La Paz entdecken: Malecón, Walhaie und Balandra
Reiseführer · redaktionellEin langer Malecón, an dem man bei Sonnenuntergang über die Bucht schaut, Walhaie, die direkt vor der Stadt durch das Wasser gleiten, und Inseln mit Seelöwenkolonien: La Paz, die Hauptstadt von Baja California Sur, ist ruhiger als Los Cabos und ein Ziel für Naturfreunde. Eine Reise hierher verbindet Stadtleben am Wasser mit einigen der schönsten Strände Mexikos.
Perlen und Piraten: Geschichte der Bucht
Hernán Cortés landete 1535 in der Bucht, doch eine dauerhafte Siedlung entstand erst 1720 mit einer Jesuitenmission. Über Jahrhunderte war La Paz für seine Perlen berühmt; Perlentaucher holten Muscheln aus dem Golf, und Piraten jagten Schiffen nach. Ein Krankheitsbefall vernichtete in den 1940er-Jahren die Perlenbänke weitgehend. Der Schriftsteller John Steinbeck ließ sich von dieser Geschichte zu seiner Novelle „Die Perle“ inspirieren. Seit 1974 ist La Paz Hauptstadt des damals neu gegründeten Bundesstaats. Viertel wie das Centro und El Esterito, nahe dem Malecón, bewahren den Charme der alten Hafenstadt.
Sehenswürdigkeiten in La Paz
Der Malecón zieht sich über mehrere Kilometer am Wasser entlang, mit Skulpturen, Palmen und Bänken. Im Zentrum stehen die Kathedrale Nuestra Señora de La Paz und der Jardín Velasco. Das Museo Regional de Antropología e Historia zeigt Felszeichnungen und Funde der ersten Bewohner der Halbinsel. Rund 25 Kilometer nördlich liegt die Playa Balandra, eine flache Bucht mit türkisfarbenem Wasser und dem Felsen El Hongo, der wie ein Pilz aussieht. Die Besucherzahl ist begrenzt, und man sollte früh kommen. Ebenfalls lohnend sind El Tecolote mit seinen Strandlokalen und Playa Pichilingue nahe dem Fährhafen. Auf der Fahrt dorthin passiert man kleinere Buchten wie El Coromuel, wo Familien aus der Stadt am Wochenende baden.
Natur und Ausflüge aufs Meer
Vor La Paz liegt die Isla Espíritu Santo, Teil eines UNESCO-Welterbes, mit roten Felsen, Buchten und einer Seelöwenkolonie bei Los Islotes, wo man mit den Tieren schnorcheln kann. Von etwa Oktober bis April halten sich Walhaie in der Bucht auf; geführte Touren mit festen Regeln ermöglichen das Schwimmen mit den sanften Riesen. Im Winter kommen Grauwale in die Lagunen an der Pazifikküste, etwa nach Bahía Magdalena. Taucher schätzen die Riffe und Wracks im Golf, den Jacques Cousteau einst das Aquarium der Welt nannte.
Essen, Unterwegs und Reisezeit
Die Küche lebt vom Meer: Fischtacos, Almejas chocolatas, große Venusmuscheln, die gegrillt werden, Ceviche und Callo de hacha. Am Malecón und im Centro gibt es Restaurants und Bars, und abends verkaufen Stände Churros, Elotes und Eis. Wer früh aufsteht, findet am Fischmarkt frische Ware direkt von den Booten. Der Flughafen Manuel Márquez de León (LAP) liegt südwestlich der Stadt, Fähren verbinden Pichilingue mit Mazatlán und Topolobampo. In der Stadt fährt man Bus oder Taxi, für die Strände bietet sich ein Mietwagen an. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und Mai; im Sommer ist es heiß, und von August bis Oktober drohen Hurrikane. La Paz gilt als eine der sichereren Städte Mexikos.


