Region · Ebene 2

Sichuan

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Land
China
Städte
2
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Sichuan: Pandas, Feuertopf und Bergseen

Reiseführer · redaktionell

Sichuan reicht von einem fruchtbaren, dicht besiedelten Becken bis hinauf auf das tibetische Hochland – und entsprechend groß ist die Spannbreite einer Reise. Wer Urlaub in Sichuan macht, besucht Riesenpandas in Chengdu, die türkisfarbenen Seen von Jiuzhaigou und heilige Berge, und isst dabei so scharf wie nirgends sonst in China.

Vom Roten Becken ins Hochgebirge

Der Osten Sichuans wird vom Roten Becken eingenommen, einer hügeligen, fruchtbaren Senke mit feuchtem, oft dunstigem Klima. Hier wachsen Reis, Raps und Zitrusfrüchte, hier liegen die großen Städte. Nach Westen steigt das Land abrupt an: Das Qionglai- und Daxue-Gebirge mit dem fast 7.600 Meter hohen Minya Konka bilden den Übergang nach Kham und Amdo, das osttibetische Kulturgebiet mit Klöstern, Yakweiden und Nomadenzelten. Der Jangtse und seine Nebenflüsse Min, Jialing und Dadu haben tiefe Schluchten in dieses Land geschnitten.

Chengdu: Teehäuser und Pandas

Chengdu gilt als eine der entspanntesten Großstädte Chinas. Im Volkspark sitzen die Menschen in Bambusstühlen beim Tee, lassen sich die Ohren reinigen und spielen Mahjong. Die Panda-Aufzuchtstation im Norden der Stadt ist frühmorgens am lohnendsten, wenn die Tiere fressen und aktiv sind. Der Wenshu-Tempel, der Wuhou-Schrein zu Ehren der Drei Reiche, die Gassen Kuanzhai Xiangzi und die Ausgrabungen von Jinsha mit ihrer goldenen Sonnenscheibe zeigen die lange Geschichte der Stadt. Abends steht die Sichuan-Oper mit ihrem blitzschnellen Maskenwechsel auf dem Programm.

Sehenswürdigkeiten in Sichuan

Das Tal von Jiuzhaigou im Norden ist mit seinen kristallklaren Kalkseen, Wasserfällen und tibetischen Dörfern eines der bekanntesten Naturziele Chinas; das benachbarte Huanglong bietet terrassenförmige Sinterbecken. Südlich von Chengdu thront der 71 Meter hohe Große Buddha von Leshan, aus einer Felswand am Zusammenfluss dreier Flüsse gehauen. Der Emei Shan, einer der vier heiligen Berge des Buddhismus, lockt mit Klöstern und dem Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer. Das Bewässerungssystem von Dujiangyan funktioniert seit über 2.200 Jahren, der Qingcheng Shan daneben ist ein Ursprungsort des Daoismus. Im Westen locken Kangding, Danba mit seinen Wachtürmen und das Hochland um Daocheng Yading. Zigong im Süden ist für seine Salzgeschichte, ein Dinosauriermuseum und das Laternenfest zum Neujahr bekannt, und die Altstädte Huanglongxi und Luodai bei Chengdu bewahren Holzhäuser aus der Qing-Zeit.

Essen und Trinken

Die Sichuan-Küche ist berühmt für „ma la“, das betäubende Kribbeln des Sichuan-Pfeffers in Verbindung mit Chili. Mapo-Tofu, Gong-Bao-Huhn, Dandan-Nudeln und Twice-Cooked Pork sind weltweit bekannt; vor Ort isst man außerdem Chuanchuan-Spieße und den Feuertopf in brodelnder roter Brühe. Wer es milder mag, bestellt einen Topf mit geteilter Brühe. Dazu passen Jasmintee und das kühle Bingfen-Dessert.

Anreise und beste Reisezeit

Chengdu hat mit Tianfu und Shuangliu zwei große Flughäfen, Schnellzüge fahren nach Chongqing, Xi'an und Kunming. Nach Jiuzhaigou gibt es eine Bahnstrecke sowie Flüge zum Flughafen Jiuzhai Huanglong. Für Reisen in tibetisch geprägte Gebiete können je nach Lage Einschränkungen gelten. Die beste Reisezeit für das Becken sind Frühling und Herbst; Jiuzhaigou ist im Oktober mit Herbstlaub am schönsten. In höheren Lagen sollte man warme Kleidung mitnehmen, denn selbst im Sommer wird es dort nachts kalt.