Stadt · Ebene 3

Detroit

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Region
Michigan, USA
Einwohner
639.111
Zentrum
42.3316° N · -83.0466° E
Stadtteile
3
§ 3

Karte von Detroit

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Detroit entdecken: Motown, Art déco und Comeback

Reiseführer · redaktionell

In einem unscheinbaren Wohnhaus an der West Grand Boulevard nahmen die Supremes, Stevie Wonder und Marvin Gaye ihre Hits auf – „Hitsville U.S.A.“ ist heute das Motown Museum. Eine Reise nach Detroit führt in eine Stadt, die nach Jahrzehnten des Niedergangs ein bemerkenswertes Comeback erlebt, mit Art-déco-Wolkenkratzern, großer Kunst und kreativer Gastronomie. Für eine Städtereise abseits der Klischees ist die „Motor City“ eine spannende Entdeckung.

Aufstieg, Fall und Neubeginn

1701 gründete der Franzose Antoine de la Mothe Cadillac am Fluss zwischen Huron- und Eriesee ein Fort, „détroit“ heißt Meerenge. Anfang des 20. Jahrhunderts machte Henry Ford mit dem Fließband Detroit zur Welthauptstadt des Automobils, General Motors und Chrysler folgten. Die Stadt wuchs auf fast zwei Millionen Einwohner, prachtvolle Hochhäuser und Villen entstanden. Rassenunruhen 1967, die Abwanderung in die Vororte und die Krise der Autoindustrie ließen Detroit schrumpfen, 2013 meldete die Stadt Insolvenz an. Seitdem haben Investitionen, Künstler und Unternehmer die Innenstadt wiederbelebt.

Sehenswürdigkeiten in Detroit

Das Detroit Institute of Arts im Kulturviertel Midtown gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen der USA; berühmt sind die „Detroit Industry“-Wandfresken von Diego Rivera, die Arbeiter in den Ford-Werken zeigen. Im nahen Vorort Dearborn erzählt das Henry Ford Museum mit dem Bus, in dem Rosa Parks sich weigerte, ihren Platz zu räumen, und der Limousine Kennedys amerikanische Geschichte, Werksführungen zeigen die Produktion von Pick-ups. In Downtown beeindrucken das Guardian Building mit seiner farbenfrohen Lobby und die restaurierte Michigan Central Station, ein einst verlassener Bahnhof, der heute ein Innovationszentrum ist. Der Detroit Riverwalk und die Insel Belle Isle im Fluss laden zu Spaziergängen mit Blick auf Kanada ein.

Viertel, Kunst und Essen

Corktown, das älteste Viertel, lockt mit Bars, Restaurants und viktorianischen Häusern, Eastern Market ist samstags einer der größten Bauernmärkte der USA und von Wandbildern umgeben. Das Heidelberg Project, eine Freiluftinstallation aus bemalten Häusern und Fundstücken, und die Street Art im Art District zeigen Detroits kreative Seite. Im Norden liegen das Medical Center und ruhige Wohnviertel wie Grandmont-Rosedale mit Backsteinhäusern aus den 1920er-Jahren. Die Restaurants in Detroit sind bekannt für die Detroit-Style Pizza, rechteckig im Stahlblech gebacken mit knusprigem Käserand, und den Coney Dog mit Chili, Senf und Zwiebeln. Im benachbarten Dearborn lebt eine der größten arabischstämmigen Gemeinden der USA mit hervorragenden libanesischen und jemenitischen Lokalen.

Musik, Sport und Feste

Detroit ist nicht nur Motown: Auch Techno hat hier seine Wurzeln, gefeiert beim Movement Festival am Memorial-Day-Wochenende im Hart Plaza. Im Fox Theatre und im Detroit Opera House treten Stars und Ensembles auf. Die Tigers spielen im Comerica Park, die Lions im Ford Field, Red Wings und Pistons in der Little Caesars Arena – alle in Gehweite von Downtown. Im Januar zieht die Detroit Auto Show traditionell Autofans an, und im Sommer locken Feuerwerk und Jazzfestival an den Fluss.

Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge

Der Flughafen Detroit Metropolitan liegt rund 30 Kilometer südwestlich der Innenstadt und ist Drehkreuz von Delta. Die QLine-Straßenbahn fährt die Woodward Avenue entlang, der People Mover kreist über Downtown, sonst ist ein Auto praktisch. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober, die Winter sind kalt und schneereich. Ausflüge führen ins Greenfield Village in Dearborn, nach Ann Arbor mit der University of Michigan und über die Grenze nach Windsor in Kanada.