Adeje entdecken: Costa Adeje, Siam Park und Höllenschlucht
Reiseführer · redaktionellAdeje ist der Ort auf Teneriffa, an dem die Hotels am elegantesten und die Strände am gepflegtesten sind – die Costa Adeje gilt als feinste Adresse des Inselsüdens. Doch die Gemeinde reicht vom Meer bis hinauf in die Berge, wo ein altes Dorf und eine tiefe Schlucht auf Besucher warten. Ein Urlaub in Adeje bietet ganzjährig Sonne und mehr Abwechslung, als man denkt.
Vom Fürstensitz zur Ferienküste
Vor der spanischen Eroberung war Adeje Sitz eines der mächtigsten Guanchen-Fürstentümer der Insel. Nach der Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts ließen sich hier Großgrundbesitzer nieder, die Zuckerrohr anbauten und mit der Casa Fuerte ein befestigtes Herrenhaus zum Schutz vor Piraten errichteten, dessen Reste im alten Ortskern stehen. Über Jahrhunderte blieb Adeje ein ruhiges Agrardorf, bis ab den 1970er-Jahren die Küste zwischen Playa de las Américas und La Caleta erschlossen wurde. Heute stehen hier viele der luxuriösesten Hotels der Kanaren.
Sehenswürdigkeiten in Adeje
Der Barranco del Infierno, die „Höllenschlucht“, beginnt direkt oberhalb des alten Ortes. Ein rund sieben Kilometer langer Weg (hin und zurück) führt durch die Schlucht, vorbei an Kakteen, Weiden und senkrechten Felswänden bis zu einem Wasserfall. Die Zahl der Wanderer ist begrenzt, eine Reservierung ist nötig. Im Ortskern liegen die Kirche Santa Úrsula aus dem 16. Jahrhundert und die Calle Grande mit traditionellen Restaurants. An der Küste lockt der Siam Park, ein Wasserpark im thailändischen Stil, der regelmäßig zu den besten der Welt gekürt wird. Die Strände Playa del Duque, Fañabé und Playa de Torviscas sind mit hellem Sand, Liegen und Promenade sauber angelegt, während das ehemalige Fischerdorf La Caleta noch etwas von der alten Atmosphäre bewahrt hat.
Meer, Wale und Wandern
Von Puerto Colón, dem Jachthafen von Costa Adeje, starten Boote zur Wal- und Delfinbeobachtung; die Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera ist eines der besten Reviere Europas dafür, mit ganzjährig ansässigen Grindwalen. Auch Katamarantouren, Stand-up-Paddling und Tauchgänge werden angeboten. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, wandert an der Küste von La Caleta zu stillen Buchten wie der Playa de Diego Hernández oder hinauf zu den Kiefernwäldern rund um Ifonche.
Essen und Ausgehen
Die Hotels der Costa Adeje beherbergen mehrere Restaurants mit gehobener Küche, darunter Sterneküche. Bodenständiger ist es in La Caleta, wo Fischlokale am Wasser frischen Fang servieren, oder im alten Adeje, wo Ziegenfleisch, Kaninchen und Papas arrugadas mit Mojo auf der Karte stehen. Am Abend verlagert sich das Leben in die Veronicas-Meile und die Bars an der Grenze zu Playa de las Américas, während es in den Hotelzonen eher ruhig zugeht.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der Flughafen Teneriffa Süd (TFS) liegt rund 20 Kilometer östlich, Busse und Transfers fahren regelmäßig. Die TITSA-Busse verbinden Adeje mit Los Cristianos, Santa Cruz und dem Teide. Für Ausflüge in den Nationalpark oder zur Steilküste Los Gigantes ist ein Mietwagen am bequemsten. Adeje hat ganzjährig sommerliches Klima, sodass jede Jahreszeit passt; im Winter ist Hochsaison.



