Sehenswürdigkeit · Historische Stätten

Basler Münsterkantorei

Rittergasse 3, 4051 Basel

Basler Münsterkantorei, Basel (Historische Stätten)
Fig. 01Basler Münsterkantorei© Wladyslaw Sojka · FAL
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Über Basler Münsterkantorei

Das Basler Münster ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Schweizer Stadt Basel und prägt das Stadtbild mit seinen markanten roten Sandsteinfassaden und den bunten Dachziegeln. Als ehemalige Bischofskirche, die heute evangelisch-reformiert ist, verbindet das Bauwerk eine über fünf Jahrhunderte währende Baugeschichte mit einer tiefen historischen Bedeutung. Die Architektur wechselt zwischen romanischen und gotischen Stilelementen, wobei die beiden schlanken Kirchtürme und die sich kreuzweise durchdringenden Hauptdächer das Erscheinungsbild dominieren. Der dem Münster vorgelagerte Münsterplatz, gesäumt von ehemaligen Domherrenhäusern, bildet eine historische Kulisse, in der das Gebäude im lokalen Dialekt schlicht als Minschter bezeichnet wird.

Die Geschichte des Ortes reicht weit in die Antike zurück, da der Münsterhügel bereits in spätkeltischer Zeit bebaut war. Archäologische Funde belegen einen vorrömischen Wall sowie spätere römische Kastellanlagen an dieser Stelle. Die ersten christlichen Kirchenbauten entstanden im frühen Mittelalter, wobei der genaue Ursprung des ersten Münsters, des sogenannten Haito-Münsters, aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts nicht vollständig geklärt ist. Dieser karolingische Bau war eine Saalkirche mit zwei Rundtürmen an der Westseite, ein Stil, der zu dieser Zeit bereits als altmodisch galt, da sich dreischiffige Kirchen durchsetzten. Der Bau verfügte über eine Krypta unter dem Altarraum und wurde im Jahr 917 durch Ungarneinfälle beschädigt.

Der zweite große Bauabschnitt begann im 11. Jahrhundert, als Bischof Adalbero II. auf den Fundamenten des Vorgängerbaus eine ottonisch-frühromanische Kathedrale errichten ließ. Diese als Heinrichsmünster bekannte Kirche wurde am 11. Oktober 1019 in Anwesenheit von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde geweiht. Der Bau umfasste eine ausgedehnte Kryptenanlage und einen Turm aus hellem Kalkstein an der Westseite, dessen unterer Teil heute noch die Basis des Nordturms bildet. Die Kirche diente als Marienkirche und die Kaiserpaare genossen als Stadtpatrone besondere Verehrung, was auch an den Stifterfiguren am heutigen Hauptportal sichtbar wird.

Der heutige Zustand des Münsters geht maßgeblich auf den spätromanischen Neubau aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts zurück. Diese dreischiffige Emporenbasilika übernahm große Teile des Grundrisses vom Vorgängerbau, fügte jedoch ein Querschiff und einen Kryptenumgang hinzu. Erste gotische Einflüsse zeigten sich ab 1270 am neuen Eingangsbereich. Ein einschneidendes Ereignis war das schwere Basler Erdbeben von 1356, das alle Türme, viele Gewölbe und Teile der Krypten zerstörte. Der Wiederaufbau erfolgte unter der Leitung des berühmten Baumeisters Johann Parler, wobei der Hochaltar bereits 1363 wieder geweiht werden konnte.

Die beiden Westtürme, der nördliche Georgsturm und der südliche Martinsturm, wurden in den folgenden Jahrzehnten neu errichtet. Der Georgsturm wurde 1428 nach Plänen von Ulrich von Ensingen vollendet, während der Martinsturm erst am 23. Juli 1500 durch Hans von Nussdorf fertiggestellt wurde. Damit galt das Münster offiziell als vollendet. Die Türme sind nach den Ritterheiligen Georg und Martin von Tours benannt und tragen Reiterstandbilder, deren Originale teils in Museen aufbewahrt werden. Die Türme bieten Besuchern über steile Treppen einen weiten Blick auf die Stadt Basel sowie auf die Ausläufer des Schwarzwalds und des Jura.

An der Nordseite des Querschiffs befindet sich die Galluspforte, das bedeutendste romanische Skulpturenwerk der Schweiz und das älteste romanische Figurenportal im deutschsprachigen Raum. Dieses Portal, das an einen Triumphbogen erinnert, ist fast ausschließlich in Originalsubstanz erhalten und zeigt ausdrucksstarke Figuren, darunter Christus als Weltenrichter im Bogenfeld. Oberhalb der Pforte thront eine Fensterrose in Form eines Glücksrads, die die Wechselhaftigkeit des irdischen Glücks symbolisiert. Die Fassade wird von großen Stützpfeilern gerahmt, und die Risse, die vom Erdbeben von 1356 stammen, sind noch heute sichtbar.

Der polygonale Umgangschor ist aus topographischen Gründen nach Nordosten ausgerichtet und liegt auf einer fast 20 Meter hohen aufgeschütteten Terrasse, der sogenannten Pfalz. Von hier aus eröffnet sich ein weitläufiger Blick auf den Rhein, das Rheinknie und bei klaren Tagen bis zu den Vogesen. Die Außenseite des Chors ist im unteren Teil romanisch und reich an Skulpturenschmuck, darunter groteske Gestalten und Elefanten, die die Steinmetze der damaligen Zeit nie zu Gesicht bekommen hatten. Das massiv ausladende Strebewerk entlastet den Chor und lässt Bögen zum Hindurchschreiten offen.

Im Inneren präsentiert sich das Münster als dreischiffige Emporenbasilika mit deutlichen romanischen Zügen wie blockhaften Kapitellen und Rundbögen. Die Seitenschiffe weisen jedoch spitzbogige Kreuzrippengewölbe auf, die als gotisches Element gelten und auf Vorbilder aus der Île-de-France verweisen. Von den Seiten des Chors gelangt man hinab zur Krypta, die heute nur noch aus der Ostkrypta besteht. Hier befinden sich die Gräber der Basler Bischöfe des 10. bis 13. Jahrhunderts, darunter der älteste Sarkophag eines Bischofs Rudolf, der vermutlich beim Ungarneinfall 917 ums Leben kam. Die Krypta birgt zudem bedeutsame Wandmalereien aus der spätromanischen Zeit, die Bischöfe und Szenen aus dem Leben der Heiligen darstellen.

Die Ausstattung des Münsters umfasst zahlreiche historische Kunstwerke, darunter die Vincentiustafel im nördlichen Seitenschiff, ein Meisterwerk romanischer Bildhauerkunst, das das Leben des Diakons Vincentius von Valencia darstellt. Das mittelalterliche Chorherrengestühl, aus Eiche und Nussbaum gefertigt, ist zu einem großen Teil erhalten und gilt als eines der bedeutendsten Chorgestühle des 14. Jahrhunderts. Im Chorgang befindet sich der Sarkophag der Königin Anna von Habsburg. Besonders erwähnenswert ist das Epitaph des Humanisten Erasmus von Rotterdam, der im Münster beigesetzt wurde. Das Epitaph trägt eine vergoldete lateinische Inschrift und wurde von Hans Mentzinger geschaffen.

Die Orgelgeschichte des Münsters ist lang und vielfältig. Bereits 1303 wird eine Orgel erwähnt, die nach dem Erdbeben durch eine Schwalbennestorgel ersetzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte gab es mehrere Orgelneubauten, darunter ein Werk von Andreas Silbermann und eine große Orgel von Friedrich Haas. Die heutige Orgel, die an Pfingsten 2003 eingeweiht wurde, stammt von Mathis Orgelbau und hat vier Manuale und Pedal auf 78 Registern. Der Prospektentwurf stammt von Peter Märkli, und der Orgelkörper wurde gespalten, um das Fenster nicht zu verdecken. Als Orgeltribüne dient der renovierte gotische Lettner aus rotem Sandstein.

Das Basler Münster ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort von großer historischer und kultureller Bedeutung. Es war Schauplatz des Basler Konzils, an dem unter anderem der Gegenpapst Felix V. gekrönt wurde, und Zeuge des Bildersturms der Reformation, der viele Kunstwerke zerstörte. Trotz dieser Zerstörungen konnte der Münsterschatz gerettet werden, und das Gebäude bleibt ein zentraler Ort für die Stadt Basel. Besucher können hier die Faszination der mittelalterlichen Baukunst erleben, die Geschichte der Stadt nachvollziehen und die weiten Aussichten von den Türmen genießen.

Nach dem Artikel „Basler Münster" aus der deutschen Wikipedia, von einem Sprachmodell zusammengefasst und umformuliertLizenz CC BY-SA 4.0
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Steckbrief

Kategorie
Sehenswürdigkeit › Historische Stätten
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Adresse
Rittergasse 3
4051 Basel, Schweiz
Stadtteil
Altstadt Grossbasel
Telefon
—
Website
www.muensterkantorei.ch
E-Mail
info@muensterkantorei.ch
Koordinaten
47.55633° N · 7.59191° E
Datenqualität
confidence 0.88
Kennung
ID 303cc616-71d…
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Häufige Fragen zu Basler Münsterkantorei

kurz beantwortet

Was ist die Basler Münsterkantorei in Basel?

travelguide195 führt die Basler Münsterkantorei als historische Stätte an der Rittergasse 3 in der Altstadt Grossbasel, im direkten Umfeld des Basler Münsters. Das Basler Münster ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Basel und fällt durch seine roten Sandsteinfassaden, die bunten Dachziegel und die beiden schlanken Kirchtürme auf. Die ehemalige Bischofskirche ist heute evangelisch-reformiert und wird im Basler Dialekt schlicht „Minschter“ genannt.

Wie alt ist das Basler Münster bei der Basler Münsterkantorei?

Die Baugeschichte des Basler Münsters in Basel erstreckt sich über mehr als fünf Jahrhunderte, und der Münsterhügel war schon in spätkeltischer Zeit bebaut. Ein erster Bau, das sogenannte Haito-Münster, entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts und wurde 917 bei Ungarneinfällen beschädigt. Das unter Bischof Adalbero II. errichtete Heinrichsmünster wurde am 11. Oktober 1019 in Anwesenheit von Kaiser Heinrich II. und Kunigunde geweiht. Der heutige Zustand geht maßgeblich auf einen spätromanischen Neubau aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts zurück.

Welche Folgen hatte das Basler Erdbeben von 1356 für das Basler Münster?

Das Basler Erdbeben von 1356 zerstörte am Basler Münster in Basel alle Türme, viele Gewölbe und Teile der Krypten. Den Wiederaufbau leitete der Baumeister Johann Parler, sodass der Hochaltar bereits 1363 wieder geweiht werden konnte. Danach entstanden die beiden Westtürme neu, der nördliche Georgsturm und der südliche Martinsturm; der Georgsturm wurde 1428 nach Plänen von Ulrich von Ensingen vollendet.

Was kann man rund um die Basler Münsterkantorei in Basel besichtigen?

Rund um die Basler Münsterkantorei in der Altstadt Grossbasel liegen mehrere Sehenswürdigkeiten und Museen in Gehweite. Direkt nebenan befinden sich der Münsterhügel (rund 37 Meter) und die Krypta unter der Vierung des Münsters (rund 49 Meter). Innerhalb von etwa 250 Metern erreichst du das Museum der Kulturen Basel, das Naturhistorische Museum Basel, das Antikenmuseum Basel und den Basilisken-Brunnen.

Gibt es Restaurants und Touren in der Nähe der Basler Münsterkantorei?

Ja, travelguide195 listet rund 145 Restaurants im Umkreis von 500 Metern um die Basler Münsterkantorei in Basel. Wer die Umgebung zu Fuß erkunden möchte, findet die Basler Münsterkantorei in der Tour „Grossbasel zu Fuß: Vom Münster durch die Altstadtgassen“.

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