Đà Nẵng entdecken: Strand, Brücken und Marmorberge
Reiseführer · redaktionellEin kilometerlanger Sandstrand vor der Haustür, Berge im Rücken und ein Fluss, über den jeden Wochenendabend ein Drache Feuer speit: Đà Nẵng ist Vietnams entspannteste Großstadt. Ein Urlaub in Đà Nẵng lässt sich ideal mit Hội An, Huế und den Marmorbergen verbinden.
Vom Hafen Tourane zur Boomstadt
Die Bucht von Đà Nẵng war schon für die Cham ein wichtiger Ankerplatz, im 19. Jahrhundert landeten hier die französischen Truppen, die Vietnam kolonisierten. Unter dem Namen Tourane wurde die Stadt Hafen und Handelsplatz. 1965 kamen die ersten US-Kampftruppen an den Strand von Đà Nẵng, der Flughafen wurde zu einem der größten Militärstützpunkte des Kriegs. Seit den 2000er-Jahren hat sich die Stadt mit sauberen Straßen, neuen Brücken und Strandhotels zum Vorzeigemodell Vietnams entwickelt. 2025 wurde die Provinz Quảng Nam eingegliedert, wodurch auch Hội An verwaltungstechnisch zu Đà Nẵng gehört.
Sehenswürdigkeiten in Đà Nẵng
Wahrzeichen ist die Drachenbrücke über den Hàn-Fluss, deren Drachenkopf am Wochenende abends Feuer und Wasser speit. Daneben spannen sich die Drehbrücke Sông Hàn und die Brücke der Liebe. Am westlichen Ufer, im Viertel Hải Châu, zeigt das Museum für Cham-Skulpturen die weltweit größte Sammlung von Steinfiguren dieser hinduistischen Kultur. Die rosa Kathedrale, im Volksmund „Hühnerkirche“ wegen des Wetterhahns, und der Hàn-Markt liegen nur wenige Schritte entfernt. Im Nordosten ragt die Halbinsel Sơn Trà ins Meer, mit der Linh-Ứng-Pagode und einer 67 Meter hohen Statue der Göttin Quan Âm sowie Wäldern, in denen seltene Kleideraffen leben. Im Süden, in Ngũ Hành Sơn, erheben sich die Marmorberge, fünf Kalksteinhügel mit Höhlen, Pagoden und Aussichtspunkten.
Strände von An Hải bis Non Nước
Der Mỹ-Khê-Strand zieht sich über viele Kilometer am Stadtteil An Hải und Sơn Trà entlang; frühmorgens schwimmen hier Einheimische, Fischer ziehen ihre runden Korbboote an Land. Weiter südlich gehen Mỹ Khê und Bắc Mỹ An in den ruhigeren Non-Nước-Strand über, an dem große Resorts liegen. Surfer finden von Oktober bis Februar gute Wellen. Entlang der Strandstraße Võ Nguyên Giáp wechseln sich öffentliche Abschnitte mit Duschen und Liegestühlen, Hotelstrände und kleine Parks ab. Am späten Nachmittag, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, kommen die Einheimischen: Dann wird Volleyball gespielt, Kinder bauen Sandburgen, und Händler bieten gegrillten Mais und Kokosnüsse an. Die Wasserqualität gilt als gut, dennoch sollte man auf rote Flaggen achten, denn Strömungen können kräftig sein.
Essen in Đà Nẵng
Die Spezialität ist Mì Quảng, breite, gelbe Reisnudeln mit wenig Brühe, Garnelen, Schweinefleisch, Erdnüssen und Reiscrackern. Ebenso typisch ist Bánh tráng cuốn thịt heo, Schweinefleisch mit Kräutern in Reispapier gerollt, dazu eine kräftige Sardellensauce. Am Strand von An Hải servieren große Fischlokale frische Meeresfrüchte, die man im Becken selbst auswählt. Der Cồn-Markt in Hải Châu ist ideal, um Bánh xèo, Bún chả cá und süße Chè zu probieren.
Ausgehen und Feste
Das Nachtleben konzentriert sich auf das Flussufer und die Straßen hinter dem Mỹ-Khê-Strand mit Rooftop-Bars, Craft-Beer-Lokalen und dem Nachtmarkt Sơn Trà. Wer lieber ruhig ausklingen lässt, setzt sich in eines der Cafés am Flussufer von Hải Châu und sieht den beleuchteten Brücken zu. Höhepunkt ist das internationale Feuerwerksfestival, das meist im Juni und Juli an mehreren Abenden Teams aus aller Welt über den Hàn-Fluss bringt.
Unterwegs, beste Reisezeit und Ausflüge
Der internationale Flughafen liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt, Direktflüge kommen aus vielen Städten Asiens. Taxis und Grab sind günstig, Mietroller beliebt. Der Bahnhof liegt zentral an der Nord-Süd-Strecke; die Zugfahrt über die Küste nach Huế zählt zu den schönsten Bahnstrecken des Landes. Die beste Reisezeit für den Strand ist von Februar bis August; von September bis Dezember drohen Taifune und heftiger Regen. Beliebte Ausflüge führen zu den Bà Nà Hills mit Seilbahn und der von riesigen Steinhänden gehaltenen Goldenen Brücke, über den Hải-Vân-Pass nach Huế, nach Hội An und zur Tempelstätte Mỹ Sơn.




