Stadt · Ebene 3

Genf · Genève

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Region
Schweiz
Einwohner
211.152
Zentrum
46.2018° N · 6.1466° E
Stadtteile
16
Genf – Stadtansicht
Genf · © Yann (talk) · CC BY-SA 4.0
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Karte von Genf

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Genf entdecken: Jet d’Eau, Altstadt und Weltdiplomatie

Reiseführer · redaktionell

Rund 140 Meter hoch schießt die Fontäne am Ufer des Genfersees in den Himmel, und an windigen Tagen sprüht der Nebel über die Promenade. Genf ist klein, aber international wie kaum eine andere Stadt: Hier sitzen UNO und Rotes Kreuz, hier wurde die Reformation radikal, hier forscht das CERN am Ursprung des Universums. Eine Städtereise nach Genf verbindet Altstadt, See und Weltgeschichte.

Stadt Calvins und der Diplomatie

Im 16. Jahrhundert machte Johannes Calvin Genf zum Rom der Protestanten, Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Italien brachten Handwerk wie die Uhrmacherei mit. Die Reformationsmauer im Parc des Bastions zeigt Calvin und seine Mitstreiter als steinerne Riesen. 1863 gründete der Genfer Henry Dunant das Rote Kreuz, ein Jahr später wurde hier die erste Genfer Konvention unterzeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg zog der Völkerbund ein, heute haben zahlreiche internationale Organisationen ihren Sitz in der Stadt. Fast die Hälfte der Einwohner besitzt keinen Schweizer Pass.

Sehenswürdigkeiten in Genf

Die Altstadt auf dem Hügel wird von der Kathedrale Saint-Pierre gekrönt, deren Türme einen weiten Blick über See und Alpen bieten; unter ihr liegt eine archäologische Stätte mit Resten aus der Römerzeit. Am Seeufer zeigt die Blumenuhr im Englischen Garten die Zeit mit Tausenden Pflanzen. Im Viertel der Nationen steht vor dem Palais des Nations, dem europäischen Sitz der UNO, die Skulptur Broken Chair, ein Stuhl mit abgebrochenem Bein als Mahnmal gegen Landminen. Das Internationale Museum des Roten Kreuzes erzählt bewegend von humanitärer Hilfe. Im Patek Philippe Museum sieht man fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst. Am Stadtrand öffnet das CERN mit dem Science Gateway, einem Besucherzentrum von Renzo Piano, seine Türen.

Viertel: Pâquis bis Carouge

Die Pâquis am rechten Seeufer sind das lebendigste Viertel mit Imbissen aus aller Welt, Bars und dem Seebad Bains des Pâquis, wo man im Sommer badet und im Winter in der Sauna sitzt und Fondue isst. Eaux-Vives am linken Ufer bietet Parks und Cafés, Plainpalais einen großen Platz mit Flohmarkt und Museen, darunter das Museum für Kunst und Geschichte. Grottes und Saint-Gervais hinter dem Bahnhof sind multikulturell und alternativ. Südlich liegt Carouge, im 18. Jahrhundert von den Königen von Sardinien als Konkurrenz zu Genf gebaut, mit mediterranen Plätzen, Handwerksläden und Bistros.

Essen und Feste

Typisch sind Filets de Perche, Barschfilets aus dem See, Longeole, eine Wurst mit Fenchel, und natürlich Fondue und Raclette. Im Dezember feiert Genf die Escalade, die Erinnerung an die abgewehrte Erstürmung durch Savoyen 1602; Kinder zerschlagen dann Marmites, Töpfe aus Schokolade. Wein vom Genfer Land wird in vielen Restaurants angeboten.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Genf liegt wenige Zugminuten vom Zentrum entfernt, Hotelgäste erhalten eine Karte für den kostenlosen Nahverkehr. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn man am See baden und mit den gelben Mouettes-Booten zwischen den Ufern pendeln kann. Ausflüge führen nach Lausanne, in die Weinberge von Lavaux, nach Montreux mit dem Schloss Chillon oder auf den Salève, den Hausberg auf französischer Seite.