Cincinnati entdecken: Chili, Brücken und Over-the-Rhine
Reiseführer · redaktionellWer zum ersten Mal einen „Three-Way“ bestellt, bekommt Spaghetti mit zimtgewürztem Fleischchili und einem Berg geriebenem Cheddar – willkommen in Cincinnati. Eine Städtereise nach Cincinnati verbindet deutsch geprägte Geschichte, eines der größten historischen Viertel der USA und lebendige Ufer am Ohio River.
Die Königin des Westens
Im 19. Jahrhundert war Cincinnati eine der am schnellsten wachsenden Städte Amerikas und wurde „Queen City of the West“ genannt. Schweineschlachthöfe brachten ihr den Spitznamen „Porkopolis“ ein, und Zehntausende Deutsche siedelten nördlich des Miami-Erie-Kanals, den sie scherzhaft „Rhein“ nannten. Daraus entstand der Name Over-the-Rhine. Als Grenzort zum Sklavenhalterstaat Kentucky war die Stadt zudem eine wichtige Station der Underground Railroad, die Fluchtwege für versklavte Menschen bot. Das National Underground Railroad Freedom Center am Flussufer erzählt diese Geschichte eindrucksvoll.
Sehenswürdigkeiten in Cincinnati
Over-the-Rhine ist das Herz der Stadt: Hunderte Backsteinbauten im Italianate-Stil, die Findlay Market Hall von 1855 als ältester durchgehend betriebener Markt Ohios und die Music Hall, Heimat des Symphonieorchesters. Im Central Business District beeindruckt das Carew Tower-Gebäude im Art-déco-Stil, während die Roebling Suspension Bridge, ein Vorläufer der Brooklyn Bridge, nach Covington in Kentucky führt. Das Cincinnati Museum Center residiert in einem prächtigen Art-déco-Bahnhof. Der Cincinnati Zoo, einer der ältesten der USA, und das Cincinnati Art Museum im Eden Park ergänzen das Programm; von dort oben schaut man über den Fluss.
Essen in Cincinnati und Ausgehen
Chili-Ketten wie Skyline und Gold Star sind Pflicht, ebenso Goetta, eine Frühstückswurst aus Schweinefleisch und Hafer, die auf deutsche Einwanderer zurückgeht, sowie Graeter's Eiscreme. Over-the-Rhine hat sich zum Ausgehviertel mit Craft-Brauereien entwickelt – Cincinnati war vor der Prohibition eine Bierhochburg, und unter den Straßen liegen noch alte Lagerkeller, die man auf Führungen besichtigen kann. Im Herbst feiert die Stadt das Oktoberfest Zinzinnati, eines der größten in Amerika. Ruhigere Abende verbringt man in den Restaurants von Hyde Park, Oakley oder dem studentisch geprägten Clifton rund um die University of Cincinnati.
Northern Kentucky und die Hügel
Auf der anderen Seite des Ohio River liegen Covington und Newport, die zum Großraum gehören. In Covington lohnt MainStrasse Village mit deutschen Fassaden, einem Glockenspielturm und Biergärten. In Newport zeigt das Newport Aquarium Haie und Pinguine, und von der Purple People Bridge, einer violett gestrichenen Fußgängerbrücke, blickt man auf die Skyline. Zurück in Ohio führt der Weg durch The Banks, ein Viertel zwischen den Stadien mit Restaurants und Bars. Auf dem Hügel Mount Adams warten steile Gassen und das Krohn Conservatory, ein Gewächshaus im Eden Park.
Unterwegs in Cincinnati und beste Reisezeit
Der Flughafen CVG liegt auf der Kentucky-Seite, etwa 20 Autominuten vom Zentrum entfernt. Die Straßenbahn Connector fährt eine Schleife zwischen Uferpromenade, Downtown und Over-the-Rhine; ansonsten fahren Busse. Der Smale Riverfront Park mit Spielplätzen und Schaukeln verbindet die Stadien der Reds und der Bengals. Beste Reisezeit sind späte Frühjahrsmonate und der Herbst; im Sommer ist es oft schwül. Ausflüge führen in die Hügel von Northern Kentucky, zum Freizeitpark Kings Island oder in die Dörfer am Ohio River.













