Region · Ebene 2

Cần Thơ

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Land
Vietnam
Städte
5
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Can Tho: Schwimmende Märkte im Herzen des Mekongdeltas

Reiseführer · redaktionell

Cần Thơ ist die größte Stadt des Mekongdeltas und der beste Ausgangspunkt, um das Leben auf dem Wasser kennenzulernen. Seit 2025 gehören auch Sóc Trăng mit seinen Khmer-Pagoden und das ländliche Hậu Giang zur Stadtprovinz. Ein Urlaub in Can Tho heißt: früh aufstehen, aufs Boot steigen und zwischen Obstkähnen frühstücken.

Leben am Hậu-Fluss

Die Stadt liegt am Südufer des Hậu, des größeren der beiden Mekong-Hauptarme, etwa 170 Kilometer südwestlich von Ho-Chi-Minh-Stadt. Um sie herum zieht sich ein Netz aus Kanälen durch Reisfelder und Obstgärten. Durch die Fusion mit Sóc Trăng und Hậu Giang reicht das Gebiet nun bis an die Mündung des Hậu ins Meer; dort, im Süden, liegen Mangroven, Salzwiesen und Garnelenteiche. Vị Thanh, die frühere Hauptstadt von Hậu Giang, und Thốt Nốt im Norden sind kleinere Marktstädte. Zusammen leben hier etwa vier Millionen Menschen, darunter viele Khmer, besonders um Sóc Trăng.

Sehenswürdigkeiten in Can Tho

Der schwimmende Markt Cái Răng ist das bekannteste Ziel. Schon kurz nach Sonnenaufgang liegen hier Lastkähne vor Anker, an deren Masten Muster der angebotenen Ware hängen: Kürbisse, Ananas, Wassermelonen. Kleine Boote verkaufen Kaffee und Nudelsuppe an die Händler. Der Markt ist kleiner geworden, seit Straßen und Brücken den Transport erleichtern, lohnt aber weiterhin. In der Stadt selbst lädt die Uferpromenade Ninh Kiều mit der Statue Hồ Chí Minhs zum Abendspaziergang ein, daneben steht ein Markt in einer alten Kolonialhalle. Das Haus der Familie Bình Thủy aus dem späten 19. Jahrhundert verbindet französische und vietnamesische Bauweise und diente als Filmkulisse für „Der Liebhaber“. Mit dem Fahrrad oder Boot lassen sich die Obstgärten auf den Inseln im Fluss, etwa Cồn Sơn, erkunden.

Sóc Trăng und Hậu Giang

Sóc Trăng ist das Zentrum der Khmer-Kultur in Vietnam. Die Fledermauspagode, Chùa Dơi, verdankt ihren Namen den Flughunden, die tagsüber in den Bäumen hängen. Die Chùa Chén Kiểu ist mit Porzellanscherben verziert, und die Chùa Đất Sét birgt Hunderte Figuren aus Ton, die ein Mönch im 20. Jahrhundert formte. Im Herbst feiern die Khmer das Ok-Om-Bok-Fest mit Ngo-Bootsrennen auf dem Fluss. In Hậu Giang lockt das Schutzgebiet Lung Ngọc Hoàng mit Sumpfwäldern und Vögeln, und auf dem schwimmenden Markt Ngã Bảy treffen sieben Kanäle aufeinander.

Essen und Trinken

Der Mekong liefert Fisch, Reis und Obst im Überfluss. In Cần Thơ isst man bánh tét lá cẩm, violetten Klebreiskuchen, und lẩu mắm, einen Feuertopf mit fermentiertem Fisch und zahlreichen Wildgemüsen. Sóc Trăng ist berühmt für bún nước lèo, eine Nudelsuppe der Khmer mit Fisch und Prahok, und für bánh pía, Blätterteigküchlein mit Durian und Mungbohnen. Zu jedem Markt gehören frische Säfte aus Zuckerrohr und Kokos.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Cần Thơ (VCA) wird von Hanoi und Đà Nẵng aus angeflogen. Von Saigon fährt man über die Autobahn und die große Cần-Thơ-Brücke in etwa dreieinhalb Stunden. Die beste Reisezeit liegt in der Trockenzeit von Dezember bis April. Ab August steigen die Fluten, dann ist das Delta grün und wasserreich, aber auch regnerisch.