Asheville entdecken: Blue Ridge, Biltmore und Bier
Reiseführer · redaktionellGeorge Vanderbilt ließ sich hier in den 1890er-Jahren ein Schloss mit 250 Räumen bauen – bis heute das größte Privathaus der USA. Ein Urlaub in Asheville verbindet diese Gilded-Age-Pracht mit Art-déco-Fassaden, einer bemerkenswerten Bierkultur, Kunsthandwerk und den Blue Ridge Mountains direkt vor der Tür.
Kurort, Künstlerstadt, Neubeginn
Asheville entstand Ende des 18. Jahrhunderts am Zusammenfluss von French Broad und Swannanoa River. Mit der Eisenbahn kamen ab den 1880er-Jahren wohlhabende Sommerfrischler, die das kühle Bergklima schätzten. In den 1920er-Jahren entstand eine Fülle von Art-déco-Bauten, doch der Börsenkrach traf die Stadt so schwer, dass sie ihre Schulden erst Jahrzehnte später abbezahlte – deshalb wurde kaum etwas abgerissen. Später zog es Künstler, Musiker und Aussteiger hierher. Im September 2024 richtete der Sturm Helene schwere Überschwemmungen in der Region an, besonders im River Arts District; seitdem wird vieles wieder aufgebaut, und Besucher sind ausdrücklich willkommen.
Sehenswürdigkeiten in Asheville
Das Biltmore Estate mit seinem Schloss im Stil der Loire, Gärten von Frederick Law Olmsted und einem eigenen Weingut ist ein ganzer Tagesausflug. In Downtown Asheville lohnen das Rathaus mit seinem farbenprächtigen Ziegeldach, die Grove Arcade, eine der ersten Einkaufspassagen Amerikas, und die Basilica of St. Lawrence. Das Thomas Wolfe Memorial erinnert an den Schriftsteller, der hier aufwuchs. Das Asheville Art Museum am Pack Square zeigt amerikanische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Im River Arts District arbeiten Künstler in ehemaligen Lagerhallen. Das Grove Park Inn, ein historisches Hotel aus Granitblöcken, bietet einen Panoramablick auf die Berge.
Essen und Ausgehen in Asheville
Asheville gilt als eine der Bierhauptstädte der USA: Dutzende Brauereien sind in der Stadt, und große Brauereien wie Sierra Nevada und New Belgium haben in der Region Standorte eröffnet. Die Restaurantszene setzt auf Zutaten aus den Bergen – Forellen, Pilze, Apfelwein und Appalachen-Küche mit Biscuits und luftgetrocknetem Country Ham. Am Freitagabend trifft man sich beim Drum Circle im Pritchard Park, in West Asheville finden sich Bars, Livemusik und Cafés. Das Nachtleben ist entspannt und stark von Folk- und Bluegrassmusik geprägt.
Musik und Kunsthandwerk
Die Appalachen haben eine reiche Musiktradition, und in Asheville wird sie gepflegt. Im Sommer spielen beim Shindig on the Green Bluegrass- und Old-Time-Musiker unter freiem Himmel. Das Folk Art Center am Blue Ridge Parkway zeigt Arbeiten der Southern Highland Craft Guild, von Töpferei bis Weberei. Der Synthesizer-Hersteller Moog Music hat seinen Sitz in Asheville, und das Moogfest machte die Stadt einige Jahre lang zum Treffpunkt elektronischer Musik.
Unterwegs in Asheville und beste Reisezeit
Der Asheville Regional Airport liegt rund 20 Minuten südlich. Busse fahren im Stadtgebiet, für die Berge braucht man ein Auto. Der Blue Ridge Parkway führt direkt an der Stadt vorbei, auf ihm erreicht man den Mount Mitchell, den höchsten Berg östlich des Mississippi. Beste Reisezeit ist der Oktober, wenn sich das Laub in den Bergen färbt, sowie das Frühjahr mit blühenden Rhododendren. Ausflüge führen in den Great Smoky Mountains National Park, in den Pisgah National Forest mit Wasserfällen und zum Chimney Rock.










