Hội An entdecken: Laternen, Schneider und Altstadtgassen
Reiseführer · redaktionellWenn abends Hunderte Seidenlaternen in den Gassen leuchten und Papierlichter auf dem Thu-Bồn-Fluss treiben, zeigt Hội An seine schönste Seite. Ein Urlaub in Hội An verbindet eine der besterhaltenen Handelsstädte Asiens mit Schneiderwerkstätten, Reisfeldern und Stränden.
Hafen der Kaufleute
Vom 15. bis 19. Jahrhundert war Hội An, damals Faifo genannt, ein internationaler Handelshafen. Kaufleute aus China, Japan, Portugal und den Niederlanden tauschten hier Seide, Porzellan, Gewürze und Zimt. Chinesische Familien gründeten Versammlungshallen, Japaner bauten eine eigene Siedlung. Als der Fluss versandete und Đà Nẵng zum wichtigsten Hafen wurde, geriet die Stadt in Vergessenheit – ein Glücksfall, denn so blieben die alten Holzhäuser fast unverändert erhalten. 1999 nahm die UNESCO die Altstadt in die Welterbeliste auf. Seit 2025 gehört Hội An verwaltungstechnisch zu Đà Nẵng, die Altstadt bildet nun die Phường Hội An.
Sehenswürdigkeiten in Hội An
Das Wahrzeichen ist die Japanische Brücke aus dem frühen 17. Jahrhundert mit einem kleinen Tempel auf der Brücke; sie wurde vor einigen Jahren aufwendig restauriert. Mit einem Sammelticket besichtigt man mehrere Gebäude: alte Kaufmannshäuser wie Tấn Ký und Phùng Hưng mit dunklen Holzbalken und Innenhöfen, die chinesischen Versammlungshallen der Fujian- und Kanton-Gemeinden mit Drachenbrunnen und Räucherspiralen sowie kleine Museen zu Keramik und Handelsgeschichte. Der Zentralmarkt am Fluss ist morgens am lebendigsten. Am Abend, wenn die Altstadt für Motorräder gesperrt ist, fahren kleine Boote mit Laternen über den Fluss, und Kinder verkaufen Kerzen in Papierbooten. Besonders schön ist der Vollmondabend jeden Monats mit dem Laternenfest.
Schneider, Laternen und Handwerk
Hội An ist berühmt für seine Schneider, die Anzüge, Kleider und Mäntel innerhalb von ein bis zwei Tagen nach Maß fertigen. Am besten plant man Zeit für eine Anprobe ein. Ebenso bekannt sind die Laternenwerkstätten, in denen Bambusgestelle mit Seide bespannt werden; manche bieten Kurse an. Im Dorf Thanh Hà wird seit Jahrhunderten Keramik getöpfert, im Gemüsedorf Trà Quế bauen Familien Kräuter auf Algen gedüngten Beeten an, und im Kokospalmenwald von Cẩm Thanh fahren Besucher in runden Korbbooten durch die Wasserpalmen.
Essen in Hội An
Die Stadt hat ihre eigenen Gerichte. Cao lầu, dicke Nudeln mit Schweinefleisch und Kräutern, sollen nur mit Wasser aus einem bestimmten alten Brunnen ihren typischen Biss bekommen. Mì Quảng, Hoành thánh, frittierte Wan-Tans, und das Gericht „White Rose“, zarte Teigtaschen mit Garnelen, gehören ebenfalls dazu. Das Bánh mì von Hội An gilt vielen als das beste des Landes. Abends gibt es auf dem Nachtmarkt auf der Insel An Hội gegrillte Spieße und Fruchtshakes. Restaurants in Hội An bieten außerdem zahlreiche Kochkurse an, oft mit Marktbesuch.
Anreise, Strände und beste Reisezeit
Der nächste Flughafen ist Đà Nẵng, rund 30 Kilometer nördlich; Taxis und Shuttles brauchen etwa 45 Minuten. In Hội An selbst geht man zu Fuß oder radelt, viele Unterkünfte verleihen Fahrräder. Fünf Kilometer entfernt liegen die Strände von An Bàng und Cửa Đại, ein Ausflug führt zur Tempelstätte Mỹ Sơn oder zu den Cù-Lao-Chàm-Inseln zum Schnorcheln. Die beste Reisezeit ist von Februar bis Mai, wenn es warm und trocken ist. Von Oktober bis Dezember drohen Taifune und Hochwasser – dann kann der Fluss die Altstadt überfluten.

