Dalat entdecken: Pinienwälder, Blumen und Kaffee
Reiseführer · redaktionellMorgennebel über Pinienwäldern, Gewächshäuser bis zum Horizont und Häuser, die eher an die Alpen als an die Tropen erinnern: Dalat ist Vietnams Sommerfrische. Ein Urlaub in Dalat bietet kühle Luft, Wasserfälle, Blumenmärkte und eine eigene Kaffeekultur.
Eine Bergstation der Franzosen
Der Arzt und Forscher Alexandre Yersin erkundete 1893 das Langbiang-Plateau und empfahl es als Erholungsort. Die französische Kolonialverwaltung baute daraufhin eine Bergstation mit Villen, Hotels, Schulen und einer Zahnradbahn hinauf. Bis heute prägen Fachwerk, Spitzdächer und Kamine das Bild. Der letzte Kaiser Bảo Đại verbrachte hier viele Sommer. Nach 1975 wurde Dalat zum Ziel vietnamesischer Hochzeitspaare und Urlauber, inzwischen auch internationaler Reisender. Im Zuge der Verwaltungsreform 2025 ist Dalat in mehrere Phường aufgeteilt worden, darunter Xuân Hương, Lâm Viên, Cam Ly und Lang Biang, und gehört zur vergrößerten Provinz Lâm Đồng.
Sehenswürdigkeiten in Dalat
Mitten in der Stadt liegt der Xuân-Hương-See, umrundet von einem Spazierweg mit Blick auf das Kolonialhotel Dalat Palace. Der alte Bahnhof im Art-déco-Stil ist ein Schmuckstück; eine kurze Touristenbahn fährt von hier zur Linh-Phước-Pagode mit ihrem Drachen aus Glasscherben. Der Sommerpalast von Bảo Đại zeigt den Lebensstil des letzten Kaisers. Ganz anders wirkt das Crazy House der Architektin Đặng Việt Nga, ein surreales Gebäude mit Baumstämmen, Höhlen und verschlungenen Treppen, in dem man auch übernachten kann. Die Domaine de Marie, ein rosafarbenes Kloster, und die Kathedrale mit dem Hahn auf dem Turm erinnern an die französische Zeit. Im Lâm-Đồng-Museum erfährt man mehr über die Kulturen der Bergvölker, ihre Gongs, Webkunst und Langhäuser. Ein schöner Spaziergang führt durch das Viertel um die Trần-Hưng-Đạo-Straße, wo zahlreiche Kolonialvillen zwischen Kiefern stehen, manche verfallen, andere als Hotels oder Cafés restauriert. Der Blumengarten am Nordufer des Sees zeigt Hortensien, Orchideen und Rosen, die in Dalats Gewächshäusern für das ganze Land gezogen werden.
Wasserfälle, Wälder und Langbiang
Rund um die Stadt laden Pinienwälder, Seen und Wasserfälle zu Ausflügen ein. Der Datanla-Wasserfall ist mit einer Sommerrodelbahn erreichbar, Canyoning-Touren führen über glatte Felsen in Schluchten. Der Tuyền-Lâm-See mit dem Trúc-Lâm-Kloster liegt am Ende einer Seilbahn. Im Norden erhebt sich der Langbiang, ein Doppelgipfel, um den sich Legenden der K’Ho, einer der indigenen Volksgruppen der Region, ranken. Weiter entfernt lohnen die Pongour-Fälle und die Kaffeeplantagen.
Essen in Dalat
Dank des milden Klimas gedeiht hier Gemüse für ganz Vietnam: Artischocken, Erdbeeren, Avocados und Kakis prägen die Märkte. Probieren sollte man Bánh căn, kleine Reiskuchen aus Tonformen, Bánh tráng nướng, gegrilltes Reispapier, das wegen seines Belags oft „vietnamesische Pizza“ genannt wird, und Lẩu gà lá é, einen Hühnertopf mit duftenden Kräutern. Am Abend wärmt heiße Sojamilch an den Ständen des Nachtmarkts. Dalat ist zudem für Kaffee bekannt: In Cafés mit Blick über das Tal werden Arabica-Bohnen aus der Region gebrüht, manche Röstereien bieten Führungen an.
Ausgehen und Feste
Abends spielt sich das Leben am Nachtmarkt beim Zentralmarkt ab, wo Händler Strickmützen, getrocknete Früchte und Snacks verkaufen. In kleinen Bars spielen Akustikbands, Weinlokale schenken Wein aus Lâm Đồng aus. Alle zwei Jahre findet im Dezember das Blumenfestival statt, bei dem die Stadt mit Blumenskulpturen geschmückt wird.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Liên Khương liegt etwa 30 Kilometer südlich, Verbindungen gibt es nach Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Đà Nẵng. Busse fahren nach Nha Trang, Mũi Né und Saigon. In der Stadt bewegt man sich per Taxi, Grab oder Mietroller. Wegen der Hügel ist Radfahren anstrengend, aber an den Seen und in den Pinienwäldern ein Vergnügen. Abends wird es kühl: Eine warme Jacke gehört auch in der Trockenzeit ins Gepäck. Die Temperaturen liegen ganzjährig meist zwischen 15 und 25 Grad. Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April; dann blühen Mimosen und Kirschbäume. Von Mai bis November regnet es häufig nachmittags, die Landschaft ist dann besonders grün.


