Lausanne entdecken: Olympia, Kathedrale und Lavaux
Reiseführer · redaktionellJede Nacht zwischen zehn und zwei Uhr ruft ein Turmwächter von der Kathedrale die Stunden aus, so wie es in Lausanne seit dem Mittelalter üblich ist. Eine Städtereise nach Lausanne führt in eine steile, junge Stadt am Genfersee, in der das Internationale Olympische Komitee residiert, Studenten die Cafés füllen und gleich vor den Toren Weinberge zum Welterbe gehören.
Eine Stadt an steilen Hängen
Lausanne zieht sich in Terrassen vom Ufer des Genfersees bei Ouchy bis auf rund 500 Meter Höhe hinauf. Der Höhenunterschied ist so groß, dass die Metrolinie M2 eine der steilsten der Welt ist; sie verbindet See, Bahnhof, Altstadt und die Hochschulen auf den Hügeln. Im Mittelalter war Lausanne Bischofssitz, später gehörte es zu Bern, bis der Kanton Waadt 1803 eigenständig wurde. Seit 1915 hat das Internationale Olympische Komitee hier seinen Sitz, und mit ihm kamen Dutzende Sportverbände, weshalb sich Lausanne Olympische Hauptstadt nennt. Die Technische Hochschule EPFL und die Universität am Seeufer prägen das junge Stadtleben.
Sehenswürdigkeiten in Lausanne
Die gotische Kathedrale Notre-Dame auf dem Hügel der Cité gilt als eines der schönsten gotischen Bauwerke der Schweiz, mit einer bemalten Portalvorhalle und einer großen Fensterrose. Von dort führen die überdachten Escaliers du Marché, eine Holztreppe aus dem Mittelalter, hinunter zur Place de la Palud mit dem Rathaus und einem Figurenspiel an der Uhr. Der Palais de Rumine im Stil der Florentiner Renaissance beherbergt mehrere Museen. Am See in Ouchy zeigt das Olympische Museum in einem Park die Geschichte der Spiele mit Fackeln, Medaillen und Sportausrüstung. Die Collection de l’Art Brut im Château de Beaulieu sammelt Werke von Außenseitern, Psychiatriepatienten und Autodidakten und ist weltweit einzigartig.
Plateforme 10 und das Flon
Neben dem Bahnhof ist mit Plateforme 10 ein Kunstviertel entstanden, das das Kantonale Kunstmuseum, das Fotomuseum Photo Elysée und das Designmuseum mudac auf einem ehemaligen Bahngelände vereint. Das Flon, ein Tal mitten in der Stadt, war einst voller Lagerhäuser und ist heute mit Bars, Clubs, Kinos und Läden das Ausgehviertel; über ihm spannt sich die Grand-Pont. Die Nachbarorte Pully und Prilly sind mit der Stadt zusammengewachsen, in Pully verbrachte der Schriftsteller Charles Ferdinand Ramuz seine letzten Jahrzehnte.
Essen und die Weinberge von Lavaux
Zur Waadtländer Küche gehören Papet vaudois, ein Lauch-Kartoffel-Gericht mit Saucisson, Barschfilets aus dem See und Malakoffs, frittierte Käsebällchen. Getrunken wird Chasselas, ein leichter Weißwein. Östlich der Stadt beginnen die Terrassen von Lavaux, die sich über rund 30 Kilometer an den Hängen über dem See entlangziehen und seit 2007 zum UNESCO-Welterbe gehören. Wanderwege führen durch die Dörfer Cully, Epesses und Chexbres, wo Winzer in ihren Kellern Wein ausschenken. Im Juli belebt das Festival de la Cité die Altstadt mit Konzerten.
Anreise und beste Reisezeit
Vom Flughafen Genf fährt der Zug in rund 45 Minuten nach Lausanne, Hotelgäste nutzen den Nahverkehr kostenlos. Schiffe verbinden mit Evian, Montreux und Genf. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober, im September und Oktober ist Weinlese.












