Cleveland entdecken: Rock 'n' Roll, Kunst und Eriesee
Reiseführer · redaktionellEine gläserne Pyramide von I. M. Pei am Ufer des Eriesees beherbergt Elvis' Gitarren, John Lennons Schulzeugnis und Bühnenoutfits von Prince – die Rock and Roll Hall of Fame ist das bekannteste Ziel in Cleveland. Eine Reise nach Cleveland führt außerdem in ein Kulturviertel von Weltrang, zu einem der besten Orchester der Welt und in eine bodenständige Kneipenszene. Für eine Städtereise im Mittleren Westen ist die einstige Industriestadt eine angenehme Überraschung.
Stahl, Öl und Rock 'n' Roll
1796 gründete Moses Cleaveland die Siedlung an der Mündung des Cuyahoga River. Mit dem Erie-Kanal und der Eisenbahn wurde Cleveland zur Industriemetropole: John D. Rockefeller gründete hier Standard Oil, Stahlwerke und Werften zogen Einwanderer aus Ungarn, Slowenien, Polen und Italien an. Der Radio-DJ Alan Freed machte in den 1950er-Jahren den Begriff „Rock 'n' Roll“ populär, weshalb die Ruhmeshalle hierher kam. Nach dem industriellen Niedergang hat sich die Stadt mit Medizin – die Cleveland Clinic ist weltbekannt – und Kultur neu aufgestellt.
Sehenswürdigkeiten in Cleveland
Neben der Rock and Roll Hall of Fame liegen am Seeufer das Great Lakes Science Center und das Football-Stadion der Browns. In Downtown Cleveland ragt der Terminal Tower mit Aussichtsplattform auf, die Arcade von 1890 ist eine prachtvolle Einkaufspassage unter Glas. Im University Circle östlich der Innenstadt liegen das Cleveland Museum of Art mit freiem Eintritt und einer herausragenden Sammlung, das Naturkundemuseum, der Botanische Garten und das Severance Music Center, Heimat des Cleveland Orchestra. Der Cleveland Metroparks Zoo und der Lake View Cemetery mit dem Grab von Präsident Garfield sind weitere Ziele.
Viertel und Essen
Ohio City auf der Westseite des Flusses ist mit dem West Side Market, einer Markthalle von 1912, und zahlreichen Brauereien das beliebteste Viertel. Tremont lockt mit Restaurants und dem Haus aus „A Christmas Story“, Detroit-Shoreway mit dem Gordon Square Arts District und Theatern. Im Flats-Viertel am Fluss haben Bars und Terrassen ehemalige Lagerhallen erobert, im Westen nahe dem Flughafen liegt das ruhige Wohnviertel Riverside. Little Italy und das Viertel Central nahe University Circle sind weitere Ziele. Die Restaurants in Cleveland servieren Pierogi, Kielbasa und Corned-Beef-Sandwiches, dazu Bier von Great Lakes Brewing.
Musik und Theater
Cleveland besitzt mit dem Playhouse Square einen der größten Theaterkomplexe der USA außerhalb von New York, überspannt von einem riesigen Kronleuchter über der Euclid Avenue. Das Cleveland Orchestra zählt zu den besten Orchestern der Welt und spielt im Sommer im Freien im Blossom Music Center. Clubs wie der Beachland Ballroom bieten Indie-Konzerte. Sportfans erleben die Guardians im Baseball, die Cavaliers im Basketball und die Browns im Football – am Seeufer herrscht dann Volksfeststimmung.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Cleveland Hopkins liegt rund 20 Kilometer südwestlich, die Red Line der RTA fährt direkt nach Downtown und weiter zum University Circle; zwischen Downtown und University Circle verkehrt zudem der HealthLine-Schnellbus auf der Euclid Avenue. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; die Winter am See sind kalt und schneereich. Ausflüge führen in den Cuyahoga Valley National Park mit Wasserfällen und einer Ausflugsbahn, zu den Inseln im Eriesee und zum Freizeitpark Cedar Point in Sandusky mit seinen Rekordachterbahnen.












