Madison entdecken: Kapitol zwischen zwei Seen
Reiseführer · redaktionellAuf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Lake Mendota und dem Lake Monona erhebt sich die weiße Granitkuppel des Kapitols, und kein Gebäude der Innenstadt darf höher sein. Eine Städtereise nach Madison führt in die Hauptstadt von Wisconsin, die mit ihrer großen Universität, Radwegen, Käse und Bier zu den lebenswertesten Städten des Mittleren Westens gezählt wird.
Eine Hauptstadt auf dem Isthmus
Madison wurde 1836 gegründet und nach James Madison benannt, dem vierten Präsidenten der USA; die Straßen rund um den Capitol Square tragen die Namen der Unterzeichner der Verfassung. Die 1848 gegründete University of Wisconsin entwickelte sich zu einer der renommiertesten staatlichen Hochschulen des Landes. Damit wurde Madison zu einem Zentrum progressiver Politik – in den 1960er-Jahren war der Campus ein Brennpunkt der Proteste gegen den Vietnamkrieg. Historische Viertel wie Mansion Hill mit seinen Sandsteinvillen und First Settlement erinnern an die Gründerzeit.
Sehenswürdigkeiten in Madison
Das Wisconsin State Capitol kann kostenlos besichtigt werden; vom Aussichtsbalkon, der im Sommer geöffnet ist, blickt man über beide Seen. Die State Street verbindet den Kapitolsplatz mit dem Campus und ist Fußgänger- und Busstraße mit Läden, Cafés und Kneipen. Am Ufer des Lake Mendota lädt die Memorial Union Terrace mit ihren bunten Sonnenstühlen zu einem Bier bei Sonnenuntergang ein. Am Lake Monona steht das Monona Terrace Convention Center nach Entwürfen von Frank Lloyd Wright, dessen Sommerhaus Taliesin rund 60 Kilometer westlich liegt. Das Chazen Museum of Art, das Madison Museum of Contemporary Art und der Olbrich Botanical Garden mit einem thailändischen Pavillon ergänzen das Programm.
Essen in Madison: Käse, Bier und Bauernmarkt
Samstags von Frühjahr bis Herbst umrundet der Dane County Farmers' Market den Capitol Square – einer der größten Erzeugermärkte der USA. Hier probiert man Cheese Curds, quietschende frische Käsebruchstücke, die abends auch frittiert in jeder Kneipe auftauchen. Wisconsin ist Bratwurst-Land: Zum Brat Fest im Mai werden Unmengen gegrillt. Craft-Brauereien gibt es im Schenk-Atwood-Viertel an der Atwood Avenue und an der Williamson Street, wo auch zahlreiche kleine Restaurants liegen.
Feste und Seen im Jahreslauf
Madison feiert gern: Am Labor-Day-Wochenende bringt Taste of Madison Imbissstände auf den Kapitolsplatz, und Konzerte an der Memorial Union Terrace füllen die Sommerabende. Im Herbst ziehen die Footballspiele der Wisconsin Badgers im Camp Randall Stadium Zehntausende Fans an, und beim „Jump Around“ springt das ganze Stadion zur Musik. Auf den Seen paddelt, segelt oder angelt man im Sommer; der Lake Wingra ist kleiner und ruhiger. Das UW Arboretum mit Prärien und Wäldern zeigt die ursprünglichen Landschaften Wisconsins.
Unterwegs in Madison und beste Reisezeit
Der Dane County Regional Airport liegt nordöstlich der Stadt; Chicago und Milwaukee sind per Fernbus gut erreichbar. Madison ist eine Radstadt mit vielen Wegen entlang der Seen; Busse und eine Schnellbuslinie decken das Stadtgebiet ab. Beste Reisezeit sind die Monate von Mai bis September, wenn das Leben am Wasser stattfindet. Der Winter ist lang und kalt, dann wird auf den gefrorenen Seen Schlittschuh gelaufen und Eisfischen betrieben. Ausflüge führen zu Taliesin bei Spring Green, zum Devil's Lake State Park und zu den Wisconsin Dells.












