Stadt · Ebene 3

Vilnius

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Region
Bezirk Vilnius, Litauen
Einwohner
619.405
Zentrum
54.6870° N · 25.2829° E
Stadtteile
–
Vilnius – Stadtansicht
Vilnius · © BigHead · CC BY-SA 4.0
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Karte von Vilnius

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Vilnius entdecken: Barock, Türme und Užupis

Reiseführer · redaktionell

Ein selbsternannter Künstlerstaat mit eigener Verfassung, eine der größten barocken Altstädte Mitteleuropas und fast überall ein Kirchturm im Blick: Vilnius überrascht. Eine Städtereise nach Vilnius führt in die litauische Hauptstadt, in der katholische, orthodoxe und jüdische Geschichte nebeneinanderstehen und eine junge Café- und Barszene den Ton angibt.

Hauptstadt eines Großreichs

Der Legende nach träumte Großfürst Gediminas im 14. Jahrhundert von einem eisernen Wolf auf dem Hügel am Fluss Neris und gründete daraufhin die Stadt. Vilnius wurde Hauptstadt des Großfürstentums Litauen, das sich zeitweise bis ans Schwarze Meer erstreckte, und später Teil der polnisch-litauischen Adelsrepublik. Als „Jerusalem des Nordens“ war die Stadt ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit; der Holocaust vernichtete diese Welt fast vollständig, im Wald von Paneriai wurden Zehntausende ermordet. Nach russischer Herrschaft, polnischer Zwischenzeit und sowjetischer Besatzung ist Vilnius seit 1990 Hauptstadt des unabhängigen Litauen.

Sehenswürdigkeiten in Vilnius

Vom Gediminas-Turm auf dem Burgberg überblickt man die Altstadt, seit 1994 UNESCO-Welterbe. Unten stehen die klassizistische Kathedrale mit ihrem frei stehenden Glockenturm und der rekonstruierte Palast der Großfürsten. Die gotische St.-Annen-Kirche aus rotem Backstein soll Napoleon so gefallen haben, dass er sie am liebsten nach Paris mitgenommen hätte. Das Tor der Morgenröte mit einem verehrten Marienbild ist das letzte erhaltene Stadttor. Die Universität, eine der ältesten Osteuropas, besitzt Höfe und Kirchen aus mehreren Jahrhunderten. Das Museum der Okkupationen und Freiheitskämpfe im ehemaligen KGB-Gebäude zeigt die Zellen der Geheimpolizei.

Užupis und Ausgehen in Vilnius

Jenseits des Flüsschens Vilnia liegt Užupis, ein Künstlerviertel, das sich 1997 augenzwinkernd zur Republik erklärte; die Verfassung mit Sätzen wie „Jeder hat das Recht, glücklich zu sein“ hängt in vielen Sprachen an einer Mauer. Cafés, Ateliers und Galerien prägen das Viertel. Litauische Küche ist deftig: Cepelinai, große Kartoffelklöße mit Fleischfüllung, kalte rosa Rote-Bete-Suppe Šaltibarščiai im Sommer, Kibinai, Teigtaschen der Karäer, und dunkles Roggenbrot. Die Pilies-Straße und die Gegend um die Vokiečių-Straße bieten Restaurants und Bars, und im Bahnhofsviertel hat sich eine Szene in alten Fabrikhallen entwickelt.

Kunst und neue Viertel

Das MO Museum, ein Bau von Daniel Libeskind, zeigt litauische Kunst ab den 1960er-Jahren. Das Viertel Naujamiestis mit alten Fabrikhallen hat sich zu einem Kreativviertel entwickelt, und am Ufer der Neris laden Wege zum Spazieren und Radfahren ein. Im Sommer schweben oft Heißluftballone über der Altstadt – Vilnius ist eine der wenigen Hauptstädte, über deren Zentrum Ballonfahrten erlaubt sind.

Unterwegs in Vilnius und beste Reisezeit

Der Flughafen Vilnius liegt nur rund sechs Kilometer südlich der Altstadt und ist per Zug oder Bus erreichbar. Busse und Trolleybusse erschließen die Stadt, die Altstadt erkundet man zu Fuß. Beste Reisezeit ist von Mai bis September mit langen Abenden; im Advent leuchtet ein großer Weihnachtsbaum auf dem Kathedralenplatz. Ein Ausflug führt zur Wasserburg Trakai auf einer Insel im Galvė-See, etwa eine halbe Stunde entfernt, Heimat der Karäer, deren Kibinai man dort probiert.

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