Region · Ebene 2

Valencianische Gemeinschaft

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Land
Spanien
Städte
99
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Valencianische Gemeinschaft: Paella, Fallas und Costa Blanca

Reiseführer · redaktionell

Zwischen Orangenhainen und Mittelmeer zieht sich die Valencianische Gemeinschaft über fast 500 Kilometer Küste. Ein Urlaub in der Valencianischen Gemeinschaft kann Großstadt in Valencia, Strandferien in Benidorm oder Wanderungen durch das Bergland hinter Dénia bedeuten – und fast immer gehört eine Paella am Sonntagmittag dazu.

Drei Provinzen zwischen Meer und Bergen

Die Comunitat Valenciana, wie sie offiziell heißt, besteht aus den Provinzen Castellón im Norden, Valencia in der Mitte und Alicante im Süden. Die Küste trägt verschiedene Namen: Costa del Azahar – Orangenblütenküste – um Castellón, Costa de Valencia um die Hauptstadt und Costa Blanca von Dénia bis Pilar de la Horadada. Hinter dem Küstenstreifen steigt das Land rasch an. Im Norden liegt das herbe Hochland des Maestrat mit Dörfern wie Morella, im Süden die Sierra de Aitana und die Serra de Bernia. Rund um Valencia breitet sich die Huerta aus, ein jahrhundertealtes Bewässerungsland, und südlich der Stadt die Lagune der Albufera, an deren Ufern Reis angebaut wird. Neben Spanisch ist Valencianisch Amtssprache, eine Variante des Katalanischen.

Valencia: Altstadt, Turia-Park und Zukunftsarchitektur

Die drittgrößte Stadt Spaniens zeigt ihre Geschichte in der Altstadt Ciutat Vella: Die Kathedrale beansprucht, den Heiligen Gral zu besitzen, die gotische Seidenbörse La Lonja ist UNESCO-Welterbe, und der Mercado Central mit seiner Jugendstilkuppel gehört zu den größten Markthallen Europas. Nach einer verheerenden Flut 1957 wurde der Fluss Turia umgeleitet; im alten Bett entstand ein rund neun Kilometer langer Grüngürtel, an dessen Ende die Ciudad de las Artes y las Ciencias von Santiago Calatrava steht, mit Oceanogràfic, Opernhaus und Wissenschaftsmuseum. Die Strände Malvarrosa und Las Arenas liegen in Fahrradentfernung. Im Oktober 2024 traf eine schwere Sturzflut (DANA) die Gemeinden südlich der Stadt; der Wiederaufbau prägte die Region noch lange danach.

Costa Blanca: Alicante, Benidorm und Dénia

Alicante empfängt mit einer palmengesäumten Promenade, der Explanada, und dem Castillo de Santa Bárbara auf dem Benacantil-Felsen. Benidorm wurde ab den 1950er-Jahren zur Hochhausstadt am Meer; seine Skyline mit über hundert Türmen ist umstritten, aber die beiden Strände Levante und Poniente sind bemerkenswert sauber. Weiter nördlich ist die Küste kleinteiliger: Altea mit weißer Kirche auf dem Hügel, Calp mit dem Felsklotz Peñón de Ifach, Jávea und Dénia am Fuß des Montgó. Im Süden liegt Torrevieja zwischen zwei rosafarbenen Salzseen, in denen Flamingos stehen. Viele Nord- und Mitteleuropäer leben hier dauerhaft oder überwintern.

Sehenswürdigkeiten in der Valencianischen Gemeinschaft im Hinterland

Elche, auf Valencianisch Elx, besitzt den größten Palmenhain Europas, den Palmeral, der wie das mittelalterliche Mysterienspiel Misteri d'Elx zum UNESCO-Welterbe gehört. In Orihuela zeugen Kathedrale, Paläste und Kirchen von der Bedeutung der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert. Xàtiva hat eine lange Burg auf einem Bergrücken, Guadalest ein Felsennest mit Blick auf einen türkisfarbenen Stausee. Im Norden lohnen Peñíscola mit seiner Templerburg auf einer Halbinsel, das ummauerte Morella und Castelló de la Plana, das im Frühling das Fest der Magdalena feiert. Zu den lohnenden Valencianische Gemeinschaft Reiseziele zählen außerdem die Wasserfälle und Wanderwege der Fonts de l'Algar.

Paella, Horchata und die Fallas

Die Paella stammt aus der Gegend der Albufera, und die Valencianer haben klare Vorstellungen davon: Die Paella valenciana enthält Huhn, Kaninchen, grüne Bohnen und Garrofó-Bohnen, aber keine Meeresfrüchte. Daneben gibt es Arroz a banda, Arroz negro mit Tintenfischtinte und den im Ofen gegarten Arroz al horno. Horchata, ein kühles Getränk aus Erdmandeln, trinkt man mit Fartons-Gebäck, vor allem in Alboraya. Aus Jijona kommt Turrón, der Mandelnougat zu Weihnachten. Das berühmteste Fest sind die Fallas im März, wenn in Valencia riesige Figuren aus Holz und Pappmaché aufgestellt und in der Nacht zum 19. März verbrannt werden. In Alicante brennen zur Sommersonnenwende die Hogueras de San Juan, in Buñol wirft man sich im August beim Tomatenfest Tomaten zu, und in Alcoy erinnern die Moros y Cristianos an die Reconquista.

Anreise und beste Reisezeit

Die Flughäfen Alicante-Elche und Valencia werden von vielen europäischen Städten direkt angeflogen. Valencia ist per AVE in rund zwei Stunden von Madrid aus erreichbar, ebenso Alicante in etwas mehr Zeit. Die Straßenbahn TRAM verbindet Alicante mit Benidorm und Dénia. Das Klima ist mild; als beste Reisezeit gelten Frühling und Herbst, wenn Wanderungen im Hinterland angenehm sind. Im Juli und August ist es heiß und die Küste voll, im Winter bleiben die Temperaturen meist zweistellig, was viele Langzeiturlauber anzieht.