleganten Räumen auch die Unterkünfte der Versklavten. Das Savannah College of Art and Design betreibt das SCAD Museum of Art und belebt die Stadt mit Studierenden. Am Bonaventure Cemetery mit seinen Engelsfiguren unter Eichenkronen kommt man der Melancholie des Südens besonders nah.
Essen und Ausgehen in Savannah
Die Lowcountry-Küche bietet Shrimp and Grits, Crab Stew, Fried Chicken und Pralinen aus Pekannüssen. Viele Restaurants servieren im Familienstil an großen Tischen, und am Wasser gibt es Seafood-Lokale. An der River Street mit ihren alten Baumwolllagern reihen sich Bars und Kneipen, und Savannah erlaubt das Trinken auf der Straße aus Plastikbechern innerhalb des historischen Viertels. Am St. Patrick's Day feiert die Stadt eine der größten Paraden der USA.
Geistergeschichten und Führungen
Savannah gilt als eine der Städte mit den meisten Spukgeschichten Amerikas, und abends ziehen Gruppen mit Laternen durch die Squares. Beliebt sind Führungen über den Colonial Park Cemetery, Touren in umgebauten Leichenwagen oder Spaziergänge zu angeblich verwunschenen Häusern. Wer es geschichtlich mag, bucht eine Tour zur afroamerikanischen Geschichte, etwa zur First African Baptist Church, einer der ältesten schwarzen Gemeinden Nordamerikas; die Löcher in ihrem Holzboden werden oft als Luftlöcher für Flüchtende gedeutet, die sich darunter versteckten. Auch Kutschfahrten durch den Historic District sind ein Klassiker.
Unterwegs in Savannah und beste Reisezeit
Der Savannah/Hilton Head International Airport liegt rund 20 Minuten nordwestlich. Im Zentrum fahren kostenlose Shuttlebusse, und eine Fähre setzt nach Hutchinson Island über. Beste Reisezeit ist das Frühjahr, wenn Azaleen blühen, sowie der Herbst; der Sommer ist heiß und schwül. Ausflüge führen nach Tybee Island an den Atlantikstrand mit Leuchtturm, zum Fort Pulaski National Monument und in die Wormsloe Historic Site mit ihrer berühmten Eichenallee.












