Bakersfield entdecken: Country-Sound und Kern River
Reiseführer · redaktionellTwangende Telecaster-Gitarren, raue Stimmen und Honky-Tonk statt Nashville-Glanz: Der „Bakersfield Sound“ von Buck Owens und Merle Haggard hat die Countrymusik der 1960er-Jahre geprägt. Eine Reise nach Bakersfield führt in das Herz des südlichen Central Valley in Kalifornien, wo Öl, Landwirtschaft und Musik eng miteinander verbunden sind.
Goldrausch, Öl und Dust-Bowl-Erben
Die Stadt entstand nach dem Goldrausch in den Bergen des Kern River und wurde nach Thomas Baker benannt, dessen Feld Reisenden als Rastplatz diente. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Ölboom, der Kern County bis heute zu einer der wichtigsten Förderregionen der USA macht. In den 1930er-Jahren kamen Tausende Familien aus Oklahoma, Texas und Arkansas, die vor der Dürre der Dust Bowl flohen – John Steinbecks „Früchte des Zorns“ erzählt von ihnen. Aus ihrer Musik entstand später der Bakersfield Sound.
Sehenswürdigkeiten in Bakersfield
Buck Owens' Crystal Palace ist Konzertsaal, Restaurant und Museum zugleich; an den Wänden hängen Kostüme und Gitarren. Gleich daneben überspannt der alte Bakersfield-Bogen, der einst über der Union Avenue stand, die Straße. Das Kern County Museum zeigt in einem Freilichtgelände Dutzende historische Gebäude sowie Ölbohrtürme. Im California Living Museum, einem Zoo mit einheimischen Tieren, sieht man Kondore, Schwarzbären und Wüstenfüchse. Der Kern River Parkway begleitet den Fluss mit Radwegen quer durch die Stadt, und im Fox Theater von 1930 finden Konzerte statt.
Essen in Bakersfield: Baskische Tradition
Eine Besonderheit ist die baskische Küche: Schafhirten aus dem Baskenland siedelten sich im 19. Jahrhundert im Valley an, und ihre Pensionen wurden zu Restaurants, in denen man an langen Tischen sitzt. Serviert wird im Familienstil Suppe, Bohnen, Zunge, Lamm oder Steak, dazu der „Picon Punch“, ein Cocktail mit bitterem Likör. Daneben prägen mexikanische Taquerias und Barbecue-Lokale die Szene. Die Landwirtschaft im Umland liefert Mandeln, Pistazien, Trauben und Zitrusfrüchte, die man an Hofständen kaufen kann.
Musik in Bakersfield heute
Der Bakersfield Sound lebt weiter: Im Crystal Palace spielen an vielen Abenden Bands, und Musiker wie Dwight Yoakam berufen sich ausdrücklich auf die Tradition der Stadt. Daneben ist mexikanische Musik wie Banda und Norteño allgegenwärtig. Im Fox Theater und im Mechanics Bank Theater treten nationale Künstler auf. Wer sich für die Geschichte der Dust-Bowl-Migranten interessiert, besucht südlich der Stadt das Weedpatch Camp bei Arvin, das Steinbeck als Vorlage für „Früchte des Zorns“ diente und heute ein kleines Museum besitzt. Wandbilder in der Innenstadt erinnern an die Country-Legenden.
Unterwegs in Bakersfield und beste Reisezeit
Der kleine Meadows Field Airport hat wenige Verbindungen; der Flughafen Los Angeles liegt etwa zwei Autostunden südlich über den Tejon Pass. Amtrak-Züge der Linie San Joaquins fahren nach Sacramento und in die Bay Area. Ein Mietwagen ist praktisch, denn die Stadt ist weitläufig. Beste Reisezeit ist das Frühjahr, wenn in den Hügeln Wildblumen blühen, und der Herbst; die Sommer sind sehr heiß. Ausflüge führen in den Kern River Canyon mit Rafting, zum Lake Isabella und in den Sequoia National Park mit seinen Riesenmammutbäumen.







