Phú Quốc entdecken: Inselstrände, Pfeffer und Fischsauce
Reiseführer · redaktionellVietnams größte Insel liegt im Golf von Thailand näher an Kambodscha als am vietnamesischen Festland. Ein Urlaub auf Phú Quốc bedeutet weiße Strände, Sonnenuntergänge über dem Meer, Pfefferplantagen und eine der berühmtesten Fischsaucen der Welt.
Von der Gefängnisinsel zur Ferieninsel
Lange war Phú Quốc eine abgelegene Insel der Fischer und Pfefferbauern. Hier soll Nguyễn Ánh, der spätere Kaiser Gia Long, im 18. Jahrhundert Zuflucht vor den Tây-Sơn-Rebellen gefunden haben. Während des Vietnamkriegs betrieb das südvietnamesische Regime ein großes Gefangenenlager für Kriegsgefangene; das Gelände ist heute Gedenkstätte. Seit den 2000er-Jahren hat sich die Insel rasant entwickelt: Ein internationaler Flughafen, große Resorts, Freizeitparks und eine Seilbahn sind entstanden. 2025 wurde Phú Quốc zur Sonderzone innerhalb der neuen Provinz An Giang, und 2027 soll die Insel den APEC-Gipfel ausrichten.
Strände und Sehenswürdigkeiten auf Phú Quốc
Der Long Beach an der Westküste zieht sich über rund 20 Kilometer und ist berühmt für seine Sonnenuntergänge. Im Südosten liegt der Sao-Strand mit puderfeinem Sand und türkisblauem Wasser, im Norden ruhigere Buchten wie Gành Dầu und Rạch Vẹm, wo Seesterne im flachen Wasser liegen. Die Seilbahn nach Hòn Thơm spannt sich über acht Kilometer über das Meer zu den An-Thới-Inseln, einem beliebten Revier für Schnorchler. Im Süden erinnert das Gefängnismuseum von Cây Dừa an die Kriegsjahre. Im Hauptort Dương Đông stehen der Leuchtturmtempel Dinh Cậu auf einem Felsen und ein lebhafter Nachtmarkt. Der Nordteil der Insel ist großenteils Nationalpark mit Regenwald und Wanderwegen.
Essen auf Phú Quốc
Phú Quốc ist berühmt für Fischsauce: In großen Holzfässern fermentieren Sardellen monatelang, in mehreren Manufakturen kann man das Verfahren besichtigen. Ebenso bekannt ist der Pfeffer, dessen Plantagen man besuchen kann, sowie Sim-Wein aus Rosenmyrtenbeeren. Auf den Märkten gibt es Seeigel, Tintenfisch, Krabben und Gỏi cá trích, einen Salat aus rohem Hering mit Kokos und Kräutern. Der Nachtmarkt von Dương Đông ist der beste Ort, um Meeresfrüchte zu probieren.
Inselleben und Ausgehen
Abseits der Resorts zeigt Phú Quốc sein altes Gesicht. Im Fischerhafen von Hàm Ninh an der Ostküste stehen Pfahlhäuser über dem Wasser, Frauen verkaufen getrocknete Seepferdchen, Krabben und Muschelschmuck. Im Süden bei An Thới liegt die Flotte der Fischkutter, die nachts mit grellen Lampen Tintenfische fangen. Am Abend verlagert sich das Leben nach Dương Đông und an den Long Beach, wo Strandbars mit Sitzsäcken den Sonnenuntergang feiern. Im Süden der Insel ist mit Sunset Town eine Hotel- und Unterhaltungsstadt im mediterranen Stil entstanden, mit abendlichen Shows und Feuerwerk.
Anreise und beste Reisezeit
Der internationale Flughafen hat Verbindungen nach Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und zahlreichen Städten Asiens, teils auch Charterflüge aus Europa. Fähren verbinden die Insel mit Rạch Giá und Hà Tiên auf dem Festland. Ausländische Besucher können ohne Visum bis zu 30 Tage auf Phú Quốc bleiben, solange sie die Insel nicht verlassen. Vor Ort mietet man Roller, nimmt Taxis oder Grab. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April mit ruhigem Meer und wenig Regen. Von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun Wellen und Schauer an die Westküste, dann sind die Strände im Osten ruhiger.
