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Genf

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§ 3

Genf: Weltstadt am Ende des Genfersees

Reiseführer · redaktionell

Der Kanton Genf ist klein, fast vollständig von Frankreich umschlossen und doch einer der international bekanntesten Orte der Welt. Ein Urlaub in Genf bedeutet Uferpromenaden mit Blick auf den Mont Blanc, eine calvinistische Altstadt, Diplomatenviertel und Weinberge, die nur wenige Kilometer vor der Stadt beginnen.

Stadt, See und Land

Genf liegt dort, wo die Rhone den Genfersee verlässt. Die Stadt nimmt den größten Teil des Kantons ein, doch rund um sie herum erstreckt sich eine überraschend ländliche Zone: Satigny gilt als größte Weinbaugemeinde der Schweiz, und im Mandement wachsen Gamay und Chasselas. Am Nordufer liegen Versoix mit seinem Hafen und die Villen von Cologny, im Westen Meyrin, das sich mit dem Forschungszentrum CERN die Grenze zu Frankreich teilt. Le Grand-Saconnex beherbergt den Flughafen und mehrere internationale Organisationen.

Sehenswürdigkeiten in Genf

Das Wahrzeichen ist der Jet d’Eau, eine Fontäne, die rund 140 Meter hoch in den Himmel schießt. Hinter der Uferpromenade steigt die Altstadt auf: Die Kathedrale Saint-Pierre, in der Johannes Calvin predigte, ruht auf den Fundamenten früherer Kirchen, deren Reste in einer archäologischen Stätte unter dem Bau zu sehen sind. Im Parc des Bastions erinnert die Reformationsmauer an Calvin, Farel, Beza und Knox. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Genf gehören außerdem der Palais des Nations, europäischer Sitz der Vereinten Nationen, das Rotkreuz-Museum, die Blumenuhr im Jardin Anglais und das Musée d’art et d’histoire. Im CERN in Meyrin informiert das Besucherzentrum Science Gateway über Teilchenphysik.

Ein Spaziergang führt über den Quai du Mont-Blanc zum Bains des Pâquis und weiter in den Parc La Grange mit seinem Rosengarten. Am rechten Ufer erinnert das Museum Ariana an die Porzellan- und Glaskunst, und die Altstadtgasse Grand-Rue, in der Rousseau geboren wurde, lädt zum Bummeln ein.

Geschichte und Kultur

Im 16. Jahrhundert wurde Genf unter Calvin zum „protestantischen Rom“, viele Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Italien brachten Handwerk mit, darunter die Uhrmacherei. 1815 trat Genf der Eidgenossenschaft bei. Seit Henri Dunant 1863 das Rote Kreuz gründete, ist die Stadt mit humanitärer Diplomatie verbunden. Jedes Jahr im Dezember feiert Genf die Escalade, die Erinnerung an einen abgewehrten savoyischen Angriff 1602: Man zieht kostümiert durch die Altstadt und zerschlägt eine Marmite aus Schokolade.

Essen und Trinken

Typisch ist die Longeole, eine mit Fenchel gewürzte Schweinswurst, dazu Cardon, ein artischockenähnliches Gemüse, das als Gratin serviert wird. Aus dem See kommen Barschfilets, die in den Uferrestaurants gebraten auf den Tisch kommen. Das Viertel Carouge, im 18. Jahrhundert vom König von Sardinien als Gegenstück zum calvinistischen Genf erbaut, hat mit seinen Ateliers und Bistrots einen beinahe mediterranen Charakter.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Genf liegt nur sieben Bahnminuten vom Hauptbahnhof Cornavin entfernt, Hotelgäste erhalten ein Ticket für den öffentlichen Verkehr. Die Bahn fährt nach Lausanne, Bern und Zürich, das grenzüberschreitende Léman Express-Netz bis nach Annemasse und Évian. Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober, wenn man im See baden kann – etwa an den Bains des Pâquis, wo es im Winter ein Fondue mit Seeblick gibt.