Cần Thơ entdecken: Schwimmende Märkte im Mekong-Delta
Reiseführer · redaktionellNoch vor Sonnenaufgang tuckern Boote voller Ananas, Kürbisse und Wassermelonen zum Markt auf dem Fluss: Cần Thơ ist die größte Stadt im Mekong-Delta und ihr Herz. Eine Reise nach Cần Thơ führt zu schwimmenden Märkten, Obstgärten und Kanälen, auf denen sich das Leben abspielt.
Hauptstadt des Westens
Cần Thơ wuchs im 19. Jahrhundert am Ufer des Hậu, des südlichen Hauptarms des Mekong, zum Handelsplatz für Reis und Obst heran. Unter den Franzosen wurde die Stadt Verwaltungssitz, Reismühlen und Lagerhäuser entstanden. Heute nennt man sie in Vietnam „Tây Đô“, Hauptstadt des Westens. Die 2010 eröffnete Cần-Thơ-Brücke, eine der längsten Schrägseilbrücken Südostasiens, hat die Fahrzeit nach Saigon deutlich verkürzt. Mit der Verwaltungsreform 2025 wurden die Provinzen Sóc Trăng und Hậu Giang eingegliedert, was die Einwohnerzahl auf über vier Millionen anhob.
Sehenswürdigkeiten in Cần Thơ
Das Leben der Stadt konzentriert sich auf die Uferpromenade von Ninh Kiều mit einer Statue Ho Chi Minhs, Parks und einer beleuchteten Fußgängerbrücke. Daneben steht der alte Markt, ein Kolonialbau mit Ständen für Souvenirs und Snacks. Die Ông-Pagode, eine chinesische Versammlungshalle aus dem 19. Jahrhundert, ist mit Holzschnitzereien und Räucherspiralen geschmückt. Am Stadtrand, in Bình Thủy, steht das Haus der Familie Dương, eine Villa, die französische Architektur mit vietnamesischen Holzarbeiten verbindet. Zahlreiche Khmer-Pagoden mit spitzen, goldenen Dächern zeugen von der Volksgruppe, die im Delta seit Jahrhunderten lebt.
Schwimmender Markt Cái Răng
Höhepunkt jedes Besuchs ist der schwimmende Markt Cái Răng, rund sechs Kilometer flussabwärts. Zwischen etwa fünf und acht Uhr morgens liegen hier Großhändlerboote nebeneinander, an langen Stangen hängt die jeweilige Ware als Werbung. Kleine Boote verkaufen Kaffee, Nudelsuppen und Baguettes an die Händler. Der Markt ist kleiner geworden, seit Straßen viele Transporte übernehmen, bleibt aber ein eindrucksvolles Erlebnis. Viele Touren verbinden ihn mit dem kleineren Markt Phong Điền und einer Fahrt durch schmale Kanäle zu Obstgärten. Unterwegs halten die Boote oft an kleinen Werkstätten, in denen Reisnudeln von Hand hergestellt und auf Bambusmatten in der Sonne getrocknet werden. Wer früh aufsteht und ein privates Boot am Ninh-Kiều-Anleger mietet, erlebt den Markt im ersten Licht, bevor die Ausflugsgruppen eintreffen.
Essen in Cần Thơ
Das Delta ist Vietnams Obstgarten: Rambutan, Mangostan, Durian, Pomelo und Longan wachsen hier in Fülle. Typisch für die Küche ist Lẩu mắm, ein kräftiger Eintopf mit fermentiertem Fisch und vielen Kräutern, außerdem Bánh xèo, Cá lóc nướng trui, über Stroh gegrillter Schlangenkopffisch, und Bánh cống aus dem nahen Sóc Trăng. An den Abendständen entlang der Promenade gibt es gegrillte Meeresfrüchte und Zuckerrohrsaft. Die Restaurants in Cần Thơ sind günstig und oft auf Stelzen über dem Wasser gebaut.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Cần Thơ hat Verbindungen nach Hanoi, Đà Nẵng und Phú Quốc. Von Ho-Chi-Minh-Stadt sind es mit dem Bus etwa dreieinhalb bis vier Stunden. In der Stadt fährt man Taxi, Grab oder Boot. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April. Von August bis November steigt das Hochwasser des Mekong, viele Felder stehen unter Wasser – auch das kann faszinierend sein, Ausflüge sind dann aber manchmal eingeschränkt.
