Stadt · Ebene 3

Tehuacán

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Region
Puebla, Mexiko
Einwohner
319.375
Zentrum
18.4600° N · -97.3904° E
Stadtteile
2
Tehuacán – Stadtansicht
Tehuacán · © Danielllerandi · CC BY-SA 3.0
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Karte von Tehuacán

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Tehuacán entdecken: Mineralwasser, Mole de caderas, Kakteen

Reiseführer · redaktionell

In ganz Mexiko steht Tehuacán für Mineralwasser – noch heute heißt Sprudel in manchen Regionen einfach „Tehuacán“. Eine Reise nach Tehuacán führt aber auch in eines der artenreichsten Trockengebiete der Erde und zu einem Festessen, das es nur im Herbst gibt.

Wiege des Mais

Das Tal von Tehuacán gehört zu den wichtigsten Orten der Archäologie Amerikas: In Höhlen der Umgebung fanden Forscher in den 1960er-Jahren einige der ältesten bekannten Maiskolben, die die frühe Domestizierung der Pflanze belegen. In vorspanischer Zeit war Tehuacán ein Zentrum der Popoloca, später der Nahua. Die Spanier errichteten Kirchen und Konvente, im 19. und 20. Jahrhundert machten die Heilquellen den Ort zum Kurbad, und Abfüllanlagen wie Peñafiel trugen den Namen in jede Ecke des Landes. Heute ist Tehuacán zudem ein Zentrum der Textilindustrie, besonders für Jeans.

Sehenswürdigkeiten in Tehuacán

Am Zócalo mit seinen Lorbeerbäumen stehen die Kathedrale Nuestra Señora de la Concepción und der Palacio Municipal. Das Kloster El Carmen beherbergt Kunst aus der Kolonialzeit, und im Museo del Valle de Tehuacán erfährt man mehr über die Funde zur Geschichte des Mais. Das ehemalige Hotel Spa Peñafiel, ein prächtiger Bau aus der Kurbadzeit, erinnert an die Epoche, als wohlhabende Hauptstädter zur Wasserkur anreisten. Wer Natur sucht, fährt in das Biosphärenreservat Tehuacán-Cuicatlán, seit 2018 UNESCO-Welterbe. Hier wachsen ganze Wälder aus Säulenkakteen, im Jardín Botánico Helia Bravo bei Zapotitlán Salinas führen Pfade zwischen jahrhundertealten Kakteen hindurch. Auch die Salinen von Zapotitlán, in denen seit vorspanischer Zeit Salz gewonnen wird, sind einen Besuch wert.

Essen in Tehuacán: Mole de caderas

Zwischen Oktober und November findet die Matanza statt, eine jahrhundertealte Tradition: Ziegen, die monatelang auf den Hochweiden gegrast haben, werden geschlachtet. Daraus entsteht der Mole de caderas, eine kräftige Brühe mit Hüftknochen, Chili, Guaje-Schoten und grünen Bohnen, die nur in dieser Saison serviert wird. Das ganze Jahr über gibt es Chalupas, Tamales und Gerichte aus der Küche Pueblas. Die Restaurants in Tehuacán sind einfach und familiär, der Markt im Zentrum ist ideal zum Probieren.

Kurbad-Erbe und Stadtleben

Die Quellen von Tehuacán sind bis heute Teil des Alltags. Im Park El Riego im Westen der Stadt sprudelt Wasser aus dem Boden, Familien baden in Becken und picknicken unter alten Bäumen. Rund um den Zócalo spielen abends Musiker, Eisstände verkaufen Nieves in Fruchtsorten wie Tuna oder Mamey. In Vierteln wie San Diego Chalma, früher ein eigenes Dorf, sind alte Kapellen und Feste erhalten geblieben. Wer einkaufen möchte, findet in den Outlets der Textilfabriken günstige Jeans, und auf den Märkten Onyx-Arbeiten aus dem nahen Tecali und Keramik aus dem Tal.

Anreise und beste Reisezeit

Tehuacán liegt rund zwei Stunden südöstlich von Puebla an der Autobahn Richtung Oaxaca. Den nächsten Flughafen mit regelmäßigen Verbindungen gibt es in Puebla, häufiger fliegt man über Mexiko-Stadt an. Fernbusse fahren oft nach Puebla, Mexiko-Stadt und Oaxaca. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und Mai: Tagsüber ist es sonnig und warm, nachts kühl. Kulinarisch ist der Herbst zur Mole-de-caderas-Saison am spannendsten, für Kakteenblüten lohnt das Frühjahr.