Lexington entdecken: Pferde, Bourbon und Bluegrass
Reiseführer · redaktionellHinter weißen und schwarzen Holzzäunen grasen auf sanften Hügeln die wertvollsten Rennpferde der Welt – rund um Lexington liegen Hunderte Gestüte. Eine Reise nach Lexington führt in die „Horse Capital of the World“ im Herzen der Bluegrass-Region von Kentucky, wo Pferdesport, Bourbon und College-Basketball den Takt vorgeben.
Geschichte einer Pferdestadt
Lexington wurde 1775 gegründet und nach dem Ort der ersten Gefechte des Unabhängigkeitskriegs in Massachusetts benannt. Früh entwickelte sich die Stadt zu einem Bildungs- und Handelszentrum, das man als „Athens of the West“ bezeichnete. Der kalkhaltige Boden der Region lässt besonders nahrhaftes Gras wachsen und liefert kalkreiches Wasser – ideal für die Pferdezucht ebenso wie für die Whiskeyherstellung. Der Politiker Henry Clay lebte hier; sein Anwesen Ashland ist heute ein Museum, ebenso wie das Elternhaus von Mary Todd Lincoln im Zentrum.
Sehenswürdigkeiten in Lexington
Keeneland, die elegante Rennbahn von 1936, öffnet im April und Oktober für Rennwochen; außerhalb der Saison kann man morgens beim Training zusehen. Der Kentucky Horse Park nördlich der Stadt zeigt Pferderassen aus aller Welt, ein großes Pferdemuseum und Grabmale berühmter Champions. Viele Gestüte bieten Führungen an, bei denen man ehemaligen Rennsiegern begegnet. Im Central Business District lohnt die Kunstmeile rund um das Lexington History Museum im alten Courthouse, und im Universitätsviertel der University of Kentucky lädt das Arboretum zu einem Spaziergang ein. In der Rupp Arena fiebern Fans mit den Kentucky Wildcats, einem der erfolgreichsten Basketballteams im College-Sport.
Essen in Lexington: Hot Brown und Bourbon
Kentucky-Küche bedeutet Fried Chicken, Biscuits, Burgoo-Eintopf und den Hot Brown, ein überbackenes Truthahnsandwich mit Speck und Käsesauce. Im Distillery District, einem ehemaligen Industrieareal westlich des Zentrums, haben sich Brennereien, Brauereien und Restaurants angesiedelt. Die Stadt ist zudem ein Ausgangspunkt für den Kentucky Bourbon Trail; Destillerien wie Woodford Reserve, Buffalo Trace oder Four Roses liegen in einer knappen Autostunde Entfernung. Abends trifft man sich in den Bars rund um die Short Street und die Main Street.
Rennsaison und Pferdeerlebnisse
Wer Lexington zur Rennsaison besucht, erlebt Keeneland von seiner schönsten Seite: Picknick auf dem Parkplatz, Hüte, Bourbon und Wetten an den Schaltern. Morgens kann man beim Training zusehen und im Track Kitchen neben Jockeys und Trainern frühstücken. Im Kentucky Horse Park finden große Reitturniere statt, darunter ein Vielseitigkeitsturnier der höchsten Kategorie im Frühjahr. Rund um die Stadt bieten Gestüte Führungen an, und Old Friends in Georgetown ist ein Gnadenhof für ehemalige Rennpferde. Auf der historischen Bahn The Red Mile werden Trabrennen ausgetragen.
Unterwegs in Lexington und beste Reisezeit
Der Blue Grass Airport liegt direkt gegenüber von Keeneland und wird über Drehkreuze wie Atlanta, Charlotte oder Chicago angeflogen; Louisville und Cincinnati sind etwa eineinhalb Stunden entfernt. Lextran-Busse bedienen das Stadtgebiet, für Gestüte und Destillerien braucht man jedoch ein Auto oder eine geführte Tour. Am schönsten ist Lexington im Frühjahr, wenn die Rennsaison beginnt, die Hartriegel blühen und Anfang Mai in Louisville das Kentucky Derby lockt, sowie im Herbst mit buntem Laub und Rennen in Keeneland. Ausflüge führen nach Shaker Village of Pleasant Hill und zum Red River Gorge mit Sandsteinbögen.











