Gijón entdecken: Cimadevilla, Strand und Sidra
Reiseführer · redaktionellIn Gijón hört man den Apfelwein, bevor man ihn trinkt: Der Kellner hebt die Flasche hoch über den Kopf und lässt die Sidra in einem dünnen Strahl ins Glas fallen. Die größte Stadt Asturiens ist eine Hafen- und Arbeiterstadt mit Stadtstrand, Fischerviertel und grünem Hinterland. Ein Urlaub in Gijón zeigt den kühlen, grünen Norden Spaniens von seiner lebensfrohen Seite.
Vom römischen Gigia zur Industriestadt
Schon die Römer nutzten die Halbinsel Cimadevilla; die Reste ihrer Thermen, die Termas Romanas de Campo Valdés, sind unter der Promenade zu besichtigen. Im 18. Jahrhundert prägte der aufgeklärte Politiker Gaspar Melchor de Jovellanos die Stadt, sein Geburtshaus ist heute Museum. Mit Kohle aus den asturischen Minen, Stahlwerken und dem Hafen El Musel wurde Gijón zu einem Industriezentrum. Nach dem Niedergang der Schwerindustrie hat sich die Stadt neu orientiert, mit Kultur, Tourismus und neuen Technologien.
Sehenswürdigkeiten in Gijón
Cimadevilla, das alte Fischerviertel auf der Halbinsel, ist ein Gewirr aus kleinen Plätzen und Gassen mit Sidrerías. Auf dem Cerro de Santa Catalina an der Spitze steht die Betonskulptur „Elogio del Horizonte“ von Eduardo Chillida, die zum Symbol der Stadt geworden ist – wer sich unter sie stellt, hört das Rauschen des Meeres verstärkt. Die Plaza Mayor mit dem Rathaus und der Palacio de Revillagigedo am Jachthafen bilden das historische Zentrum. Die Playa de San Lorenzo zieht sich über rund 1,5 Kilometer am Zentrum entlang, mit einer Promenade, an der bei Flut die Wellen gegen die Mauer schlagen. Etwas außerhalb liegt die Laboral Ciudad de la Cultura, ein monumentaler Bau aus den 1940er- und 1950er-Jahren, der heute Kunstzentrum, Theater und Universität beherbergt und von dessen Turm man weit sieht. Der Botanische Garten der Atlantikküste und das Museo del Pueblo de Asturias zeigen Natur und Volkskultur der Region.
Sidra und asturische Küche
Sidra ist das Getränk Asturiens, und Gijón ist eine seiner Hauptstädte. In den Sidrerías wird der säuerliche Apfelwein in kleinen Mengen eingeschenkt, um ihn zu belüften, und sofort getrunken; der Rest wird traditionell auf den Boden gegossen. Dazu isst man Fabada asturiana, einen Eintopf aus großen weißen Bohnen mit Chorizo, Morcilla und Speck, Cachopo, zwei panierte Kalbsschnitzel mit Schinken und Käse, und Käse wie den kräftigen Cabrales. Frischer Fisch und Meeresfrüchte kommen täglich aus dem Hafen. Im Sommer gibt es Fiestas, bei denen tausende Menschen gleichzeitig Sidra einschenken.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen von Asturien (OVD) liegt rund 40 Kilometer westlich, Busse fahren nach Gijón. Mit dem Zug sind Oviedo in etwa einer halben Stunde und Madrid in rund vier bis fünf Stunden erreichbar. Die Stadt erkundet man zu Fuß oder mit den Stadtbussen. Beste Reisezeit ist der Sommer, wenn das Wetter am wärmsten ist; Regen und Wolken gehören aber zu jeder Jahreszeit. Ausflüge führen in die Picos de Europa, in das Fischerdorf Cudillero und nach Oviedo mit seinen vorromanischen Kirchen.











