Córdoba entdecken: Mezquita, Patios und Judería
Reiseführer · redaktionellIm 10. Jahrhundert war Córdoba eine der größten und gelehrtesten Städte der Welt, mit Bibliotheken, Bädern und Straßenbeleuchtung, als Paris noch ein Dorf war. Von dieser Blütezeit erzählt bis heute die Mezquita, eines der außergewöhnlichsten Bauwerke Europas. Eine Reise nach Córdoba ist ein Spaziergang durch das Erbe von drei Kulturen.
Das Kalifat von Córdoba
Nach römischer Zeit, in der Córdoba Hauptstadt der Provinz Baetica war und der Philosoph Seneca hier geboren wurde, machten die Umayyaden die Stadt 756 zu ihrem Herrschaftssitz. 929 rief Abd ar-Rahman III. das Kalifat aus. Muslime, Christen und Juden lebten hier zusammen, Gelehrte wie der Philosoph Averroës und der jüdische Denker Maimonides stammen aus Córdoba. 1236 eroberte Ferdinand III. die Stadt, die danach an Bedeutung verlor – zum Glück für ihre Bauten, die so weitgehend erhalten blieben.
Sehenswürdigkeiten in Córdoba
Die Mezquita-Kathedrale ist ein Wald aus über 800 Säulen mit rot-weiß gestreiften Doppelbögen, über zwei Jahrhunderte immer weiter vergrößert. Mitten hinein bauten die Christen im 16. Jahrhundert eine Renaissance-Kathedrale – Kaiser Karl V. soll gesagt haben, man habe etwas Einzigartiges zerstört, um etwas Gewöhnliches zu bauen. Der Mihrab mit byzantinischen Goldmosaiken ist der Höhepunkt. Am frühen Morgen ist der Eintritt an manchen Tagen frei. Die Römische Brücke über den Guadalquivir führt zur Torre de la Calahorra, und der Alcázar de los Reyes Cristianos lockt mit Gärten voller Wasserbecken. In der Judería, dem alten jüdischen Viertel, stehen eine der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Synagogen Spaniens und die Calleja de las Flores mit Blick auf den Glockenturm.
Patios, Viertel und Feste
Im Mai öffnen die Bewohner beim Festival de los Patios ihre blumengeschmückten Innenhöfe für Besucher – hunderte Töpfe mit Geranien hängen an weißen Wänden, ein Fest, das zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Besonders schöne Patios finden sich im Viertel San Basilio und rund um San Lorenzo. Der Mai ist ohnehin Córdobas Festmonat, mit den Cruces de Mayo und der Feria de Nuestra Señora de la Salud. Westlich der Stadt liegen die Ruinen der Medina Azahara, der Palaststadt des Kalifen, ebenfalls UNESCO-Welterbe.
Essen in Córdoba
Der Salmorejo, eine dicke kalte Suppe aus Tomaten, Brot, Olivenöl und Knoblauch, garniert mit Ei und Schinken, stammt von hier und ist ein Muss. Flamenquín, eine panierte Rolle aus Schweinefleisch und Schinken, Rabo de toro, geschmorter Ochsenschwanz, und Berenjenas con miel, frittierte Auberginen mit Honig, folgen. Dazu passt ein Glas Montilla-Moriles, ein sherryähnlicher Wein aus der Provinz. Die Restaurants in Córdoba sind rund um die Mezquita touristisch, entspanntere Tavernen finden sich im Viertel San Francisco-Ribera und rund um die Plaza de la Corredera, einen Platz mit Laubengängen.
Unterwegs und beste Reisezeit
Córdoba hat nur einen kleinen Flughafen ohne nennenswerten Linienverkehr; am bequemsten ist die Anreise per AVE: Madrid liegt rund 1 Stunde 45 Minuten entfernt, Sevilla 45 Minuten, Málaga eine knappe Stunde. Die Altstadt erkundet man zu Fuß. Beste Reisezeit ist das Frühjahr, vor allem der Mai; im Sommer zählt Córdoba zu den heißesten Städten Europas.












