Stadt · Ebene 3

Kiew · Київ

5.171 Orte in Kiew – von Wahrzeichen bis zur Cocktailbar. Wähle eine Kategorie, einen Stadtteil oder stöbere auf der Karte.Eigene Tour planen4 fertige Touren

Region
Ukraine
Einwohner
2.952.301
Zentrum
50.4500° N · 30.5241° E
Stadtteile
12
Kiew – Stadtansicht
Kiew · © Francisco Anzola · CC BY 3.0
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Karte von Kiew

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§ 4

Kiew: Goldene Kuppeln über dem Dnipro

Reiseführer · redaktionell

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besteht für das ganze Land eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, und auch Kiew wird immer wieder aus der Luft angegriffen. Dieser Text ist daher als Porträt einer Stadt gedacht, die man auf einer späteren Reise nach Kiew entdecken kann, wenn es die Lage wieder zulässt – mit goldenen Kirchenkuppeln, breiten Boulevards und den grünen Hängen über dem Dnipro.

Mutter der Rus

Der Legende nach gründeten drei Brüder und ihre Schwester Kiew im 5. oder 6. Jahrhundert auf den Hügeln am Dnipro; ein Denkmal am Ufer erinnert an sie. Im 10. und 11. Jahrhundert war die Stadt Hauptstadt der Kiewer Rus, eines der größten Reiche Europas. Fürst Wolodymyr ließ sich 988 taufen und machte das Christentum zur Staatsreligion, Jaroslaw der Weise baute die Sophienkathedrale. Nach dem Mongolensturm 1240 verlor Kiew seine Bedeutung, später gehörte es zu Polen-Litauen und zum Russischen Reich. Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt Revolution, Holodomor, deutsche Besatzung und das Massaker von Babyn Jar, bei dem 1941 mehr als 33.000 Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Seit 1991 ist Kiew Hauptstadt der unabhängigen Ukraine; der Majdan war 2004 und 2013/14 Schauplatz der Orangen Revolution und der Revolution der Würde.

Sehenswürdigkeiten in Kiew

Die Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert mit ihren byzantinischen Mosaiken und Fresken gehört ebenso zum UNESCO-Welterbe wie das Kiewer Höhlenkloster, die Lawra, mit goldenen Kuppeln, Kirchen und unterirdischen Gängen, in denen Mönche bestattet sind. Gegenüber der Sophienkathedrale leuchtet das blau-weiße Michaelskloster mit seinen goldenen Kuppeln. Das Goldene Tor ist eine Rekonstruktion des mittelalterlichen Stadttors. Der Andreassteig, eine steile Kopfsteinpflastergasse mit der barocken Andreaskirche von Bartolomeo Rastrelli, führt hinunter in den Stadtbezirk Podil. Dort steht auch das Museum des Schriftstellers Michail Bulgakow. Im Rajon Petschersk erhebt sich das riesige Mutter-Heimat-Denkmal, dessen Schild 2023 das sowjetische Wappen gegen den ukrainischen Dreizack tauschte.

Viertel: Podil, Petschersk und Schewtschenko

Podil, das alte Händler- und Handwerkerviertel am Fluss, ist mit Cafés, Galerien und dem Kontraktowa-Platz das gemütlichste Viertel der Stadt. Im Rajon Schewtschenko liegen die Oberstadt mit der Sophienkathedrale, die Universität mit ihrem roten Hauptgebäude und der Botanische Garten. Der Rajon Petschersk mit Lawra, Regierungsviertel und Mariinskyj-Park ist das repräsentative Zentrum. Der Prachtboulevard Chreschtschatyk führt zum Majdan Nesaleschnosti, dem Unabhängigkeitsplatz. Auf der linken Flussseite liegen Wohnbezirke wie Darnyzja und Dnipro, im Norden das grüne Obolon am Ufer, im Süden Holosijiw mit großen Wäldern und dem Freilichtmuseum Pirogowo.

Essen und Trinken in Kiew

Die ukrainische Küche ist herzhaft: Borschtsch aus Roter Bete, 2022 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt, Warenyky mit Kartoffeln, Quark oder Kirschen, Holubzi, Salo und Kyjiwskyj Tort, ein Haselnuss-Baiser-Kuchen. Das Kiewer Kotelett, ein mit Kräuterbutter gefülltes Hähnchenschnitzel, trägt den Namen der Stadt. Die Bessarabska-Markthalle am Ende des Chreschtschatyk zeigt Obst, Käse und Fleisch in schöner Präsentation. Kiew hatte vor dem Krieg eine bemerkenswerte Café- und Barszene in Podil und rund um die Straße Reitarska, und viele Lokale haben trotz Ausgangssperre und Stromausfällen weitergemacht.

Kiew in Kriegszeiten

Seit 2022 hat sich der Alltag in Kiew stark verändert. Sirenen und Luftalarm-Apps gehören dazu, Metrostationen dienen als Schutzräume, und viele Denkmäler sind mit Sandsäcken oder Holzverschlägen geschützt. An der Mauer des Michaelsklosters erinnern Fotos an gefallene Verteidiger. Trotz allem haben Theater, Cafés und Museen geöffnet, und die Stadt zeigt eine bemerkenswerte Widerstandskraft.

Unterwegs in Kiew

Der internationale Flughafen Boryspil und der Flughafen Schuljany sind seit Februar 2022 für zivile Flüge geschlossen; die Anreise erfolgt derzeit nur auf dem Landweg, etwa per Zug über Polen. Die Metro ist mit drei Linien schnell und günstig; die Station Arsenalna gehört zu den tiefsten der Welt und dient heute auch als Schutzraum. Straßenbahnen, Trolleybusse und Marschrutkas ergänzen das Netz. In Friedenszeiten galten späte Frühjahrswochen mit blühenden Kastanien, dem Symbol der Stadt, und der Frühherbst als beste Reisezeit.

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Häufige Fragen zu Kiew

kurz beantwortet

Kann man Kiew derzeit als Reiseziel besuchen?

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besteht für das ganze Land eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, und auch Kiew wird immer wieder aus der Luft angegriffen. Die Informationen von travelguide195 zu Kiew sind daher als Porträt der Stadt gedacht, die du auf einer späteren Reise entdecken kannst, wenn es die Lage wieder zulässt.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Kiew gesehen haben?

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kiew gehören die Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert und das Kiewer Höhlenkloster (Lawra), die beide zum UNESCO-Welterbe zählen. Dazu kommen das blau-weiße Michaelskloster, das Goldene Tor, der Andreassteig mit der barocken Andreaskirche und das Mutter-Heimat-Denkmal im Rajon Petschersk. travelguide195 listet in Kiew rund 1.472 Sehenswürdigkeiten, darunter das Haus mit den Chimären, das Unabhängigkeitsdenkmal und den Glockenturm der Lawra.

Welche Museen gibt es in Kiew?

travelguide195 listet in Kiew rund 240 Museen, von Kunst bis Zeitgeschichte. Bekannt sind das Nationale Kunstmuseum der Ukraine, das Ukrainische Nationale Tschernobyl-Museum, das Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg und das Mystetskyi Arsenal für moderne Kunst. Unter freiem Himmel kannst du im Museum für Volksarchitektur und Sitten der Ukraine traditionelle Bauweisen sehen, im Viertel Podil liegt außerdem das Museum des Schriftstellers Michail Bulgakow.

Welche Stadtviertel in Kiew sind für Besucher interessant?

Für Besucher sind in Kiew vor allem Podil, Petschersk und Schewtschenko interessant. Podil ist das alte Händler- und Handwerkerviertel am Fluss mit Cafés, Galerien und dem Kontraktowa-Platz, im Rajon Schewtschenko liegen die Oberstadt mit der Sophienkathedrale, die Universität und der Botanische Garten. Der Rajon Petschersk umfasst die Lawra, das Regierungsviertel und den Mariinskyj-Park. travelguide195 listet im Rajon Schewtschenko rund 1.093 Orte, in Petschersk 747 und in Podil 488.

Wie viele Tage sollte man für Kiew einplanen?

Für Kiew bietet travelguide195 vier fertige Tagestouren an, mit denen du vier abwechslungsreiche Tage füllen kannst. Die Tour „Kiew zum Kennenlernen“ führt von 09:30 bis 21:00 Uhr mit 12 Stopps und 4,9 km zu Fuß von der Sophienkathedrale bis zum Maidan. Für Kunst gibt es die Tour „Vom Nationalmuseum zur Lawra“ mit 5 Stopps und nur 1,1 km Fußweg, für Spaziergänger die Route über den Chreschtschatyk nach Lypky mit 12 Stopps und 6 km.

Was und wo kann man in Kiew essen und trinken?

In Kiew findest du eine große Auswahl an Restaurants: travelguide195 listet rund 2.921 Restaurants und 70 Cocktailbars. Neben ukrainischer Küche mit rund 97 Einträgen gibt es viele Pizzerien (271), Sushi-Lokale (182), italienische Restaurants (144) sowie Grill- und Burger-Lokale. Die Tagestour „Kiew kulinarisch“ verbindet von 11:00 bis 23:15 Uhr in 10 Stopps georgische, koreanische und ukrainische Küche mit Cocktails im Zentrum.