Torrevieja entdecken: Salzseen, Strände und Habaneras
Reiseführer · redaktionellAm südlichen Ende der Costa Blanca leuchtet ein See in Pink, und daneben türmen sich weiße Salzberge: Torrevieja verdankt seine Existenz dem Salz. Heute ist die Stadt einer der beliebtesten Wohn- und Urlaubsorte für Nordeuropäer an der spanischen Mittelmeerküste. Ein Torrevieja Urlaub bedeutet Strand, mildes Klima und eine gesunde Brise von den Lagunen.
Eine Stadt aus Salz
Schon im Mittelalter wurde in den Lagunen von Torrevieja und La Mata Salz gewonnen, doch die eigentliche Stadt entstand erst im 18. Jahrhundert, als die spanische Krone die Salinenverwaltung hierher verlegte. Der Name geht auf einen alten Wachturm zurück, die „torre vieja“. Ein schweres Erdbeben zerstörte 1829 große Teile des Ortes, der danach mit geraden Straßen neu angelegt wurde. Bis heute gehört die Saline zu den größten Europas; das Salz wird über ein Förderband im Hafen auf Schiffe verladen. Seit den 1970er-Jahren wuchs Torrevieja durch den Tourismus rasant, und ein großer Teil der Einwohner hat ausländische Wurzeln.
Sehenswürdigkeiten in Torrevieja
Der Naturpark der Lagunen von La Mata und Torrevieja steht im Mittelpunkt. Die Laguna Rosa färbt sich durch Mikroorganismen und Salzkrebschen je nach Licht und Jahreszeit kräftig rosa; vom Ufer aus lassen sich Flamingos beobachten. Rund um die Laguna de La Mata führen Rad- und Wanderwege durch Pinienwälder und Salzwiesen, Aussichtstürme erlauben einen Blick über die Wasserflächen. Am Hafen erinnern das U-Boot Delfín S-61, das besichtigt werden kann, und das Salzmuseum Museo del Mar y de la Sal an die maritime Geschichte. Die Promenade Paseo Juan Aparicio führt vorbei an Skulpturen und dem Casino, einem Prachtbau aus dem späten 19. Jahrhundert.
Strände und Natur
Die Stadtstrände Playa del Cura und Playa de los Locos liegen mitten im Zentrum, zwischen kleinen Felsbuchten. Im Norden erstreckt sich die lange Playa de La Mata mit Dünen, im Süden die Buchten von Cabo Cervera und Cala Ferris. Für Taucher ist das Meer vor Cabo Cervera interessant, mit Posidonia-Wiesen und Höhlen. Wer etwas Bewegung sucht, umrundet die Lagunen auf ausgeschilderten Wegen oder radelt zur Vía Verde in Richtung Hinterland.
Essen, Musik und Feste
Die Küche der Vega Baja ist geprägt von Reis und Fisch: Caldero, ein Reiseintopf mit Fisch, und Arroz con costra sind typisch. Ein Gericht der Region ist auch die Gamba roja, eine rote Garnele, die an der Küste von Santa Pola und Torrevieja gefangen wird. Im Sommer findet der Certamen Internacional de Habaneras statt, ein Chorwettbewerb, der den Seemannsliedern gewidmet ist, die einst Salzschiffer aus Kuba mitbrachten. Daneben gibt es Märkte wie den Wochenmarkt am Freitag, auf dem Obst aus der Huerta, Kleidung und Kunsthandwerk verkauft werden. Das Nachtleben konzentriert sich auf die Hafenzone und die Strandbars am Paseo.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Alicante-Elche (ALC) liegt rund 45 Kilometer nördlich, der Flughafen Región de Murcia ähnlich weit südwestlich. Busse verbinden Torrevieja mit Alicante und Murcia; einen Bahnhof hat die Stadt nicht. In der Stadt fahren Busse, viele Wege lassen sich zu Fuß oder per Rad erledigen. Torrevieja hat ein ganzjährig mildes, trockenes Klima, das manche Ärzte bei Atemwegsbeschwerden empfehlen. Am angenehmsten sind Frühjahr und Herbst; im August ist die Stadt voll.




