Chengdu entdecken: Pandas, Teehäuser und Feuertopf
Reiseführer · redaktionellIn Chengdu sitzt man stundenlang im Teehaus, lässt sich die Ohren reinigen und isst Feuertopf, der die Lippen kribbeln lässt. Eine Reise nach Chengdu, der Hauptstadt Sichuans, verbindet Riesenpandas, eine entspannte Lebensart und eine der aufregendsten Küchen Chinas.
Land der Fülle
Chengdu ist seit über 2.000 Jahren besiedelt. Das Bewässerungssystem Dujiangyan aus dem 3. Jahrhundert vor Christus machte die Ebene zu einem der fruchtbarsten Gebiete Chinas, dem „Land der Fülle“. Im 3. Jahrhundert war Chengdu Hauptstadt des Königreichs Shu, bekannt aus dem Roman „Die Geschichte der Drei Reiche“. Hier wurde im 11. Jahrhundert das erste Papiergeld der Welt ausgegeben. Heute ist Chengdu ein Wirtschafts- und Technologiezentrum Westchinas, bekannt für seinen entspannten Lebensstil.
Sehenswürdigkeiten in Chengdu
Die Panda-Forschungsstation im Norden ist die bekannteste Attraktion: In weitläufigen Gehegen fressen Riesenpandas Bambus, morgens sind sie am aktivsten. Rote Pandas leben ebenfalls dort. Im Zentrum liegt der Wuhou-Tempel, der dem Strategen Zhuge Liang gewidmet ist, direkt daneben die Jinli-Gasse mit Laternen und Imbissen. Die Strohhütte des Du Fu, ein Gartenanwesen mit Bambushainen und Pavillons, erinnert an den berühmten Dichter der Tang-Zeit, der hier einige Jahre lebte. Der Wenshu-Tempel ist ein aktives buddhistisches Kloster mit einem beliebten Teehaus. Die Gassen Kuanzhai Xiangzi mit restaurierten Hofhäusern zeigen das alte Chengdu, das Viertel um Chunxi Lu und Taikoo Li das moderne Einkaufszentrum mit einem riesigen Panda, der an einer Fassade klettert.
Teehäuser und Sichuan-Oper
Im Volkspark treffen sich Einheimische im Heming-Teehaus, spielen Mahjong und lassen sich von Ohrenreinigern behandeln. Abends lohnt eine Vorstellung der Sichuan-Oper mit dem berühmten Bianlian, dem blitzschnellen Maskenwechsel, und Feuerspucken. Im Yulin-Viertel, besungen in einem bekannten Volkslied, gibt es Bars und kleine Musiklokale, an den Ufern des Jinjiang wird abends spaziert.
Essen in Chengdu
Chengdu wurde 2010 von der UNESCO als Stadt der Gastronomie ausgezeichnet. Die Sichuan-Küche lebt vom betäubenden Sichuan-Pfeffer und Chili, dem Geschmack „Mala“. Klassiker sind Huoguo, der Feuertopf, Mapo Tofu, Kung-Pao-Huhn, Dan-Dan-Nudeln und Chuan Chuan, Spieße im scharfen Sud. Daneben gibt es mildere Snacks wie Long Chao Shou, Wan-Tans in Brühe, und süße Reiskuchen. Viele Restaurants in Chengdu bieten auch milde Varianten an, beim Feuertopf etwa einen geteilten Topf mit scharfer und milder Brühe. Wer selbst kochen lernen möchte, findet Kochschulen, die mit einem Besuch auf einem Markt beginnen, auf dem Chilisorten, eingelegtes Gemüse und Bohnenpaste aus Pixian angeboten werden. Abends füllen sich die Imbissstraßen rund um die Yulin-Gegend, wo Spieße, Kaninchenköpfe und kalte Nudeln bis spät serviert werden.
Anreise und Ausflüge
Chengdu hat zwei Flughäfen: den neuen Tianfu im Südosten und Shuangliu im Südwesten, beide per Metro erreichbar. Hochgeschwindigkeitszüge fahren nach Chongqing, Xi’an und weiter. Lohnende Ausflüge führen zum Großen Buddha von Leshan, mit 71 Metern die größte Steinstatue eines Buddha, zum heiligen Berg Emei und zum Bewässerungssystem Dujiangyan. Die beste Reisezeit ist im Frühjahr und Herbst, der Sommer ist heiß und feucht, der Winter grau und kühl.



