Greensboro entdecken: Sit-in, Schlachtfeld und Kunst
Reiseführer · redaktionellAm 1. Februar 1960 setzten sich vier schwarze Studenten an die Imbisstheke eines Woolworth-Kaufhauses, die nur Weißen vorbehalten war – und blieben sitzen. Eine Reise nach Greensboro führt an diesen Ort, an dem die Sit-in-Bewegung ihren Anfang nahm, und in eine grüne, unaufgeregte Stadt im Piedmont von North Carolina.
Von der Revolutionsschlacht zum Bürgerrechtskampf
Greensboro ist nach General Nathanael Greene benannt, der 1781 bei Guilford Courthouse gegen die britischen Truppen von Lord Cornwallis kämpfte. Die Schlacht ging zwar verloren, schwächte die Briten aber entscheidend. Im 20. Jahrhundert wurde die Stadt mit Textilfabriken wie Cone Mills zu einem Zentrum der Denim-Herstellung. Weltgeschichte schrieben jedoch die „Greensboro Four“ von der North Carolina A&T State University, deren friedlicher Protest landesweit Nachahmer fand und die Aufhebung der Rassentrennung beschleunigte.
Sehenswürdigkeiten in Greensboro
Im ehemaligen Woolworth-Gebäude an der Elm Street befindet sich heute das International Civil Rights Center & Museum, in dem die originale Imbisstheke erhalten ist. Der Guilford Courthouse National Military Park im Norden der Stadt erinnert an die Schlacht von 1781 und hat schöne Wanderwege. Das Greensboro Science Center vereint Aquarium, Zoo und Planetarium, das Weatherspoon Art Museum der UNC Greensboro zeigt moderne Kunst. Entlang des Downtown Greenway, eines Rundwegs mit Skulpturen, lässt sich die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Im LeBauer Park finden im Sommer Konzerte und Filmabende statt.
Essen und Ausgehen in Greensboro
North Carolina ist für sein Barbecue berühmt; in der Gegend um Greensboro dominiert der Lexington-Stil mit Schweineschulter und einer leicht süßlichen, essigbasierten Sauce. Dazu gibt es Hushpuppies, frittierte Maisbällchen, und Krautsalat. Die Downtown an der South Elm Street hat sich mit Brauereien, Cafés und Livemusik-Bühnen belebt; in der Nähe des Campus der UNC Greensboro sorgen Studenten für ein entspanntes Nachtleben. Samstags verkaufen Bauern auf dem Greensboro Farmers Curb Market regionale Produkte.
Parks, Gärten und Feste
Greensboro ist eine grüne Stadt mit vielen Seen. Am Lake Brandt und Lake Townsend im Norden verlaufen Wander- und Radwege, und man kann Kanus leihen. Der Bog Garden zeigt Sumpfpflanzen auf Holzstegen, im benachbarten Bicentennial Garden blühen im Frühjahr Tulpen und Azaleen. Das Greensboro History Museum erzählt mit Ausstellungen zu Bürgerrechten und Textilindustrie die Stadtgeschichte. Eine besondere Tradition ist das North Carolina Folk Festival im September, das kostenlos Musikerinnen und Musiker aus vielen Ländern in die Innenstadt bringt. Im Sommer kühlt man sich im Wasserpark Emerald Pointe ab.
Unterwegs in Greensboro und beste Reisezeit
Der Piedmont Triad International Airport liegt westlich der Stadt zwischen Greensboro, Winston-Salem und High Point. Amtrak-Züge halten am historischen Bahnhof J. Douglas Galyon Depot, Busse fahren im Stadtgebiet. Ein Auto ist für Ausflüge dennoch praktisch. Beste Reisezeit sind Frühjahr mit blühenden Hartriegeln und Azaleen sowie der Herbst. Im nahen High Point findet zweimal jährlich die große Möbelmesse statt, Winston-Salem lockt mit dem historischen Viertel Old Salem, und in etwa zwei Stunden erreicht man den Blue Ridge Parkway.








