Shenzhen entdecken: Hightech-Metropole am Perlflussdelta
Reiseführer · redaktionellVor gut 45 Jahren lebten hier ein paar Zehntausend Menschen in Fischerdörfern, heute ist Shenzhen eine Metropole mit über 17 Millionen Einwohnern und Sitz weltbekannter Technologiekonzerne. Eine Reise nach Shenzhen zeigt Chinas Zukunft: Wolkenkratzer, Elektromärkte, Kunstquartiere und Strände direkt neben Hongkong.
Die Stadt aus dem Nichts
1980 erklärte Deng Xiaoping die Gegend an der Grenze zu Hongkong zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas. Investoren aus Hongkong bauten Fabriken, Arbeitskräfte aus dem ganzen Land strömten herbei. Die Stadt wuchs in einem Tempo, das in der Weltgeschichte kaum Vergleiche hat. Aus der „Werkbank der Welt“ wurde ein Zentrum für Forschung und Innovation: Konzerne für Telekommunikation, Elektroautos, Drohnen und Internetdienste haben hier ihren Sitz. Eine Statue Deng Xiaopings im Lianhuashan-Park erinnert an den Gründervater.
Sehenswürdigkeiten in Shenzhen
Im Geschäftsviertel Futian ragt das Ping An Finance Centre fast 600 Meter auf, mit Aussichtsdeck im 116. Stock. Davor erstreckt sich die Civic Center-Achse mit Bibliothek, Konzerthalle und dem Museum für zeitgenössische Kunst und Stadtplanung. Im Bezirk Nanshan liegen der Shenzhen Bay Park mit Uferweg und Blick auf Hongkong sowie Shekou, ein Hafenviertel mit Restaurants und der Design Society, einem Kulturzentrum mit Ausstellungen des Victoria and Albert Museum. In Huaqiangbei drängen sich Elektronikmärkte über mehrere Stockwerke, in denen man Bauteile, Handys und Gadgets findet. Das Kunstviertel OCT Loft in ehemaligen Fabriken bietet Galerien, Cafés und Designläden.
Viertel, Strände und Natur
Im Osten der Stadt, in Dameisha und Xiaomeisha, gibt es Strände, und die Dapeng-Halbinsel mit der alten Festung Dapeng Suocheng ist ein beliebtes Wochenendziel. Wanderer steigen auf den Wutong-Berg, mit rund 940 Metern der höchste Gipfel der Stadt. Im Zentrum ist Dongmen das älteste Einkaufsviertel mit Fußgängerzonen und Straßenständen, während Nanshan mit Universitäten und Technologieparks das junge, internationale Shenzhen verkörpert. Das Dorf Dafen ist bekannt für seine Maler, die Kopien berühmter Gemälde in großer Zahl herstellen. Im Mangrovenpark an der Shenzhen-Bucht und im Lianhuashan-Park erholen sich Bewohner vom Großstadtleben; im Winter rasten hier zahlreiche Zugvögel. Abends locken die Bars in Shekou und im Viertel um den Coastal City Park, wo viele internationale Bewohner leben.
Essen in Shenzhen
Als Stadt der Zugezogenen bietet Shenzhen Küchen aus ganz China: scharfe Sichuan- und Hunan-Gerichte, nordchinesische Nudeln und natürlich kantonesische Dim Sum. Eine lokale Spezialität sind Austern aus Shajing, die gegrillt oder in Omeletts serviert werden. Die Hakka-Küche mit gefülltem Tofu und Salzhuhn ist im Osten verbreitet. Die Restaurants in Shenzhen sind modern, oft in Einkaufszentren, und die Café- und Teekultur ist bei jungen Leuten sehr beliebt.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Bao’an liegt im Westen und ist per Metro erreichbar. Von Hongkong gelangt man über mehrere Grenzübergänge wie Lo Wu oder Futian sowie mit dem Hochgeschwindigkeitszug in rund 15 bis 20 Minuten nach Shenzhen, nach Guangzhou sind es etwa eine halbe Stunde. Die Metro ist modern und günstig, Busse und Taxis fahren fast ausschließlich elektrisch. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und Dezember; der Sommer ist heiß, feucht und von Taifunen geprägt.







