Stadt · Ebene 3

Lüttich · Liège

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Region
Wallonien, Belgien
Einwohner
195.278
Zentrum
50.6451° N · 5.5736° E
Stadtteile
2
Lüttich – Stadtansicht
Lüttich · © A.Savin · CC BY-SA 3.0
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Karte von Lüttich

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Lüttich entdecken: Treppen, Sonntagsmarkt und Pekèt

Reiseführer · redaktionell

374 Stufen führen in Lüttich schnurgerade den Hang hinauf, und wer oben ankommt, blickt über ein Häusermeer an der Maas. Eine Städtereise nach Lüttich, der größten Stadt Walloniens, zeigt eine lebensfrohe, eigenwillige Stadt mit einem spektakulären Bahnhof, einem der größten Wochenmärkte Belgiens und einer Küche, die vor allem eines will: satt und glücklich machen.

Die Stadt der Fürstbischöfe

Über achthundert Jahre lang war Lüttich die Hauptstadt eines eigenen Staates, des Fürstbistums Lüttich, das bis 1795 bestand. An diese Zeit erinnert der Palast der Fürstbischöfe am Place Saint-Lambert, ein mächtiger Bau mit einem Innenhof voller verzierter Säulen. Im 19. Jahrhundert wurde die Region mit Kohle und Stahl zu einer der ersten Industrieregionen des Kontinents, der Unternehmer John Cockerill baute im Vorort Seraing riesige Werke. Der Niedergang der Schwerindustrie traf die Stadt hart, doch Lüttich hat sich mit Kultur, Universität und neuen Bauten neu erfunden. Georges Simenon, der Schöpfer des Kommissars Maigret, wurde hier geboren.

Sehenswürdigkeiten in Lüttich

Die Montagne de Bueren, eine Treppe mit 374 Stufen aus dem 19. Jahrhundert, führt zur Zitadelle und zu den Coteaux, grünen Hängen mit Gärten und Aussichtspunkten. Das Grand Curtius, ein Museum in einem prächtigen Renaissance-Haus am Kai, vereint Archäologie, Waffen, Glas und Kunsthandwerk. In der Kathedrale Saint-Paul liegt ein reicher Kirchenschatz, und die Kirche Saint-Barthélemy bewahrt ein romanisches Taufbecken aus Bronze, ein Meisterwerk des 12. Jahrhunderts. Der Bahnhof Liège-Guillemins von Santiago Calatrava mit seinem weißen Gewölbe aus Stahl und Glas ist eine Sehenswürdigkeit für sich, gegenüber zeigt das Museum La Boverie im Park am Fluss Kunst von Picasso bis Magritte.

La Batte, Le Carré und Outremeuse

Jeden Sonntagvormittag erstreckt sich am Ufer der Maas der Markt La Batte über rund zwei Kilometer, mit Obst, Käse, Kleidung, Blumen und Lebendtieren, eine Tradition seit dem 16. Jahrhundert. Le Carré im Zentrum ist das Ausgehviertel mit Bars, Kneipen und Restaurants, die bis spät in die Nacht gefüllt sind. Jenseits des Flusses liegt Outremeuse, das volkstümliche Viertel mit der Puppenfigur Tchantchès; am 15. August feiert man dort mit Prozession, Musik und viel Pekèt das größte Volksfest der Stadt. Seit 2025 fährt eine Straßenbahn durch die Stadt.

Essen in Lüttich

Die Lütticher Waffel ist schwer, karamellisiert und mit Hagelzucker gebacken, man isst sie warm aus der Tüte. Boulets à la liégeoise sind Fleischbällchen in einer süßsauren Sauce aus Sirop de Liège, einem dunklen Apfel- und Birnenkraut, serviert mit Pommes. Die Salade liégeoise verbindet grüne Bohnen, Kartoffeln und Speck. Dazu trinkt man Pekèt, einen Wacholderschnaps, der in vielen Geschmacksrichtungen ausgeschenkt wird, oder ein Bier aus einer der Brauereien der Region.

Anreise und beste Reisezeit

Hochgeschwindigkeitszüge verbinden Lüttich mit Brüssel, Köln und Aachen; der Flughafen Lüttich dient vor allem dem Frachtverkehr. Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, besonders am 15. August. Ausflüge führen in die Ardennen, nach Spa mit seinen Thermalquellen und zur Rennstrecke von Spa-Francorchamps oder ins nahe Maastricht.